
Stromausfall in Reutlingen: Brandstiftung nach Brand in Umspannwerk vermutet, Krankenhäuser mit Notstrom
Ein Brand in einem Umspannwerk in Reutlingen (Baden-Württemberg) hat am frühen Montagmorgen rund 20.000 Kunden von der Stromversorgung abgeschnitten. Der Netzbetreiber geht aufgrund von drei separaten Brandherden und einem beschädigten Zaun von Brandstiftung aus.
Was geschah
Gegen 1:45 Uhr am Montag brach im Umspannwerk Reutlingen-West ein Feuer aus, das zu einem großflächigen Stromausfall in der Stadt Reutlingen und den Nachbargemeinden führte. Der Netzbetreiber Netze BW meldete drei separate Brandherde sowie Schäden am Zaun und am Gelände vor der Anlage. Ein Sprecher des Landeskriminalamts Baden-Württemberg (LKA) erklärte, die Ermittler gingen allen Hinweisen nach, und LKA-Brandermittler seien hinzugezogen worden – ein Standardverfahren, so der Sprecher, bei Vorfällen ab einer bestimmten Größenordnung.
Es wurden drei Brandherde gefunden, und der Zaun sowie das Gelände vor der Anlage wurden beschädigt.
Auswirkungen vor Ort
Rund 20.000 Kunden der Fairnetz GmbH, dem regionalen Strom- und Gasnetzbetreiber, waren zunächst betroffen. Fünfeinhalb Stunden nach Beginn des Ausfalls war etwa die Hälfte wieder versorgt. Die Feuerwehr warnte gegen 3 Uhr, dass der Blackout „noch länger andauern werde“. Telefon- und Internetdienste funktionieren nur eingeschränkt, und Ampeln könnten ausfallen – die Polizei regelt den Verkehr an Kreuzungen, bis die Stromversorgung zurückkehrt. Zu den betroffenen Gebieten gehören die Reutlinger Innenstadt, der Stadtteil Oststadt, Betzingen, Ohmenhausen sowie die Nachbargemeinden Wannweil und Kirchentellinsfurt.
Krankenhäuser und kritische Infrastruktur
Kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser und Altenheime waren von dem Ausfall betroffen. Ein Sprecher der Kreiskliniken Reutlingen sagte, das Krankenhaus am Steinenberg sei bis etwa 6 Uhr mit einem Notstromaggregat versorgt worden, danach sei die Netzspannung wiederhergestellt gewesen. Dennoch arbeitet das Krankenhaus mit Einschränkungen: Alle planbaren Operationen wurden vorsorglich bis Montagmittag verschoben.
Wir fahren auf Sicht. Vorsorglich haben wir alle planbaren Operationen bis heute Mittag verschoben.
Ermittlungen und Schaden
Die Polizei ermittelt in alle Richtungen, LKA-Brandexperten sind eingebunden. Nach dpa-Informationen beläuft sich der Schaden auf mehrere Millionen Euro. Netze BW leistet der Fairnetz bei der Wiederherstellung der Stromversorgung Amtshilfe; die beiden Unternehmen teilen sich das Umspannwerk.
Weiterer Kontext
Der Vorfall erinnert an einen mutmaßlichen Brandanschlag linksextremer Kreise auf die Stromversorgung eines Berliner Technologieparks am 9. September 2025, der vorübergehend den Strom für rund 50.000 Haushalte und etwa 2.000 Unternehmen unterbrach. Ein weiterer Angriff auf Hochspannungskabel in Berlin folgte am 3. Januar und verursachte einen noch längeren Ausfall.
- Brand bricht im Umspannwerk Reutlingen-West aus
- Großflächiger Stromausfall beginnt in Reutlingen und den Nachbargemeinden
- Feuerwehr warnt vor länger andauerndem Ausfall
- Kreiskliniken am Steinenberg wechseln vom Notstromaggregat zurück ins Netz
- Etwa die Hälfte der 20.000 betroffenen Kunden hat wieder Strom


