
Verkehrsminister Steffen Bilger drängt Deutsche Bahn zur Wiedereinführung ermäßigter Familienreservierungen
Der deutsche Verkehrsminister Steffen Bilger hat Gespräche mit der Deutschen Bahn aufgenommen, um den Pauschalpreis von 10,40 Euro für Familien-Sitzplatzbuchungen wieder einzuführen, nachdem eine Petition mit 128.000 Unterschriften eingereicht wurde.
Vorstoß zur Wiedereinführung ermäßigter Familientickets
Der deutsche Bundesverkehrsminister Steffen Bilger drängt die Deutsche Bahn, ermäßigte Sitzplatzreservierungen für Familien im Fernverkehr wieder einzuführen. Das staatliche Bahnunternehmen hatte das Pauschalangebot für Familienreservierungen im Juni 2025 eingestellt. Vor dieser Abschaffung zahlten Familien einen Festpreis von 10,40 Euro, um bis zu fünf Plätze gemeinsam auf Fernverkehrsstrecken zu reservieren. Im überarbeiteten Preissystem müssen Fahrgäste jede Sitzplatzreservierung einzeln kaufen, was die Gesamtkosten für Haushalte erhöht. Eine vom Fahrgastverband Verkehrsclub Deutschland organisierte Petition sammelte mehr als 128.000 Unterschriften, die die Rückkehr des ermäßigten Pakets fordern.
Bilger, Mitglied der Christlich Demokratischen Union (CDU), der Ende Juli 2026 sein Amt als Verkehrsminister antrat, bestätigte, dass sein Ministerium aktiv die Reservierungsregeln mit der Bahnführung diskutiert. Obwohl er einräumte, dass die Abschaffung des Rabatts berechtigte Kundenunzufriedenheit hervorgerufen habe, verteidigte Bilger das Unternehmen auch und erklärte, die Deutsche Bahn habe weiterhin viele gute Basisangebote für Familien. Am Sonntag lehnte ein Sprecher der Deutschen Bahn es ab, Einzelheiten zum Vorschlag des Ministers zu nennen, und erklärte, das Unternehmen wolle technischen Konsultationen nicht vorgreifen.
Wir sind dazu im Gespräch mit der Bahn.
- Die Deutsche Bahn schafft den Pauschalpreis von 10,40 Euro für Familien-Sitzplatzreservierungen ab.
- Evelyn Palla übernimmt die Führung der Deutschen Bahn.
- Steffen Bilger tritt sein Amt als Bundesverkehrsminister an.
- Steffen Bilger drängt die Deutsche Bahn zur Wiedereinführung von Familienreservierungen.
Leistung des Schienennetzes und Verspätungen
Über die Reservierungsdebatte hinaus bezeichnete Bilger den aktuellen Zustand der Deutschen Bahn als völlig unzureichend. Er führte anhaltende Infrastrukturprobleme und lange Bauzeiten direkt auf die allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung mit öffentlichen Dienstleistungen zurück. Auf mögliche Zusammenhänge mit den jüngsten Landtagswahlverlusten in Sachsen-Anhalt, wo die CDU schwache Ergebnisse erzielte, angesprochen, räumte Bilger ein, dass Bahnverspätungen und Verkehrsengpässe eine Rolle bei der Unzufriedenheit der Wähler spielen.
Der Minister stellte fest, dass betriebliche Bahnausfälle die häufigste Beschwerde seien, die ihm seit seinem Amtsantritt vorgetragen wurde. Die Deutsche Bahn durchlief nach der Preisänderung einen Führungswechsel, wobei Evelyn Palla Ende September 2025 die Leitung des Staatskonzerns übernahm. Bilger betonte, dass Bundesinvestitionen in Sanierung und Gleisinstandhaltung die Pünktlichkeit des Netzes langfristig verbessern werden, auch wenn umfangreiche Korridorbaustellen zunächst zusätzliche Verspätungen für Fahrgäste in ganz Deutschland verursachen.
Tempolimit auf Autobahnen und Emissionsstrategie
In Interviews mit Zeitungen der Funke Mediengruppe bekräftigte Bilger auch seine Ablehnung eines generellen Tempolimits auf dem deutschen Autobahnnetz. Er argumentierte, dass die Einführung verbindlicher Geschwindigkeitsbegrenzungen den sozialen Zusammenhalt schädigen würde, und warnte, dass viele Autofahrer die Regel als Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit betrachten würden.
Ein Tempolimit würde die Spaltung im Land weiter verstärken, weil viele es als Einschränkung ihrer Freiheit empfinden würden.
Bilger stellte infrage, ob ein Tempolimit sinnvolle Kohlendioxid-Reduktionen bringen würde, und argumentierte, dass hohe Kraftstoffpreise und automatische Tempomaten Autofahrer bereits freiwillig langsamer fahren ließen. In Bezug auf die Verkehrssicherheit behauptete er, dass deutsche Autobahnen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung bessere Sicherheitsstandards aufwiesen als Autobahnen in den meisten europäischen Ländern mit gesetzlichen Tempolimits. Der Verkehrsminister betonte, dass Deutschland seine Verkehrsemissionsziele durch den weiteren Ausbau der Elektromobilität erreichen könne, anstatt durch Autobahnbeschränkungen, und verwies auf einen nationalen Fuhrpark, der mittlerweile über 3,6 Millionen Elektroautos sowie eine wachsende Zahl von Elektrobussen umfasst.


