
Ukrainische Drohnenangriffe treffen zwei russische Raffinerien, Brennstoffkrise auf der Krim – Putin räumt Auswirkungen ein
Ukrainische Langstreckendrohnen haben zwei tief im russischen Hinterland gelegene Ölraffinerien getroffen und damit Brennstoffmangel und einen Notstand auf der besetzten Krim ausgelöst. Präsident Wladimir Putin räumte erstmals die Auswirkungen ein.
Angriffe auf Raffinerien
Ukrainische Streitkräfte haben in der Nacht zum 28. Juni zwei russische Ölraffinerien getroffen, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte. Getroffen wurden die Raffinerie Slawjansk in der Region Krasnodar, etwa 300 Kilometer von der Frontlinie entfernt, sowie eine Anlage in der Region Jaroslawl, rund 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Selenskyj bezeichnete die Operation als „Langstreckensanktionen“ und sagte, sie sei am Tag der ukrainischen Verfassung durchgeführt worden.
Unsere Kämpfer begannen den Tag der ukrainischen Verfassung mit großer Präzision. Letzte Nacht trafen unsere Langstreckensanktionen zwei Ölraffinerien in Russland.
Opfer und Schäden
In Krasnodar meldete der Regionalgouverneur Weniamin Kondratjew einen Toten und einen Verletzten, nachdem Trümmerteile abgefangener Drohnen auf die Stadt Slawjansk am Kuban gefallen waren. Mehrere Häuser wurden beschädigt, eine Hochspannungsleitung wurde in Mitleidenschaft gezogen. Auf dem Gelände der Raffinerie brach ein Feuer aus. Die russische Luftabwehr gab an, einen massiven Drohnenangriff abgewehrt zu haben, doch herabstürzende Trümmer verursachten die Opfer und Zerstörungen.
Brennstoffkrise und Notstand auf der Krim
Monatelange ukrainische Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur hatten die Treibstoffversorgung bereits belastet. Die jüngsten Angriffe verschärften die Knappheit, wobei lokale Behörden kilometerlange Schlangen an Tankstellen in ganz Russland meldeten. Auf der 2014 von Russland annektierten Krim wurde bereits zu Beginn der Woche der Notstand ausgerufen, um die wachsende Brennstoffkrise zu bewältigen. Putin erklärte, die Halbinsel benötige 70.000 Tonnen Treibstoff pro Monat und verfüge derzeit nur über Reserven für wenige Tage.
Was die Treibstoffversorgung der Krim betrifft … ihr monatlicher Bedarf liegt bei 70.000 Tonnen. Derzeit hat die Krim Reserven für ein paar Tage, aber ihr Bedarf wird gedeckt werden.
Putins Reaktion
Auf einem Parteitag von Einiges Russland, der vor den für den 18.–20. September angesetzten Parlamentswahlen stattfand, räumte Putin öffentlich ein, dass die ukrainische Drohnenkampagne Schwierigkeiten verursacht. Er versprach, die Sicherheit der russischen Bürger und die Unantastbarkeit der Landesgrenzen zu gewährleisten, und sagte, die Wahlen würden vor äußeren Manipulationen geschützt.
Wir haben genug Kräfte und Mittel, genug politischen Willen. Daran sollte niemand einen Zweifel haben. Ja, wir sehen die Probleme, wir erkennen sie an und wir reagieren. Aber wir werden ganz sicher die Sicherheit des Landes und unserer Bürger, die Unantastbarkeit unserer Grenzen für eine lange historische Perspektive gewährleisten.
- Ukrainische Drohnen greifen in der Nacht die Raffinerien Slawjansk und Jaroslawl an.
- Präsident Selenskyj bestätigt die Angriffe auf Telegram und bezeichnet sie als „Langstreckensanktionen“.
- Präsident Putin spricht auf dem Parteitag von Einiges Russland, räumt Schwierigkeiten ein und verspricht Treibstofflieferungen an die Krim.
- Es werden Berichte über kilometerlange Schlangen an russischen Tankstellen laut.
Politischer Kontext
Die Angriffe sind Teil einer anhaltenden ukrainischen Kampagne gegen russische Raffinerien, Exporthäfen und Logistikrouten. Selenskyj hat sie als Vergeltung für russische Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur dargestellt. Der Kreml hatte die Auswirkungen zuvor heruntergespielt, doch Putins Äußerungen vom 28. Juni markierten einen Stimmungswandel: Er räumte die Belastung für den russischen Ölsektor ein und die Notwendigkeit, die Bevölkerung vor der Septemberwahl zu beruhigen.


