
Malagò ernennt Fechterin Bianchedi zur ersten weiblichen Delegationsleiterin Italiens
Giovanni Malagò, der neue Präsident des FIGC, hat CONI-Vizepräsidentin und zweimalige Olympiasiegerin im Fechten, Diana Bianchedi, zur Delegationsleiterin der italienischen Fußballnationalmannschaft ernannt – als erste Frau in dieser Funktion.
Eine überraschende Ernennung
Giovanni Malagò, der neue Präsident des Italienischen Fußballverbandes (FIGC), hat Diana Bianchedi zur Delegationsleiterin der italienischen Fußballnationalmannschaft ernannt. Die Ankündigung erfolgte in einem Interview mit der Gazzetta dello Sport am 9. August 2026. Die 56-jährige Bianchedi ist die erste Frau in dieser Position, die zuvor von Gigi Riva, Gianluca Vialli und Gianluigi Buffon bekleidet wurde.
Die Ernennung vervollständigt eine Umstrukturierung des Nationalteams, zu der Roberto Mancini als Cheftrainer, Claudio Ranieri als Technischer Direktor und Gianfranco Zola als Koordinator zwischen der A-Nationalmannschaft und den Jugendteams gehören. Der Umbau folgt auf eine Phase der Unruhe, die zu einem Bruch mit Paolo Maldini und Leonardo führte, woraufhin die derzeitige Konstellation mit Mancini und Ranieri etabliert wurde.
Bianchedis sportliche und akademische Laufbahn
Als zweimalige Olympiasiegerin im Mannschaftsflorett der Frauen gewann Bianchedi Gold bei den Spielen 1992 in Barcelona und 2000 in Sydney, letzteres gemeinsam mit Valentina Vezzali und Giovanna Trillini. Zu ihren Wettkampferfolgen zählen fünf Mannschafts-Goldmedaillen bei den Fechtweltmeisterschaften (1991, 1995, 1997, 1998 und 2001) sowie zwei Bronzemedaillen, dazu Weltcupsiege auf Juniorenebene 1989 und auf Seniorenebene 1993. Geboren am 4. November 1969 in Mailand, schloss sie 1996 ihr Medizinstudium mit Promotion ab und spezialisierte sich mit Auszeichnung auf Sportmedizin.
Ihre Fechtkarriere wäre am 22. Juli 1996 fast zu Ende gewesen, als sie sich bei ihrem zweiten Olympiaeinsatz in Atlanta die Achillessehne riss. Sie erholte sich und gewann vier Jahre später in Sydney ihre zweite olympische Mannschafts-Goldmedaille.
- Sieg im Junioren-Weltcup im Fechten
- Erste Mannschafts-WM-Goldmedaille im Florett
- Olympische Mannschafts-Goldmedaille im Florett in Barcelona
- Sieg im Senioren-Weltcup
- Achillessehnenriss bei den Olympischen Spielen in Atlanta
- Zweite olympische Mannschafts-Goldmedaille in Sydney
- Eintritt in CONI als erste Frau und jüngstes Vorstandsmitglied
- Ernennung zur Delegationsleiterin der italienischen Fußballnationalmannschaft
Vom Sportler zur Funktionärin
Bianchedi trat am 18. April 2001 in das Italienische Olympische Komitee (CONI) ein. Mit 31 Jahren wurde sie sowohl die erste Frau als auch das jüngste Mitglied des Exekutivvorstands und gleichzeitig zur Vizepräsidentin ernannt. Später war sie Vorsitzende der Verdienstkommission und Dozentin an der CONI-Sportschule. Derzeit ist sie Vizepräsidentin des CONI und war kürzlich als Chief Strategy Planning & Legacy Officer für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina tätig.
Malagò bezeichnete die Ernennung als „kulturelle Revolution“, die darauf abzielt, den Fußball wieder mit der gesamten Sportwelt zu verbinden.
Eine Wahl, die einem Bedürfnis entspricht, oder vielmehr einer Forderung der Fans, der Menschen, der Italiener: Diana genießt internationales Ansehen und Glaubwürdigkeit, zweimalige Olympiasiegerin, ein Lebenslauf voller Studien und Spezialisierungen, ein Medizinstudium, sportliche und managerielle Masterabschlüsse, eine Spitzenposition bei Mailand-Cortina und Vizepräsidentin des CONI.
Strategie und Kontinuität
Malagò skizzierte einen wettbewerbsorientierten Fahrplan, der sich um drei Turniere dreht: die EM 2028, die WM 2030 und die EM 2032. Er verteidigte die Beibehaltung von Roberto Mancini als Cheftrainer und bezeichnete ihn als „die richtige Wahl“, und dankte Antonio Conte für seine beständige Unterstützung der Nationalmannschaft.
- Olympische Goldmedaillen
- 2
- Mannschafts-WM-Goldmedaillen
- 5
- Weltcupsiege
- 2
Eine skeptischere Lesart, vorgetragen von Fanpage, besagt, dass die Ernennungen eher Kontinuität als echten Wandel darstellen. Bianchedi hat historische Verbindungen zur CONI-Führung aus Malagòs eigener Amtszeit dort, und das gesamte Personalgefüge, von Mancinis Bestätigung bis zum Trainerstab, begünstigt Figuren, die dem bestehenden Establishment nahestehen. Fanpage beschrieb den FIGC zudem als unter Kommissariat stehend und ordnete die Umstrukturierung innerhalb eines Verbandes unter externer Aufsicht ein.


