
John Bolton bekennt sich schuldig wegen Aufbewahrung geheimer Dokumente – bis zu fünf Jahre Haft
John Bolton, früherer Nationaler Sicherheitsberater von Donald Trump und später scharfer Kritiker des Präsidenten, hat sich am Freitag in einem Anklagepunkt der Aufbewahrung von Dokumenten zur nationalen Verteidigung schuldig bekannt. Ihm drohen eine fünfjährige Haftstrafe und eine Geldstrafe von 2,25 Millionen Dollar.
Das Schuldbekenntnis
John Bolton erschien am Freitag vor einem Bundesgericht in Maryland und bekannte sich in einem einzigen Anklagepunkt der Aufbewahrung von Dokumenten zur nationalen Verteidigung schuldig. Der 77-Jährige hatte sich ursprünglich in 18 Anklagepunkten für nicht schuldig erklärt, nachdem er im Oktober 2025 angeklagt worden war. Im Rahmen der bereits im Juni vereinbarten Absprache werden die übrigen Anklagepunkte fallengelassen.
Es tut mir leid.
Was er weitergab
Die Staatsanwaltschaft erklärte, Bolton habe mehr als 1.000 Seiten Informationen über seine täglichen Aktivitäten als Nationaler Sicherheitsberater an zwei Verwandte weitergegeben, die keine Sicherheitsfreigabe besaßen. Bei den Empfängern handelte es sich laut US-Medien um seine Frau und seine Tochter, und das Material sollte offenbar für seine Memoiren verwendet werden.
Herr Bolton gab mehr als 1.000 Seiten Informationen über seine täglichen Aktivitäten als Nationaler Sicherheitsberater, darunter Informationen zur nationalen Verteidigung, an zwei Personen weiter, die weder eine Sicherheitsfreigabe noch ein berechtigtes Interesse hatten, und er tat dies über sein privates E-Mail-Konto und nichtstaatliche Messenger-Dienste.
In dem Buch „The Room Where It Happened“ tauchte kein Geheimmaterial auf. Das Buch beschrieb Trump als ungeeignet für das Amt und löste einen öffentlichen Streit aus.
Die Bedingungen der Absprache
Die Absprache sieht eine Strafspanne von keiner Haftstrafe bis zu maximal fünf Jahren vor, wobei die endgültige Entscheidung bei Richter Theodore D. Chuang liegt. Zusätzlich zur Geldstrafe von 2,25 Millionen Dollar verliert Bolton seine Regierungspension, muss bis zu 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und sich Befragungen durch Vertreter der Geheimdienste und des Justizministeriums stellen. Die Hälfte der Geldstrafe ist innerhalb von fünf Tagen nach der Verurteilung fällig, der Rest innerhalb von 90 Tagen. Die Verurteilung wurde für den 28. Oktober angesetzt.
Die Fehde mit Trump
Bolton war während Trumps erster Amtszeit rund 17 Monate lang Nationaler Sicherheitsberater, bevor er 2019 entlassen wurde. Die scharfe Kritik in seinem Buch machte ihn zu einem der prominentesten Trump-Kritiker. Am Freitag bezeichnete Trump Bolton auf Truth Social als „sehr dumm, instabil und inkompetent“ und erklärte, er hoffe auf eine „harte Bestrafung“.
Sehr dumm, instabil und inkompetent. Ich hoffe, er wird hart bestraft!
Der Hack und seine Folgen
Im Juli 2021 informierte ein Bekannter das FBI darüber, dass Boltons privates E-Mail-Konto von einem Akteur mit Verbindungen zum Iran gehackt worden war – einem Land, dem Bolton gegenüber stets eine harte Linie vertreten hatte. Kritiker stellten fest, dass Bolton die Behörden zu keinem Zeitpunkt darüber informiert hatte, dass er auf diesem Konto verteidigungsrelevante Informationen ausgetauscht hatte. Die Hacker könnten daher möglicherweise an Geheimmaterial gelangt sein.
- Boltons privates E-Mail-Konto wird von einem mit dem Iran verbundenen Akteur gehackt; FBI wird informiert, jedoch nicht über den Geheiminhalt auf dem Konto.
- Anklage durch eine Bundesjury in Maryland in 18 Anklagepunkten wegen Offenlegung und Aufbewahrung von Informationen zur nationalen Verteidigung.
- Absprache erzielt: Einigung auf ein Schuldbekenntnis in einem Anklagepunkt der Aufbewahrung von Dokumenten zur nationalen Verteidigung.
- Bolton bekennt sich vor einem Bundesgericht schuldig; Richter Chuang akzeptiert die Absprache.
- Verurteilung angesetzt. Mögliche Strafe von keiner Haftstrafe bis zu fünf Jahren.

