- September 2026Großbritannien stimmt der Luftbetankung saudi-arabischer Jets zu
- 10.10.Angriff auf den Flughafen von Riad fordert 13 oder 14 Tote und Hunderte Verletzte
- 20.10.Verteidigungsministerium kündigt die Verlegung von RAF-Typhoons nach Saudi-Arabien an
Die britische Ankündigung
Das britische Verteidigungsministerium erklärte am Dienstag, 20. Oktober, dass Kampfflugzeuge vom Typ Typhoon der Royal Air Force nach Saudi-Arabien verlegt werden, um dort defensive Luftverteidigungsmissionen zu fliegen. Die Jets sollen helfen, saudi-arabische Städte und kritische nationale Infrastruktur vor Angriffen aus der Luft zu schützen. Das Ministerium betonte, die Typhoons würden nicht an offensiven Schlägen gegen die Houthis teilnehmen, jene vom Iran unterstützte Miliz, die gegen die von Saudi-Arabien gestützte Regierung des Jemen kämpft. Verteidigungsminister Wes Streeting verurteilte die Angriffe in einer Erklärung.
„Die fortgesetzten Angriffe der Houthis auf unseren Verbündeten Saudi-Arabien sind absolut verabscheuungswürdig.“
Unterstützung über die Jets hinaus
Streeting sagte, die Typhoons würden eingesetzt, um den saudi-arabischen Luftraum vor Drohnen und Raketen zu schützen. Großbritannien werde zudem ein Transportflugzeug vom Typ Atlas A400M entsenden, das die Ausrüstung transportiert, sowie Militärberater, wobei die Zahl der Berater nicht genannt wurde. Im September hatte das Vereinigte Königreich einer saudi-arabischen Anfrage zur Luftbetankung der Jets des Königreichs zugestimmt, und Streeting erklärte, diese Mission werde weitere 90 Tage laufen. Streeting stellte die neue Verlegung als Fortsetzung der bestehenden britischen Unterstützung dar und sagte:
„Dies baut auf der Ausrüstung und dem Personal auf, die wir bereits im Land haben, um Angriffe aus der Luft durch die Houthis abzuwehren.“
Die Artikel nennen weder die Zahl der entsandten Kampfflugzeuge noch die geplante Dauer der Typhoon-Mission.
Eskalierende Houthi-Angriffe
Die Houthis feuern seit den vergangenen Wochen ballistische Raketen auf Saudi-Arabien ab, und POLITICO berichtete, dass Anfang des Monats drei Flughäfen getroffen wurden. Ein Angriff auf den Flughafen von Riad am 10. Oktober tötete je nach Bericht 13 oder 14 Menschen und verletzte Hunderte weitere. RTP zufolge wurde der Flughafen nach diesem Angriff geschlossen; der Sender bezeichnete die Zahl der Toten als die höchste auf saudi-arabischem Boden seit mehr als zehn Jahren. Der Tagesspiegel berichtete, die Houthis hätten zudem die Ost-West-Pipeline getroffen und die jemenitische Küste nahe der Meerenge Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle gebracht, von wo aus sie die saudi-arabische Schifffahrt bedrohen. Am Montag wurden nach Angaben von Behörden, die die Zeitung zitiert, 58 Menschen bei einem Houthi-Angriff auf ein Ausbildungslager im Jemen getötet.
Politischer und militärischer Kontext
Premierminister Andy Burnham ist seit Juli in der Downing Street, und POLITICO berichtet, er habe Saudi-Arabien seither mehr Unterstützung angeboten. Saudi-Arabien führt eine Militärkoalition an, die seit mehreren Jahren gegen die Houthis kämpft. Der Tagesspiegel merkt an, dass saudi-arabische Luftangriffe im Jemen nach Darstellung der Houthis häufig Zivilisten getötet haben. Das Verteidigungsministerium verknüpfte den Golfkonflikt mit der Lage im eigenen Land und verwies auf gestörte Energieversorgung und die daraus folgende gestiegene Lebenshaltungskosten in Großbritannien.