Schülerproteste blockieren Eingänge an zwei Berliner Gymnasien, Polizei ermittelt
Am Freitag, dem 16. Oktober 2026, blockierten Schüler die Eingänge zweier Gymnasien in Berlin-Friedrichshain, und die Polizei geleitete etwa 60 Kinder aus einem Gebäude. Die Polizei ermittelt wegen einer Verletzung einer 67-jährigen Frau, die sich in der Nähe des Protests verletzte.
Blockaden an zwei Berliner Gymnasien
Am Freitag, dem 16. Oktober 2026, blockierten Schüler nach Polizeiangaben die Eingänge zweier Gymnasien in Berlin-Friedrichshain. Betroffen waren sowohl das Andreas-Gymnasium in der Koppenstraße als auch das Leibniz-Gymnasium in der Schleiermacherstraße, und eine Polizeisprecherin bestätigte gegenüber dem Tagesspiegel, dass sich spontane Versammlungen vor den Toren bildeten. Ab etwa 7.30 Uhr blockierten an jeder Schule rund 60 Schüler die Eingänge, einige Tore wurden verschlossen, und andere Schüler wurden daran gehindert, hineinzukommen. Die Polizeiangaben unterscheiden sich je nach Bericht: Eine frühe Darstellung nannte etwa 50 Schüler an einem Standort, spätere Berichte gingen von etwa 60 an jeder Schule aus.
Die Schulen informierten Eltern und Kinder am Morgen darüber, dass der Zugang blockiert sei, und Lehrkräfte betreuten die Kinder im Inneren. Später geleitete die Polizei etwa 60 Kinder durch einen Seiteneingang zu einer Grundschule aus dem Gebäude, überwiegend Schüler der Klassen 5 und 6. Notfall- und Krisendienstmitarbeiter sowie Lehrkräfte betreuten sie dort bis zum Unterrichtsende, und die Eltern konnten sie abholen, teilte die Polizei auf ihrem WhatsApp-Kanal mit.
- Etwa 150 Schüler blockieren die Eingänge am Französischen Gymnasium in Mitte, Berlin
- Schüler protestieren an der Max-Brauer-Schule in Altona, Hamburg
- Etwa 60 Schüler an jedem der beiden Friedrichshainer Gymnasien blockieren die Eingänge
Polizeieinsatz und Verletzung
Die Polizei erklärte, zunächst mit etwa 30 Beamten vor Ort gewesen zu sein, der Einsatz habe später mit 150 Kräften seinen Höhepunkt erreicht. Polizeisprecher Florian Nath sagte, der Protest der Schüler sei friedlich geblieben, und ein Aufzug, der sich bildete und zu einer anderen Friedrichshainer Schule zog, habe keine Störungen verursacht. Bei einer separaten Versammlung hinter dem Gymnasium mit etwa 50 jungen Menschen, die nach Polizeiangaben überwiegend nicht die Schule besuchten, kam es zu Rangeleien mit Beamten. Die Polizei erklärte, die Beamten seien zu Beginn der Versammlungen bedrängt worden und hätten sich mit Drücken und Schieben zur Wehr setzen müssen.
Eine Frau und ein Mann wurden kurzzeitig festgenommen, und zwar wegen des Verdachts der Sachbeschädigung bzw. der Beleidigung. Eine 67-jährige Frau wurde verletzt, als sie ihren Müll zu einem Müllplatz bringen wollte. Die Polizei erklärte, Jugendliche hätten versucht, Mülltonnen herauszuziehen, nachdem sie die Absperrung geöffnet hatte, und sie habe versucht, sie aufzuhalten. Ein 17-jähriger Mann, der nach Polizeiangaben kein Schüler der Schule ist, wurde im Zusammenhang mit dem Vorfall vorläufig festgenommen. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung, Angriffs und Sachbeschädigung. Linke Gruppen beschuldigten die Polizei auf Instagram eines gewaltsamen Vorgehens, während ein online kursierendes Video eine Rangelei zeigt und Schüler, die skandieren, sie seien friedlich, und fragen, was die Beamten seien.
- Zunächst vor Ort
- 30 Beamte
- Höchststand des Einsatzes
- 150 Beamte
Forderungen, Transparente und die größere Welle
Die Initiative Schulstreik gegen Wehrpflicht erklärt, die Proteste forderten mehr Geld für Bildung und richteten sich gegen die Wehrpflicht. Einige Teilnehmer trugen palästinensische Flaggen, und Instagram-Videos zeigen Rufe von „Viva, viva, Palästina“. Auf einem Transparent stand „Stoppt Wehrpflicht und Bildungskürzungen“, und es wurde zu einem Bildungsstreik am 20. November aufgerufen, für den linke Gruppen mobilisieren. Der Tagesspiegel berichtete, dass auch Personen aus der linken Szene teilnahmen, die nicht die Schule besuchen. Der Schulleiter des Andreas-Gymnasiums wollte sich zu der Blockade nicht äußern.
Die Proteste haben sich über Berlin hinaus ausgebreitet. Am Montag, dem 12. Oktober, blockierten etwa 150 Schüler am Französischen Gymnasium in Mitte die Eingänge, was der Tagesspiegel als ersten Schülerprotest in Deutschland in Solidarität mit den Schulprotesten in Frankreich beschrieb. In Hamburg protestierten Schüler am Donnerstag, dem 15. Oktober, an der Max-Brauer-Schule in Altona. Am Freitag, dem 16. Oktober, nahmen nach Polizeiangaben etwa 70 Menschen an einem Protest am Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium in Eimsbüttel teil, ohne Zwischenfälle. Die Hamburger Proteste richteten sich ebenfalls gegen Kürzungen und die Wehrpflicht und zeigten Solidarität mit französischen Schülern.
