Konflikte · Dubicze Czerkiewne, Lublin und Warschau

Staatsanwaltschaft Warschau legt Berufung gegen Freispruch eines polnischen Soldaten ein, der an der Grenze zu Belarus zwölf Schüsse abgab

Die Warschauer Bezirksstaatsanwaltschaft legt gegen das Freispruchsurteil eines Militärgerichts für den Soldaten Karol S. Berufung ein, der im März 2024 an der Grenze zu Belarus während eines Migrantenübertritts zwölf Schüsse aus seiner Dienstwaffe abgegeben hatte.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von FAKT24.pl, wpolityce.pl und NIEZALEZNA.PL. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Dubicze Czerkiewne, Lublin, Warschau · Polen
Wie es dazu kam
  1. 25. März 2024Migranten durchbrechen Grenzzaun bei Dubicze Czerkiewne; Soldat Karol S. feuert zwölf Schüsse ab.
  2. Ende Mai 2026Militärgarnisonsgericht Lublin spricht Karol S. frei von Überschreitung der Befugnisse und Gefährdung von Menschenleben.
  3. Juli 2026Warschauer Bezirksstaatsanwaltschaft legt Berufung gegen den Freispruch ein; Berufung an das Warschauer Militärbezirksgericht weitergeleitet.

Der Grenzvorfall

Am 25. März 2024 zwang nahe dem Dorf Dubicze Czerkiewne an Polens Ostgrenze zu Belarus eine Gruppe von Migranten den Stahlzaun mit einem Wagenheber auf und trug Leitern, die für den dahinter liegenden Stacheldraht bestimmt waren. Der damals 25-jährige Soldat Karol S. erwiderte dies mit zwölf Schüssen aus seiner Dienstwaffe. Später gab er an, in eine sichere Richtung gezielt zu haben, und plädierte auf nicht schuldig wegen Überschreitung seiner Befugnisse und Gefährdung von Menschenleben.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft besagte, dass sich Grenzschutzbeamte, andere Soldaten und die Migranten zum Zeitpunkt der Schüsse in dem Gebiet befanden. Diese Beamten und Soldaten, die formell als Geschädigte geführt wurden, erklärten vor Gericht, sie hätten keine Bedrohung empfunden und wünschten keine Strafverfolgung.

Der Freispruch

Ende Mai 2026 sprach das Militärgarnisonsgericht Lublin Karol S. von beiden Anklagepunkten frei. Richter Radosław Hunek entschied, dass der Soldat keine seiner Befugnisse überschritten habe.

„Der Soldat hat seine Aufgabe pflichtgemäß ausgeführt.“

Richter Radosław Hunek

Der Richter verwies auf die verfassungsrechtliche und gesetzliche Pflicht jedes Soldaten, die Grenzen des Landes zu verteidigen, und berief sich auf Artikel 11 des Landesverteidigungsgesetzes, der den Streitkräften erlaubt, unmittelbaren Zwang, Schusswaffen und andere Waffen in einem der Bedrohung angemessenen Umfang einzusetzen. Das Gericht stellte zudem fest, dass Soldaten, die an die Grenze entsandt werden, zwar die Befugnisse eines Grenzschutzbeamten erhalten (wie Dokumentenkontrollen und Gepäckdurchsuchungen), dies jedoch nicht ihre eigenen Rechte in Bezug auf den Waffeneinsatz aufhebe. Richter Hunek betonte, dass die Schüsse auf keine Person gezielt gewesen seien.

Die Berufung

Am 26. Juli 2026 gab die Warschauer Bezirksstaatsanwaltschaft bekannt, dass sie gegen das nicht rechtskräftige Urteil Berufung eingelegt habe. Die Berufung wurde angenommen und zur Prüfung an das Warschauer Militärbezirksgericht weitergeleitet.

Die Verteidigerin Edyta Skwira bezeichnete den Schritt der Staatsanwaltschaft eher als eine Auseinandersetzung mit den gerichtlichen Feststellungen denn als neuen Beweis.

„Die Berufung ist eine Polemik der Staatsanwaltschaft mit den Feststellungen des Gerichts und dem Urteil. Wir warten auf den Termin der Hauptverhandlung.“

Edyta Skwira

Ein Termin für die Berufungsverhandlung steht noch nicht fest. Der Fall lenkt erneute Aufmerksamkeit auf die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Waffeneinsatz von Soldaten während des anhaltenden Migrationsdrucks an Polens Ostgrenze.

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