
Van rammt Berliner Pride-Parade, tötet einen Menschen und verletzt 17; Polizei jagt Islamisten-Verdächtigen Abdul B.
Ein Fahrer rammte am Samstagabend einen Van in die Menschenmenge der Christopher-Street-Day-Parade in Berlin, tötete eine Frau und verletzte mindestens 17 Menschen, bevor er floh. Die Polizei hat den Verdächtigen als Abdul B. identifiziert, einen 21-Jährigen mit Verbindungen zur Islamistenszene der Stadt, und eine Großfahndung in der Hauptstadt eingeleitet.
Was geschah
Am Samstag gegen 22:00 Uhr wurde ein weißer Van in eine Gruppe von Teilnehmern der Christopher-Street-Day-Parade im Berliner Tiergarten in der Nähe des Brandenburger Tors und des Potsdamer Platzes gesteuert. Die jährliche Veranstaltung ist eine der größten LGBTQ+-Versammlungen in Europa. Das Fahrzeug erfasste die Menschenmenge auf der Lennéstraße, wo der Marsch endete, und prallte gegen einen Baum. Zeugen berichteten den Behörden, der Fahrer könnte Menschen nach dem Verlassen des Vans mit einem Messer angegriffen haben; dies wird untersucht.
- Van fährt in Menschenmenge der Christopher-Street-Day-Parade auf der Lennéstraße
- Polizei identifiziert Verdächtigen als islamistischen Abdul B., durchsucht Wohnung in Schöneberg
- Fahndungsplakat veröffentlicht; Großfahndung läuft in ganz Berlin
Opfer und Tatort
Eine Frau starb noch am Tatort. Mindestens 16 Menschen wurden verletzt, einige Berichte gehen von insgesamt 17 Verletzten aus. Acht erlitten schwere Verletzungen, drei schweben in Lebensgefahr, fünf erlitten leichtere Wunden. Etwa 30 Teilnehmer erhielten psychologische Betreuung. Die Organisatoren brachen die Veranstaltung sofort ab, und auf Bildschirmen wurden Evakuierungsanweisungen eingeblendet, die die Menschen aufforderten, ruhig zu gehen.
- Getötet
- 1 Personen
- Lebensgefährlich
- 3 Personen
- Schwer verletzt
- 8 Personen
- Leicht verletzt
- 5 Personen
- Psychologische Betreuung
- 30 Personen
Verdächtiger und Großfahndung
Der Berliner Polizeisprecher Florian Nath bestätigte, dass der Verdächtige Abdul B. ist, ein 21-Jähriger, der den Strafverfolgungsbehörden bekannt ist. Er beschrieb ihn als Mitglied der „Islamistenszene“ der Hauptstadt. Der Gesuchte, etwa 190 cm groß, schlank, mit schwarzem Haar, wurde laut dpa im Mai 2026 aus dem Jugendstrafvollzug entlassen. Ein am Sonntagmorgen veröffentlichtes Fahndungsplakat warnt, dass er gefährlich und möglicherweise bewaffnet ist. In der Nacht durchsuchte die Polizei erfolglos eine Wohnung im Bezirk Schöneberg, und Spezialeinheiten mit Hubschraubern sind weiterhin im Einsatz.
Der Verdächtige des Autoangriffs während der Pride-Parade am Samstag wurde als Mitglied der Berliner 'Islamistenszene' identifiziert.
Wenn Sie dem Verdächtigen begegnen, rufen Sie sofort 110! Nähern Sie sich ihm nicht. Er könnte bewaffnet und gefährlich sein!
## Reaktionen
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner erklärte, der Angriff sei ein Anschlag auf die Werte der Stadt. „Dies ist ein Angriff auf unsere freie und offene Gesellschaft. Nach einem friedlichen und bunten Christopher Street Day wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Weise angegriffen“, schrieb er. Bundeskanzler Friedrich Merz nannte die Tat „entsetzlich“ und später „abscheulich“. Er sagte, er und Innenminister Alexander Dobrindt würden für eine vollständige Aufklärung sorgen und dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. „Wir sind ein offenes und freiheitsliebendes Volk – und wir werden diese Werte verteidigen“, schrieb Merz.

