Wahlen · Brasília und São Paulo
Stichwahl in Brasilien am 25. Oktober: Meta-Werbestreit und gefälschte KI-Influencerin befeuern das Duell Lula gegen Flávio Bolsonaro
Brasiliens Präsidentschaftsstichwahl am Sonntag, 25. Oktober, wird weitgehend online ausgetragen: Der Umgang von Meta mit Wahlkampfanzeigen und eine KI-generierte Anhängerin sorgen für Beschwerden aus beiden Lagern.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Jornal Expresso, eldiario.es, PÚBLICO und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Kurz gefasst
Lula da Silva und Flávio Bolsonaro treffen in der Stichwahl aufeinander, nachdem Flávio Bolsonaro den ersten Wahlgang am 4. Oktober mit 47,03 % gegen 45,15 % für Lula da Silva gewonnen hat.
Meta blockierte den Wahlkampf am 9. und 10. Oktober rund 24 Stunden lang daran, für die Bewerbung seiner Instagram-Beiträge zu zahlen; der Wahlkampf schätzt, dass rund 1,3 Millionen Menschen die Anzeigen nicht sahen.
Am Donnerstag, 22. Oktober, schrieben Bernie Sanders und Kongressmitglieder, darunter Delia Ramírez, an Mark Zuckerberg wegen Bedenken hinsichtlich einer Einmischung in die brasilianische Wahl.
Der Avatar, der sich als 22-jährige Anhängerin von Flávio Bolsonaro ausgab, war KI-generiert; die jüngste Quaest-Umfrage gibt Lula da Silva 44 % der Wählerinnen, gegenüber 37 % für Bolsonaro.
- 9.10.Meta blockiert rund 24 Stunden lang, bis zum 10. Oktober, die bezahlte Bewerbung der Instagram-Beiträge des Wahlkampfs
- 22.10.Sanders und demokratische Abgeordnete schreiben an Mark Zuckerberg
- 25.10.Stichwahl
Ein knappes Rennen vor dem Sonntag
Brasiliens Präsidentschaftsstichwahl zwischen Lula da Silva und Flávio Bolsonaro findet am Sonntag, 25. Oktober, statt, drei Wochen nach dem ersten Wahlgang vom 4. Oktober. Flávio Bolsonaro ging aus dieser Runde mit 47,03 % der Stimmen als Erster hervor, vor Lula da Silva mit 45,15 %. Die von den Quellen zitierten Umfragen beschreiben ein technisches Unentschieden zwischen den beiden Kandidaten. Expresso berichtet, mehrere rechte Persönlichkeiten erklärten ihre Stimme für Lula da Silva und kritisierten zugleich dessen Regierung, und das Ergebnis könne von stillen Wählern abhängen. Der weitere Wahlkalender umfasst auch die Abstimmung in Israel am 27. Oktober, die US-Zwischenwahlen am 3. November und die Wahl in Spanien am 29. November.
- Flávio Bolsonaro
- 47.03 %
- Lula da Silva
- 45.15 %
Daten aus dem Artikeltext
Meta und das Werbekonto des Wahlkampfs
Der Wahlkampf von Lula da Silva erklärt, Meta habe sein Werbekonto am 23. September deaktiviert, elf Tage vor dem ersten Wahlgang, und sich dabei nur auf die vage Behauptung berufen, „einige Aktivitäten“ hätten gegen die Regeln der Plattform verstoßen. Das Konto wurde später wiederhergestellt. Zwischen dem 9. und 10. Oktober blockierte Meta den Wahlkampf zudem rund 24 Stunden lang daran, für die Bewerbung von Beiträgen auf seinem Instagram-Konto zu zahlen. Unter Berufung auf eine Schätzung des Wahlkampfs heißt es in den Quellen, rund 1,3 Millionen Menschen hätten diese Anzeigen nicht gesehen. Die Folha de São Paulo berichtete über interne Meta-Kommunikation, die nahelegt, dass das Unternehmen von den Einschränkungen wusste und dass Mitarbeiter von algorithmischen Empfehlungen wussten, die das Profil von Flávio Bolsonaro und einen mit seinem Wahlkampf verbundenen WhatsApp-Kanal bewarben – eine Praxis, die das Oberste Wahlgericht Brasiliens (TSE) verbietet. Meta hat laut Diário de Notícias „wiederkehrende Fehler“ eingeräumt, während die Arbeiterpartei eine angebliche Voreingenommenheit Metas zugunsten von Flávio Bolsonaro bei der Wahljustiz angezeigt hat.
