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Wirtschaft·vor 3 Std.

Banco BPM schlägt Fusion mit Monte dei Paschi vor – Intesa und BPER planen Gegenangebot

Die Banco BPM hat Monte dei Paschi formell zu Fusionsgesprächen eingeladen, um die zweitgrößte Bank Italiens zu schaffen. Kurz darauf begannen Intesa Sanpaolo und BPER Berichten zufolge mit der Arbeit an einem gemeinsamen Gegenangebot, das die Finanzlandschaft des Landes neu gestalten könnte.

Der Vorschlag der Banco BPM

Am Sonntag stimmte der Vorstand der Banco BPM einstimmig einem Vorschlag zu, Fusionsgespräche mit der Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) aufzunehmen. Der als Fusion unter Gleichen strukturierte Deal zielt darauf ab, die zweitgrößte Bankengruppe Italiens zu schaffen. In einer Erklärung erklärte die Banco BPM, die Kombination basiere auf „einer klaren strategischen Logik“ mit potenziellen Synergien von über 1,1 Milliarden Euro vor Steuern, bestehend aus über 650 Millionen Euro Kosteneinsparungen und mehr als 450 Millionen Euro Umsatzsteigerungen. Die Bank schätzt, dass das fusionierte Unternehmen einen Nettogewinn von rund 6 Milliarden Euro und eine Wertschöpfung von mindestens 5,5 Milliarden Euro nach Abzug der Integrationskosten erwirtschaften würde, die auf etwa 1,1 Milliarden Euro vor Steuern geschätzt werden. Die kombinierte Marktkapitalisierung würde 50 Milliarden Euro übersteigen und die Position an den Kapitalmärkten stärken.

Die Aggregation würde im typischen Format einer sogenannten Fusion unter Gleichen umgesetzt werden, der kohärentesten Lösung, um alle Aktionäre auf einen gemeinsamen industriellen Entwurf auszurichten, die DNA der beiden Institute zu bewahren und ihre jeweiligen Kulturen zu stärken.

Banco BPM statement
Geschätzte Fusionssynergien der Banco BPM (Mio. €) · € million
Kostensynergien
650 € million
Umsatzsynergien (Netzwerk)
250 € million
Umsatzsynergien (Produktfabriken)
200 € million

Der Gegenzug von Intesa und BPER

Wenige Stunden nach der Ankündigung der Banco BPM bereitete Intesa Sanpaolo, die größte Bank Italiens, ein konkurrierendes Angebot vor, wie Kreise der Financial Times mitteilten. Intesa-CEO Carlo Messina arbeitet mit der von der Versicherung Unipol kontrollierten Bank BPER an einer gemeinsamen Operation. Im Rahmen des Plans würde BPER das Bankgeschäft der MPS übernehmen, während Intesa die Mediobanca übernehmen würde und damit die Kontrolle über deren rund 13-prozentigen Anteil an der Generali, dem größten Versicherer des Landes, erlangen würde. Der Vorstand der Intesa sollte am späten Sonntagnachmittag zu einer Sitzung zusammenkommen, um die Initiative zu genehmigen. Zwei Reuters-Quellen merkten an, dass das potenzielle Interesse der Intesa nicht der gesamten MPS gelten würde, was mit der Aufteilung der Vermögenswerte vereinbar sei.

Zeitplan der Ereignisse am 7. Juni 2026
  1. Der Vorstand der Banco BPM genehmigt die Einladung an MPS zu Fusionsgesprächen.
  2. Der Vorstand der Intesa Sanpaolo tritt zusammen, um die gemeinsame Operation mit Unipol und BPER bezüglich MPS zu erörtern.
  3. Intesa könnte ihr Gegenangebot noch heute Abend formalisieren, wie Quellen andeuten.

Der Mediobanca-Generali-Knoten

MPS besitzt die Mediobanca, die einen 13-prozentigen Anteil an der Generali hält. Diese Kette macht MPS zu einem strategischen Preis: Die Kontrolle über die in Siena ansässige Bank zu erlangen, bietet einen indirekten Weg zu erheblichem Einfluss auf Italiens größten Versicherungskonzern. Für Intesa, die bereits im Bankgeschäft dominiert, würde der Erwerb der Mediobanca und des Generali-Anteils ihre Position im italienischen Finanzwesen weiter festigen. Das Gegenangebot soll nicht nur die Banco BPM ausbremsen, sondern auch diesen strategischen Vermögenswert sichern.

Der Schatten der Crédit Agricole

Ein erschwerender Faktor im Vorschlag der Banco BPM ist der wachsende Anteil der Crédit Agricole an der Mailänder Bank. Die französische Gruppe ist von der EZB ermächtigt, ihre Beteiligung auf bis zu 29,9 % zu erhöhen. Einige Beobachter befürchten, dass eine Fusion von BPM und MPS letztlich die Kontrolle über eine konsolidierte italienische Bankengruppe in französische Hände legen könnte. Diese Sorge wird als einer der Gründe dafür angesehen, dass politische und finanzielle Kreise eine von Intesa geführte Lösung bevorzugen könnten.

Wie es weitergeht

MPS hat sich bisher nicht geäußert, eine Vorstandssitzung steht jedoch bevor. Eine Vorstandssitzung von Intesa war für den späten Nachmittag angesetzt; es bleibt ungewiss, ob umgehend ein formelles Angebot veröffentlicht wird. In der Zwischenzeit ist die Offerte der Banco BPM der erste formelle Schritt in einer vielversprechenden, komplexen Verhandlung mit dem Potenzial, die italienische Bankenlandschaft nach Jahren der Konsolidierung neu zu gestalten.

Kein Kommentar der Banca Monte dei Paschi di Siena bis zur Sitzung des Verwaltungsrats der Bank.

Banca Monte dei Paschi di Siena
Mailand · Siena

8 Quellen

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