
Andalusische Behörden sagen, ES-Alert hätte 'mehr Schaden angerichtet', nachdem mindestens 12 bei Waldbrand in Los Gallardos sterben
Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente beschuldigte die andalusische PP-Regierung der Inkompetenz, nachdem der Waldbrand mindestens 12 Menschen getötet und 23 vermisst hinterlassen hatte; regionale Beamte konterten, dass technische Kriterien gegen eine Massenwarnung sprachen.
Feuer und Opfer
Der Waldbrand begann am Donnerstag an einem Straßengraben bei Los Gallardos, Almería, und wurde durch starke Winde angefacht, wobei bis Samstag etwa 6.600 Hektar verbrannten. Mindestens 12 Menschen wurden nach Angaben der Regionalregierung bestätigt tot, 23 werden noch vermisst. Viele Opfer waren ausländische Touristen, hauptsächlich Briten und Belgier, die auf schmalen Straßen eingeschlossen wurden, als sie mit ihren Autos zu fliehen versuchten. Der Einsatzleiter beschrieb das Gebiet als 'Ratonera' (Mausefalle) mit Sackgassen.
Sie sind wahrscheinlich in eine Sackgasse gefahren, einen Ort ohne Ausweg.
Warum der ES-Alert nicht aktiviert wurde
Regionalpräsident Juanma Moreno und Einsatzleiter Antonio Sanz verteidigten die Entscheidung, das landesweite Massenwarnsystem ES-Alert nicht zu aktivieren. Sie argumentierten, dass das System eine einzige Nachricht an alle mit einem Mobilfunkmast verbundenen Telefone sendet, ohne zwischen Gebieten zu unterscheiden, die eine Evakuierung benötigten, und solchen, die eine Abschottung erforderten. In den kleinen und verstreuten Siedlungen um Los Gallardos hätte das Senden einer Warnung Verwirrung gestiftet und möglicherweise mehr Todesfälle verursacht, sagten sie.
Es gab Fälle, in denen die Menschen in ihren Häusern eingeschlossen werden mussten, und andere, in denen sie gehen mussten, und selbst die Evakuierungswege waren nicht dieselben. Eine einzige Nachricht zu senden, wäre verwirrend gewesen.
Sanz fügte hinzu, dass drei Mobilfunkbasisstationen durch das Feuer zerstört wurden, was die Reichweite der Warnung weiter einschränkte. Das technische Komitee des Zivilschutzes empfahl Tür-zu-Tür-Warnungen, die von der örtlichen Polizei, der Guardia Civil und dem Personal des Rathauses durchgeführt wurden.
Politischer Konflikt zwischen Madrid und Andalusien
Die Kontroverse eskalierte, als Verkehrsminister Óscar Puente, ein Sozialist, auf X einen Angriff auf die konservative andalusische Regierung der Volkspartei (PP) postete. Er reagierte auf PP-Generalsekretär Miguel Tellado, der der Zentralregierung unzureichende Ressourcen vorgeworfen hatte. Puente schrieb, die Regionalregierung sei 'nicht einmal in der Lage, den ES-Alert zu senden' und nannte Tellado einen 'Sinvergüenza'. Auch die Sprecherin der Sozialistischen Partei, Montse Mínguez, meldete sich zu Wort und fragte, warum die Warnung nicht erneut aktiviert wurde.
Dieser schamlose Typ gibt der spanischen Regierung die Schuld für den Waldbrand in Almería und seine Folgen? Wenn sie die Löschmittel kürzen, die in ihrer Verantwortung liegen, und sie sind NICHT WIEDER in der Lage, den esalert zu senden!
Antonio Sanz konterte und sagte, der Minister 'habe keine Ahnung, wie ES-Alert funktioniert', und die Entscheidung sei rein technisch, nicht politisch gewesen. Er bestand darauf, dass die Warnung 'noch mehr Schaden angerichtet hätte'.
Evakuierungsbemühungen und Verhalten der Opfer
Tür-zu-Tür-Warnungen erreichten die Bewohner, aber viele der Verstorbenen ignorierten die Anweisungen und versuchten, mit dem Auto auf falschen Straßen zu fliehen. Sanz bestätigte, dass 'sie die Warnungen nicht beachteten' und in gefährliche Gebiete fuhren. Der Regionalpräsident betonte, dass die örtlichen Behörden 'eine vorherige Arbeit' der persönlichen Benachrichtigung geleistet hätten, die er für dieses Gelände als effektiver ansah.
Ursache und Folgen
Das Feuer könnte nach ersten Hypothesen von einem umgestürzten Strommast ausgegangen sein. Moreno sagte, die Verantwortung für die Wartung des Mastes werde untersucht. Der nationale Netzbetreiber Red Eléctrica bestritt jedoch, dass die betroffene Hochspannungsleitung ihm gehöre. Die Ermittlungen dauern an. In der Zwischenzeit hat das Feuer eine politische Debatte über die Notfallkoordination zwischen der spanischen Zentralregierung und den Regionalregierungen neu entfacht.
- Waldbrand entzündet sich in Los Gallardos, Almería, an einem Straßengraben.
- Zivilschutz entscheidet sich gegen Aktivierung des ES-Alerts, entscheidet sich für Tür-zu-Tür-Warnungen.
- Verkehrsminister Óscar Puente kritisiert andalusische Regierung auf X für Nichtversendung der Warnung.
- Regionalpräsident Juanma Moreno verteidigt Entscheidung im Kommandoposten Turre.
- Minister Antonio Sanz sagt, ES-Alert hätte 'mehr Schaden angerichtet' in der Briefing am Samstag.