Demokraten schreiben an Zuckerberg
Am Donnerstag, 22. Oktober, schickten Bernie Sanders und mehrere demokratische Kongressmitglieder, darunter Delia Ramírez, Pramila Jayapal, Rashida Tlaib und Jesús G. „Chuy“ García, einen Brief an Meta-Chef Mark Zuckerberg und verlangten Erklärungen zur Einmischung der Plattform in die brasilianische Wahl. Die Abgeordneten argumentieren, das Problem beschränke sich nicht auf Brasilien, und verweisen auf die Sperrung des Kontos „No Kings“ Mitte Oktober. Sie schrieben im Endspurt vor den US-Zwischenwahlen am 3. November. Der Brief wurde eine Woche vor dieser Abstimmung veröffentlicht, während die brasilianische Stichwahl für den 25. Oktober angesetzt ist.
Eine erfundene Anhängerin
La Razón berichtet, dass „Julia Cortez“, eine blonde Frau, die als 22-jährige Anhängerin von Flávio Bolsonaro präsentiert wird, nicht existiert und ein KI-generierter Avatar ist. Der Influencer Guga Figueiredo enttarnte das Konto, dessen Videos in den letzten Wochen des Wahlkampfs weite Verbreitung gefunden hatten. Dem Blatt zufolge sollte der Avatar weibliche Unterstützung für den Kandidaten simulieren, da die jüngste Quaest-Umfrage Lula da Silva 44 % Zustimmung bei den Wählerinnen bescheinigt, gegenüber 37 % für Bolsonaro. Er sollte zudem junge Wähler anziehen und Follower auf ein bezahltes pornografisches Konto bei Telegram leiten. Meta sperrte das Instagram-Konto des Avatars, nachdem die Täuschung ans Licht gekommen war, doch seine Videos kursieren weiter. Eine Verbindung zum Wahlkampf von Flávio Bolsonaro wurde nicht belegt, und wer hinter dem Avatar steckt, ist nicht bestätigt.
- Lula da Silva
- 44 %
- Flávio Bolsonaro
- 37 %
Daten aus dem Artikeltext
Der digitale Krieg im Endspurt
Diário de Notícias beschreibt einen Wahlkampf, der überwiegend in den sozialen Medien ausgetragen wird, wo die Linke einen Vorsprung der Rechten im Netz verkleinern wollte. Der Wahlkampf von Lula da Silva setzte auf kurze Videos und direkte Sprache, und der Kandidat versprach bei einer Kundgebung:
„Ich werde der Selfie-König.“
Der Lula-nahe Abgeordnete André Janones gründete die Gruppe Armee Lulas auf WhatsApp, und der Bolsonaro-nahe Abgeordnete Nikolas Ferreira antwortete mit einer Gruppe namens Flávios Truppe. Flávio Bolsonaro gewann zudem die Unterstützung der meisten rechten Parteien, die sich zuvor neutral verhalten hatten, sowie einiger führender Kandidaten, die am 4. Oktober unterlagen. In einer Debatte erklärte Lula da Silva, er sei bereit, sein Bankgeheimnis und das seiner Familie aufzuheben, und forderte den Senator auf, es ihm gleichzutun. Die Stichwahl findet am Sonntag, 25. Oktober, statt.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Jornal ExpressoNur die Angst vor Flávio gibt Lula AuftriebSó o medo de Flávio dá alento a Lula · Original auf Portugiesisch
- Jornal Expresso35 Tage, um auf die Welt zu blicken35 dias para olhar o mundo · Original auf Portugiesisch
- eldiario.esBernie Sanders und demokratische Kongressabgeordnete fordern in einem Brief an Zuckerberg Erklärungen für Metas Einmischung in die brasilianischen WahlenBernie Sanders y congresistas demócratas piden explicaciones por carta a Zuckerberg por las injerencias de Meta en las elecciones brasileñas · Original auf Spanisch
- PÚBLICOLula und Bolsonaro stehen sich in den sozialen Medien angesichts kontroverser Gerichtsentscheidungen gegenüberLula e Bolsonaro defrontam-se nas redes sociais perante decisões controversas da justiça · Original auf Portugiesisch
- Lula da Silva
- Brasilianischer Präsidentschaftskandidat, der bei der Stichwahl am 25. Oktober die Wiederwahl anstrebt
- Flávio Bolsonaro
- Senator und brasilianischer Präsidentschaftskandidat bei der Stichwahl am 25. Oktober
- Mark Zuckerberg
- Meta-Chef, der einen Brief demokratischer Abgeordneter erhielt
- Bernie Sanders
- US-Senator aus Vermont, der den Brief an den Meta-Chef anführte
- André Janones
- Lula-naher Abgeordneter, der die Gruppe Armee Lulas auf WhatsApp gründete
- Nikolas Ferreira
- Bolsonaro-naher Abgeordneter, der mit der Gruppe Flávios Truppe antwortete
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen