
Ex-CIA-Chef John Brennan verklagt Trump-Regierung, um Aufbewahrung von Ermittlungsunterlagen zu erzwingen
Der frühere CIA-Direktor reichte eine Bundesklage ein und fordert eine einstweilige Verfügung zur Sicherung von Unterlagen aus Ermittlungen, die er als „Phantom-Straftaten“ bezeichnet – ein möglicher Präventivschlag gegen eine mutmaßlich rachsüchtige Strafverfolgung.
Die Klage
Der frühere CIA-Direktor John Brennan verklagte am Mittwoch die Trump-Regierung vor dem Bundesgericht in Washington und beantragte eine richterliche Anordnung, alle Aufzeichnungen und Kommunikationen im Zusammenhang mit zwei gegen ihn gerichteten strafrechtlichen Ermittlungen zu sichern. Die 46-seitige Klageschrift nennt Präsident Donald Trump, den amtierenden US-Justizminister Todd Blanche, FBI-Direktor Kash Patel sowie namentlich nicht genannte Staatsanwälte in Florida als Beklagte.
Brennans Anwaltsteam argumentiert, die Unterlagen seien unerlässlich, um im Falle einer Anklageerhebung eine Verteidigung wegen willkürlicher und selektiver Strafverfolgung aufzubauen. Sie verweisen auf mehr als 100 öffentliche Äußerungen Trumps seit 2017, in denen er Brennan scharf kritisierte, sowie auf die Anweisungen des Präsidenten an das Justizministerium, Fälle „ohne Rücksicht auf faktische oder rechtliche Rechtfertigung“ zu verfolgen.
Angesichts der fragwürdigen jüngeren Geschichte der Regierung in Bezug auf ihre Aufbewahrungspflichten und andere rechtliche Verpflichtungen hat Direktor Brennan jedoch die begründete Sorge, dass diese Aufzeichnungen und Kommunikationen nicht aufbewahrt werden, bis das Gericht sie auf Anzeichen einer verfassungswidrigen Willkür prüfen kann.
Die Ermittlungen
Zwei getrennte Untersuchungen sind im Gange. Die in Washington ansässige Untersuchung prüft, ob Brennan im Januar 2017 vor dem Kongress eine Falschaussage über einen Geheimdienstbericht gemacht hat, der zu dem Schluss kam, dass Russland versucht habe, Trump zum Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2016 zu verhelfen. Die Untersuchung in Florida ist breiter angelegt und untersucht, ob ehemalige Strafverfolgungs- und Geheimdienstmitarbeiter sich verschworen haben, Trump zu untergraben – unter anderem während der Russland-Interferenz-Untersuchung und späterer Ermittlungen zu Trumps Versuchen, die Wahl 2020 zu kippen, sowie seinem Umgang mit Geheimdokumenten.
In keinem der beiden Fälle wurde bisher Anklage erhoben. Die New York Times berichtete, dass die Ermittlungen seit Ende 2025 offen von hochrangigen Beamten des Justizministeriums und ihren Medienverbündeten diskutiert worden seien.
Brennans Verteidigungsstrategie
Die Klage ist ein taktischer Schachzug im Frühstadium. Brennans Anwälte wollen, dass ein Richter die Motive von Beamten des Justizministeriums unter die Lupe nimmt, um festzustellen, ob es sich bei den Ermittlungen um Vergeltungsmaßnahmen handelt. Eine mit Brennan vertraute Quelle sagte gegenüber Axios, der frühere CIA-Chef werde jede Anklage als Produkt einer rachsüchtigen Strafverfolgung „vehement anfechten“.
Seit Präsident Trump erstmals in die Politik eingestiegen ist, hat er Direktor Brennan immer wieder für Kritik herausgegriffen, und wir glauben, dass diese Ermittlungen der jüngste Versuch sind, sich an ihm für sein rechtmäßiges Handeln als CIA-Direktor und seine verfassungsrechtlich geschützten Äußerungen zu rächen.
Reaktion der Regierung
Das Justizministerium wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher erklärte: „Auch wenn wir uns zur Existenz oder Nichtexistenz einer Ermittlung nicht äußern können, ist es schon reichlich ironisch, dass John Brennan jemanden eine ‚Vergeltungskampagne‘ vorwirft.“ Das Ministerium hat Vorwürfe der Instrumentalisierung stets bestritten.
Ein breiteres Muster
Die Klage spiegelt eine Eskalation des gegenseitigen Schlagabtauschs zwischen Trumps Nutzung der Gerichte gegen Gegner und den zunehmend präventiven rechtlichen Herausforderungen durch Verteidiger wider. Brennan, der die CIA unter Präsident Obama leitete und ein scharfer Trump-Kritiker ist, ist der jüngste frühere Regierungsbeamte, der vor einer etwaigen Anklageerhebung richterlichen Schutz sucht.


