
Waldbrand auf der kroatischen Insel Brač verbrennt 3.500 Hektar und erzwingt 230 Evakuierungen
Einsatzkräfte evakuierten in der Nacht auf Sonntag 230 Anwohner und Touristen von der Westküste Bračs, nachdem ein Waldbrand 3.500 Hektar Wald erfasst hatte und bis an Wohngebiete nahe Milna herangerückt war.
Nächtliche Evakuierungen bei Milna
Die Behörden ordneten kurz vor Mitternacht am Samstag dringende Evakuierungen an, als Flammen, angetrieben von starken Bura-Winden, sich Wohngebäuden in der westlichen Gemeinde Milna näherten. Etwa 230 Anwohner und Touristen wurden aus Küstensiedlungen und nahegelegenen Buchten evakuiert, darunter Osibova und Baterija. Die Evakuierungsmaßnahmen stützten sich auf Schiffe der Wasserschutzpolizei, Hafenmeisterboote und private Wasserfahrzeuge, um Personen von bedrohten Küstenabschnitten wegzubringen. Die Rettungsdienste brachten die Evakuierten in örtlichen Hotels und Aufnahmezentren unter. Die Netzbetreiber schalteten das örtliche Umspannwerk in Milna während der Nacht ab, als die Feuerfront vorrückte. Mehrere Personen wurden wegen Rauchvergiftung behandelt, und zwei Personen wurden mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus nach Split gebracht.
- Feuer bricht zwischen Ložišća und Grabovica aus, Blitzschlag als Ursache vermutet
- Feuerwehrverstärkung trifft per Fähre aus Split, Dubrovnik und Šibenik auf Brač ein
- Notfallwarnungen an die Einwohner von Milna gesendet und 230 Menschen per Boot evakuiert
- Vier Canadair CL-415-Löschflugzeuge werden eingesetzt, da der Wind nachlässt
Einsatz und Eindämmungsmaßnahmen
Mehr als 220 Feuerwehrleute und 69 Einsatzfahrzeuge waren über Nacht auf der Insel im Einsatz, um Wohnsiedlungen zu schützen. Die regionalen Rettungsdienste schickten am Samstagabend Verstärkung per Fähre und setzten zusätzliche Kräfte aus Split, Dubrovnik und Šibenik ein. Die Brandbekämpfungsbedingungen verbesserten sich am Sonntagmorgen, als die Windgeschwindigkeiten in Dalmatien abnahmen, sodass vier Löschflugzeuge vom Typ Canadair CL-415 bei Tagesanbruch mit Abwürfen beginnen konnten. Der nationale Feuerwehrkommandant Slavko Tucaković erläuterte die nächtlichen Einsätze und Bemühungen zum Schutz von Eigentum in einer offiziellen Stellungnahme.
Feuerwehrleute haben eine große Anzahl von Wohngebäuden gerettet und zur Sicherheit von Touristen und Anwohnern beigetragen. An Fassaden und Markisen wurden leichte Schäden verzeichnet. Zwei Personen wurden leicht verletzt.
- Feuerwehrleute
- 220
- Einsatzfahrzeuge
- 69
- Canadair-Flugzeuge
- 4
Verbrannte Fläche und Gebäudeschäden
Der Brand verbrannte etwa 3.500 Hektar Kiefernwald, Macchie und Grasland, konzentriert auf die Buchten von Ložišća, Bobovišća und Milna. Der Geografieprofessor Jurica Gašpar schätzte, dass die verbrannte Zone 10 % von Brač ausmacht, das mit 395 Quadratkilometern (39.500 Hektar) die größte Insel Dalmatiens ist. Während die Feuerwehrleute verhinderten, dass die Flammen ganze Wohnzentren zerstörten, erlitten mehrere Gebäude Außenschäden, und einige Häuser wurden beschädigt oder brannten nieder. Die Bodeneinsätze waren durch schwieriges Gelände und wiederkehrende Glutnester erschwert. Die Behörden verhängten ein striktes Feuerverbot auf der gesamten Insel und wiesen Besucher an, den Bereich der Brandzone zu meiden.
Brandentstehung und saisonaler Wetterkontext
Der Brand entstand am Donnerstag, den 10. September, kurz nach 22:00 Uhr im Gebiet zwischen Ložišća und Grabovica, wobei die Behörden einen Blitzschlag als Ursache vermuten. Das Feuer breitete sich aufgrund extremer Sommertemperaturen und anhaltender Trockenheit in ganz Kroatien schnell über trockenes Gestrüpp aus. Die Brandbekämpfungsbeamten bestätigten am Sonntagmorgen, dass der Brand noch aktiv war, aber die nachlassende Windgeschwindigkeit ermöglichte es den Bodentruppen, Prioritätsperimeter zu sichern.
Nach einer äußerst schwierigen Nacht hat sich die Lage heute Morgen deutlich verbessert.


