
BP steht kurz vor Verkauf der Solarsparte Lightsource an kuwaitgestützte Gruppe – Rückzug aus erneuerbaren Energien
Der Ölkonzern zieht sich aus der sauberen Energie zurück, um Schulden abzubauen und sich wieder auf Öl und Gas zu konzentrieren. Ein Konsortium, zu dem auch der kuwaitische Infrastrukturarm gehört, steht kurz vor der Übernahme der Lightsource-Sparte.
Hintergrund zu Lightsource BP
BP investierte erstmals 2017 in Lightsource, als das Unternehmen der größte Solarentwickler Europas war. Bis 2023 hatte der britische Ölkonzern die restlichen 50 % der Anteile, die er noch nicht besaß, aufgekauft und zahlte über 500 Mio. USD und übernahm Schulden in Höhe von 2,8 Mrd. USD. Die Sparte betreibt heute 4 Gigawatt Solar-, Wind- und Batteriekapazität in 15 Ländern, was grob ausreicht, um bis zu 4 Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen.
Die Verkaufsgespräche
BP führt fortgeschrittene Gespräche mit einem Konsortium, das vom kuwaitischen Staatsfonds unterstützt wird. Die Bieterrunde besteht aus Qualitas Energy, einer auf grüne Energie spezialisierten Private-Equity-Firma, und Wren House, dem Infrastrukturarm der Kuwait Investment Authority. Mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen teilten der Financial Times mit, dass ein Geschäft in Kürze erwartet werde, warnten jedoch, dass noch keine Transaktion bestätigt sei und sie noch scheitern könne.
Schulden und strategischer Rückzug
Der Hauptreiz des Deals für BP ist die Abstoßung der milliardenschweren Schulden der Sparte, so Analysten. Der Verkaufspreis selbst dürfte für den Konzern unbedeutend sein. Die Veräußerung ist Teil einer breiteren Initiative von BP, Vermögenswerte zu verkaufen, Schulden abzubauen und sich wieder auf Öl und Gas zu konzentrieren, nachdem das Unternehmen letztes Jahr eine jahrelange grüne Energiewende aufgegeben hatte. In derselben Ankündigung erklärte BP, dass es mehr als 4 Mrd. USD des auf Lightsource entfallenden Wertes abschreiben werde.
- BP investiert erstmals in Lightsource, damals Europas größter Solarentwickler.
- BP kauft die restlichen 50 % der Anteile für über 500 Mio. USD und übernimmt Schulden in Höhe von 2,8 Mrd. USD.
- BP schreibt mehr als 4 Mrd. USD ab und zieht sich aus den erneuerbaren Energien zurück.
- BP in fortgeschrittenen Gesprächen zum Verkauf von Lightsource an kuwaitgestütztes Konsortium.
Führung und nächste Schritte
Der Verkauf wäre ein Erfolg für BPs neue Vorstandsvorsitzende Meg O'Neill, deren Amtszeit turbulent verlaufen ist. Sie entließ kürzlich den Aufsichtsratsvorsitzenden Albert Manifold aufgrund dessen, was das Unternehmen als „ernsthafte Bedenken“ hinsichtlich seines Verhaltens bezeichnete, was zu einer öffentlichen Bestreitung von Fehlverhalten seitens des irischen Managers und weiterem Aufruhr führte. Eine erfolgreiche Veräußerung von Lightsource würde O'Neill helfen, das Unternehmen nach einer Reihe von Strategie- und Führungswechseln in diesem Jahrzehnt zu stabilisieren.


