
BT und Verizon gründen 4-Milliarden-Dollar-Joint-Venture für internationales Firmenkundengeschäft – Rückzug von globalen Ambitionen
Die britische und die US-Telekommunikationsgruppe haben am Montag ihre multinationalen Firmenkundenaktivitäten in einem 50:50-Joint-Venture zusammengelegt. Das neue Unternehmen bedient mehr als 3.000 Kunden in über 180 Ländern und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 4 Milliarden US-Dollar.
Der Deal
BT und Verizon gaben am Montag bekannt, dass sie ihre internationalen Firmenkundensparten in ein neues Unternehmen fusionieren, das zu gleichen Teilen den beiden Mutterkonzernen gehört. Das Joint Venture wird sich an multinationale Konzerne richten und Konnektivitäts- und Netzwerkdienste anbieten, die für eine Cloud-First-, KI-First-Umgebung ausgelegt sind. Mehr als 3.000 Kunden in über 180 Ländern werden bedient, und das fusionierte Unternehmen wird voraussichtlich einen Jahresumsatz von rund 4 Milliarden US-Dollar erzielen.
Kunden werden von neuen, sicheren und widerstandsfähigen Konnektivitätsplattformen profitieren, die für das Zeitalter der KI und – wo nötig – für Souveränität ausgelegt sind.
Finanzielle Auswirkungen
Verizon wird an BT einen Ausgleichszahlung in Höhe von 625 Millionen US-Dollar leisten, die den größeren Umfang des Beitrags des britischen Unternehmens widerspiegelt. Der Umsatz von BT International wird in diesem Jahr auf etwa 2,4 Milliarden US-Dollar geschätzt, was 60 % des Gesamtumsatzes des Joint Ventures entspricht. Verizon wiederum erwartet im zweiten Quartal 2026 einen Verlust von 700 bis 800 Millionen US-Dollar aus der Umklassifizierung der von ihm eingebrachten Vermögenswerte als „zur Veräußerung bestimmt“.
- BT International
- 2.4 Mrd. USD
- Verizon Enterprise Festnetz
- 1.6 Mrd. USD
Der Deal ermöglicht es BT, eine schrumpfende, defizitäre internationale Einheit zu dekonsolidieren und sich auf Großbritannien zu konzentrieren, wo der Glasfaserausbau seit 2021 mehr als zwei Drittel des Landes abdeckt. CEO Allison Kirkby sagte, die erhaltenen Barmittel würden teilweise zur Schuldenreduzierung verwendet.
Strategischer Rückzug und historische Parallelen
Der Schritt macht eine jahrzehntealte Ambition rückgängig. In den späten 1990er Jahren betrieb BT mit Concert ein ähnliches Joint Venture mit AT&T, das während des Dotcom-Crashs scheiterte und BT eine Abschreibung von 2 Milliarden US-Dollar kostete. Der aktuelle Deal markiert einen Rückzug von diesem globalistischen Playbook, wobei sich beide Unternehmen nun auf ihre jeweiligen Sanierungen im Heimatmarkt konzentrieren.
Das Joint Venture mit Verizon könnte der Beginn einer breiteren Konsolidierung sein.
Führung und Ausblick
Die Unternehmen benannten Martijn Blanken als designierten Chief Executive Officer; er wird am 1. September 2026 zu BT Group stoßen und vor dem Start mit beiden Mutterkonzernen zusammenarbeiten. Clive Selley wird BT International während der Übergangsphase weiter leiten. Die Transaktion, die noch der behördlichen Genehmigung bedarf, soll voraussichtlich 2027 abgeschlossen werden. Nach der Aufnahme des Betriebs wird das Joint Venture mit beiden Mutterkonzernen grenzüberschreitende integrierte Dienstleistungen vertraglich vereinbaren, auch in den Heimmärkten Großbritannien und USA.
- BT und Verizon kündigen das 50:50-JV an
- Martijn Blanken tritt als designierter CEO in die BT Group ein
- Transaktionsabschluss erwartet (vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen)


