Polnisches Militär evakuiert den verletzten Bürger Piotr Moczulski nach zwei Jahren von den Philippinen
Eine Gulfstream G550 der Regierung landete am Mittwoch in Warschau mit Piotr Moczulski an Bord, der nach einem Rollerunfall mehr als zwei Jahre in einem Krankenhaus auf den Philippinen verbracht hatte.
Evakuierungsflug erreicht Warschau
Am Mittwochnachmittag, dem 30. September 2026, setzte eine Gulfstream G550 der polnischen Regierung mit Piotr Moczulski an Bord auf dem Warschauer Flughafen auf. Das Flugzeug landete kurz nach 16:00 Uhr im Rahmen einer vom Verteidigungsministerium organisierten Evakuierungsmission. Der Hinflug auf die Philippinen erforderte mit einem planmäßigen Zwischenstopp zum Auftanken etwa 15 Stunden, während der Rückflug wegen widriger Windverhältnisse etwas länger dauerte. Die Mission erforderte Überfluggenehmigungen von 13 verschiedenen Ländern, die im Vorfeld vom Außenministerium koordiniert wurden. Moczulski stand während des gesamten Fluges unter der direkten Beobachtung von zwei Militärsanitätern.
Es lohnt sich, das Außenministerium zu loben, das enorme Arbeit für die Flüge über 13 Länder geleistet hat. Das erforderte viele diplomatische Genehmigungen.
Verlegung in das Klinikum Białystok
Unmittelbar nach der Landung traf ein vom Universitätsklinikum Białystok entsandter Krankenwagen das Flugzeug auf dem Vorfeld. Das medizinische Personal brachte Moczulski direkt in die Notaufnahme und das Zentrum für Mehrfachverletzungen des Krankenhauses zur umfassenden Diagnostik. Sein Bruder Tomasz Moczulski begleitete ihn während des gesamten Fluges, nachdem er am späten Sonntagabend die Abflugbenachrichtigung erhalten hatte. Sicherheitsvorschriften verhinderten jede vorherige Bekanntgabe oder Fotografieren während des Fluges. Tomasz bemerkte, dass Piotr während des gesamten Transfers bei Bewusstsein und mit offenen Augen blieb, und drückte nach Monaten der Ungewissheit Erleichterung aus.
Im Moment geht es Piotr gut, er wurde bereits zu Untersuchungen gebracht. Vielleicht werden Spezialisten am Ende genau feststellen, in welchem Zustand er sich jetzt befindet.
Zwei Jahre Krankenhausaufenthalt nach Rollerunfall
Moczulski strandete auf den Philippinen nach einer schweren Kollision im Straßenverkehr während einer Rollerfahrt mit einem Bekannten vor über zwei Jahren. Der Aufprall verursachte ein schweres Hirnödem, das ihn ins Koma versetzte und eine kontinuierliche klinische Überwachung in einem örtlichen Krankenhaus erforderte. Sein fragiler Gesundheitszustand machte reguläre Linienflüge unmöglich, sodass eine Evakuierung per militärischem Lufttransport die einzige praktikable Option blieb. Im April 2024 startete seine Familie eine öffentliche Online-Spendenaktion, um die Krankenhauskosten auf den Philippinen, den internationalen medizinischen Transport und die anschließende Rehabilitation zu finanzieren. Seine Mutter und sein Bruder besuchten ihn im Sommer 2026 im Ausland und setzten sich gleichzeitig aktiv bei den Verteidigungsbehörden für einen Evakuierungsflug ein.
- Angehörige starten eine Online-Spendenaktion, um Krankenhausrechnungen auf den Philippinen und Transportkosten zu decken
- Das polnische Militär führt die medizinische Rückführung der Patientin Klaudia Uciechowska aus China durch
- Die Familie besucht Piotr Moczulski auf den Philippinen und bittet das Verteidigungsministerium um eine Evakuierung
- Eine Gulfstream G550 startet nach der Benachrichtigung am Sonntagabend vom Warschau aus zur Evakuierungsmission
- Der Flug landet in Warschau und der Patient wird mit einem Krankenwagen in das Klinikum nach Białystok gebracht
Protokolle des militärischen Krankentransports
Die Evakuierung nutzte eines von nur zwei Gulfstream-G550-Flugzeugen des polnischen Staates, die in erster Linie für den Transport hochrangiger Regierungsvertreter vorgesehen sind. Die technische Vorbereitung des Flugzeugs und des medizinischen Personals wurde gemeinsam von der 1. Lufttransportbasis in Warschau und der 8. Lufttransportbasis in Krakau durchgeführt. Der stellvertretende Premierminister und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz bestätigte die Rückkehr des Patienten auf der Social-Media-Plattform X und betonte, dass militärische Evakuierungsmittel zum Einsatz kommen, wenn Bürger in kritischen Zuständen ohne alternative Transportmöglichkeit sind. Das Verteidigungsministerium erklärte, dass die polnischen Streitkräfte routinemäßig medizinische Lufttransporte durchführen, darunter auch Organtransporte für Transplantationen. Dies war der zweite internationale Rückführungsflug des Jahres 2026, nach der Evakuierung von Klaudia Uciechowska aus China nach Breslau im Juni.
Die polnische Armee ist dazu da, zu verteidigen, aber auch, sich um jeden einzelnen unserer Bürger zu kümmern.
