
Patrick Bruel sieht sich zwei neuen Vergewaltigungs- und sexuellen Übergriffsvorwürfen gegenüber, Gesamtzahl steigt auf mindestens 31
Zwei Frauen haben am 16. und 23. Juli bei der Pariser Kriminalpolizei neue Anzeigen erstattet, eine wegen einer Vergewaltigung im Herbst 1994, die andere wegen eines sexuellen Übergriffs im Frühjahr 2005. Der Anwalt des Sängers erklärt, er 'bestreite die Vorwürfe entschieden'.
Gegen den französischen Sänger und Schauspieler Patrick Bruel wurden zwei neue Anzeigen erstattet, die eine wachsende Akte von Sexualstraftaten-Vorwürfen ergänzen, die nun laut BFMTV mindestens 31 Anzeigen umfasst. Die Anzeigen, eingereicht am 16. und 23. Juli beim ersten Bezirk der Pariser Kriminalpolizei, beinhalten einen Vorwurf der Vergewaltigung, die sich im Herbst 1994 ereignet haben soll, und einen weiteren des sexuellen Übergriffs im Frühjahr 2005. Die Anwältin der Klägerinnen, Iris Biehler, sagte gegenüber Mediapart, dass die mutmaßlichen Taten zwar verjährt zu sein scheinen, die Anzeigen jedoch dazu bestimmt seien, an die bereits mit dem Fall befassten Ermittlungsrichter weitergeleitet zu werden.
Die beiden neuen Vorwürfe
Die erste Anzeigenerstatterin, damals 19 Jahre alt, gibt an, der Sänger habe sie nach einem Konzert in ein Hotelzimmer in Toulouse eingeladen und dort zu sexuellen Handlungen gezwungen. Sie sagte den Ermittlern, sie habe jahrelang geschwiegen und beschrieb ein anhaltendes Trauma sowie einen Selbstmordversuch einige Monate nach dem mutmaßlichen Übergriff. Die zweite Anzeigenerstatterin, eine amerikanisch-schottische Schauspielerin, beschuldigt Bruel, sie während der Dreharbeiten zum Film Ô Jérusalem in Griechenland gewaltsam geküsst und trotz ihrer Ablehnung wiederholt Annäherungsversuche unternommen zu haben. Sie sagte, sie habe wegen des Machtungleichgewichts zwischen einem Star und einer jungen Schauspielerin geschwiegen.
Anwältin Iris Biehler sagte gegenüber Mediapart, dass diese Anzeigen 'Handlungen, die sich über viele Jahre wiederholten', veranschaulichen. Sie fügte hinzu, dass die Anzeigen zwar Taten betreffen, die verjährt zu sein scheinen, 'sie aber dennoch dazu bestimmt sind, an die bereits befassten Ermittlungsrichter weitergeleitet zu werden'.
Das bestehende Ermittlungsverfahren
Bruel, 67, wurde am 10. Juni nach 48-stündigem Polizeigewahrsam unter formelle Untersuchung gestellt. Ihm werden in vier Fällen Vorwürfe gemacht: eine mutmaßliche Vergewaltigung in Neuilly-sur-Seine im Jahr 2008, ein versuchter Vergewaltigung in Brüssel im Jahr 2010, ein Fall von sexuellem Übergriff und sexueller Belästigung in Perpignan im Jahr 2019 sowie ein Fall von sexueller Belästigung in Ajaccio auf Korsika, ebenfalls 2019. Die Staatsanwaltschaft Nanterre bestätigte diese Details im Juni dieses Jahres.
In vier weiteren Fällen hat Bruel den günstigeren Status eines assistierten Zeugen. Dabei geht es um eine mutmaßliche Vergewaltigung in Dinard im Jahr 2012, eine mutmaßliche Vergewaltigung in L'Isle-sur-la-Sorgue im Jahr 2015, mutmaßliche Vergewaltigungsversuche in Neuilly-sur-Seine in den Jahren 2010 und 2011 sowie einen mutmaßlichen Vorfall sexueller Belästigung auf dem Paléo-Festival in Nyon, Schweiz, im Jahr 2019.
Die Ermittlungsrichter prüfen zudem Aussagen von dreizehn weiteren Frauen zu mutmaßlichen Vergewaltigungen, Vergewaltigungsversuchen, sexuellen Übergriffen oder sexuellen Belästigungen zwischen 1992 und 2008 sowie sechs Anzeigen, die seit Mitte Juni eingegangen sind. Von den insgesamt 31 Anzeigen gelten 14 als verjährt, könnten aber von der französischen Justiz erneut geprüft werden.
Gerichtliche Überwachung
Bruel wurde unter gerichtliche Überwachung gestellt und entging der von der Staatsanwaltschaft beantragten Untersuchungshaft. Ihm ist es verboten, das französische Hoheitsgebiet zu verlassen, Kontakt zu den Opfern oder deren Familien aufzunehmen, ihre Wohnungen zu betreten oder Massagesalons zu frequentieren. Er muss zudem eine psychologische Betreuung nachweisen und hat eine Kaution in Höhe von 500.000 Euro hinterlegt.
Die Anzeige von Flavie Flament befindet sich noch im Übergabeprozess zwischen den Staatsanwaltschaften Paris und Nanterre, und in den kommenden Wochen könnten weitere Anzeigen eingehen, so Mediapart und BFM.
Bruels Reaktion
Über seine Anwälte 'bestreitet Bruel alle Vorwürfe entschieden' und betont, er habe 'niemals eine Zurückweisung übergangen'. Sein Rechtsteam hat angekündigt, dass er nicht mehr öffentlich auf jede neue Anzeige reagieren möchte und seine Erklärungen den Ermittlungsrichtern vorbehalten wird.
- Mutmaßliche Vergewaltigung einer 19-jährigen Frau in einem Hotelzimmer in Toulouse.
- Mutmaßlicher sexueller Übergriff auf eine amerikanisch-schottische Schauspielerin während der Dreharbeiten in Griechenland.
- Mutmaßliche Vergewaltigung in Neuilly-sur-Seine, Teil der formellen Untersuchung.
- Mutmaßlicher Vergewaltigungsversuch in Brüssel.
- Mutmaßlicher sexueller Übergriff/Belästigung in Perpignan und Ajaccio.
- Bruel nach 48-stündigem Gewahrsam unter formelle Untersuchung gestellt.
- Erste von zwei neuen Anzeigen bei der Pariser Kriminalpolizei eingereicht.
- Zweite neue Anzeige eingereicht.
- Mediapart enthüllt die beiden neuen Anzeigen; Gesamtzahl erreicht mindestens 31.
- Unter formeller Untersuchung
- 4 Fälle
- Assistierter Zeuge
- 4 Fälle
- Anzeigen gelten als verjährt
- 14 Fälle

