- VormittagMarsch in Richtung Brüssel-Midi, mit Zugangssperren an einigen Punkten
- Gegen MittagDemonstranten erreichen die Esplanade de l'Europe, wo die Polizei sie am Weiterziehen hindert
- Gegen 12:30Zusammenstöße brechen aus, die Polizei setzt Tränengas und einen Wasserwerfer ein
Versammlung im Zentrum von Brüssel
Mehrere hundert junge Menschen versammelten sich am Samstag, 17. Oktober, am Bahnhof Brüssel-Zentral, wie De Standaard berichtet, der die Versammlung gegen 10:00 Uhr Ortszeit ansetzte. Die Schätzungen zur Menschenmenge gehen je nach Bericht auseinander: 7sur7 beschrieb gegen 10:30 Uhr etwa hundert junge Menschen an der Gare Centrale, während La Libre 500 bis 600 Demonstranten mit unterschiedlichen Forderungen zählte. Der Protest wurde von Studentenkollektiven ausgerufen, nach den jüngsten belgischen Mobilisierungen gegen die Sparpolitik der Regierung und Kürzungen im Schulwesen, im Anschluss an die französischen Proteste. Auch Lehrkräfte und Gewerkschafter waren Teil der Gruppe, und die Sprechchöre waren antifaschistisch. Die Polizei war in großer Zahl präsent, und Beamte hatten am späten Vormittag bereits mehrere Personen in der Umgebung kontrolliert und durchsucht.
Route in Richtung Brüssel-Midi
Vor 11:00 Uhr Ortszeit, so berichtete 7sur7, setzte sich der Zug in Richtung Place de l'Albertine in Bewegung und versuchte dann, den Mont des Arts zu erreichen, doch die Polizei blockierte die Treppe. Die Demonstranten kehrten nach wenigen Minuten um und sangen weiter ihre Parolen. Laut Notícias ao Minuto fand am Vormittag ein Marsch in Richtung Brüssel-Midi statt, und die Behörden hatten an einigen Punkten entlang der Route den Zugang gesperrt. Gegen Mittag erreichten die Demonstranten die Esplanade de l'Europe, wo die Polizei sie daran hinderte, weiterzuziehen. La Libre verortete die Zusammenstöße gegen 12:30 Uhr Ortszeit, wobei die Polizei Tränengas und einen Wasserwerfer einsetzte.
Bürgermeister: Keine Demonstration war genehmigt
Philippe Close, der sozialistische Bürgermeister von Brüssel, sagte, keine der für Samstag geplanten Demonstrationen sei offiziell genehmigt gewesen. Aufrufe zu Protesten in der Hauptstadt waren am Freitag, 16. Oktober, in den sozialen Medien verbreitet worden, unter anderem von französischsprachigen Studenten mit Verbindungen zur Gelbwesten-Bewegung in Frankreich. Notícias ao Minuto beschrieb den Protest in seinem eigenen Bericht als ohne Zusammenstöße verlaufend, obwohl der Zugang an einigen Punkten gesperrt worden war, was von der Darstellung von La Libre über Zusammenstöße gegen 12:30 Uhr abweicht. Zahlen zu Festnahmen oder Verletzten finden sich in dem bisher verfügbaren Material nicht.
Lüttich und die größere Protestwelle
Notícias ao Minuto beschrieb eine separate Gruppe in Lüttich, die gegen Kürzungen im Bildungswesen, Arbeitsbedingungen, öffentliche Dienste und soziale Ungleichheit protestierte. ANSA zufolge hatte die Studentenmobilisierung in Lüttich Anfang Oktober begonnen und auch am Samstag fand in Lüttich eine Demonstration statt. De Standaard merkte an, dass es bereits Anfang Oktober Demonstrationen und Ausschreitungen gegeben hatte und dass für Samstag ein neuer Aufruf zur Versammlung ergangen war. Dasselbe Medium berichtete, die Menge habe offenbar überwiegend aus antifaschistischen Demonstranten und nicht aus Schülern französischsprachiger Schulen bestanden.
Aktueller Stand
Nach den jüngsten Berichten waren die Demonstrationen in Brüssel und Lüttich noch im Gange. Die Polizei blieb in der Umgebung präsent und beobachtete das Geschehen aus der Ferne, so De Standaard. Die Quellen stimmen in den Kernfakten überein: ein von Jugendlichen getragener Protest gegen Sparpolitik und Schulbedingungen und eine Polizeireaktion, die in Brüssel Tränengas und einen Wasserwerfer umfasste. Weitere Schritte wurden in dem verfügbaren Material nicht angekündigt.