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Kurz gefasst

  • Das Sondierungspapier von Linke, Grünen und SPD sieht vor, private Wohnungsunternehmen mit 10.000 oder mehr Berliner Wohnungen gegen Entschädigung zu enteignen; laut Deutscher Welle sind 160.000 Wohnungen betroffen.

  • Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte, die Bundesregierung habe noch keinen aktiven Anlass einzugreifen, und der Beschluss des Koalitionsausschusses von Anfang Juli gelte weiterhin.

  • Katherina Reiche (CDU) sagte, die Pläne seien eine Gefahr für den Standort weit über Berlin hinaus, und forderte SPD und Grüne auf, andere Mehrheiten zu suchen – vor einem Investorengipfel, den Friedrich Merz am Abend des 19. Oktober eröffnet.

  • Christoph de Vries nannte die Linke die linksextremste Partei der deutschen Bundesgeschichte, während Burkard Dregger der SPD vorwarf, sich ihr zu unterwerfen.

  • SPD und Grüne wollen am Montag, 19. Oktober, über formelle Gespräche entscheiden, die Linke stimmt in zwei Wochen auf einem Sonderparteitag ab.

Wie es dazu kam
  1. Juli 2026Koalitionsausschuss des Bundes beschließt, die Enteignung privater Mietwohnungen auf Landesebene zu blockieren
  2. 17.10.Linke, SPD und Grüne schließen Sondierungsgespräche in Berlin ab
  3. 19.10.SPD und Grüne wollen über formelle Koalitionsgespräche entscheiden
  4. Sonderparteitag, zwei Wochen nach dem 19. OktoberLinke stimmt auf einem Sonderparteitag ab

Sondierungsgespräche in Berlin beendet

Die Linke, die Grünen und die SPD haben ihre Sondierungsgespräche am Samstag, 17. Oktober abgeschlossen und streben nun offiziell ein Regierungsbündnis an, wie die Deutsche Welle berichtet. SPD und Grüne wollen am Montag, 19. Oktober, entscheiden, ob sie in formelle Koalitionsverhandlungen eintreten, während die Linke in zwei Wochen auf einem Sonderparteitag abstimmt. Die Deutsche Welle hält es für zunehmend wahrscheinlich, dass die Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp Regierende Bürgermeisterin wird. Die Linke hatte die Berliner Abgeordnetenhauswahl mit 25,7 Prozent der Stimmen gewonnen, vor der CDU, den Grünen und der SPD, und ihr Ergebnis von 2023 mehr als verdoppelt, indem sie auf die Wohnkosten setzte. Formelle Gespräche würden noch Zeit in Anspruch nehmen, bevor eine neue Regierung ihr Amt antreten könnte.

Enteignungsplan und Haltung des Bundes

Das gemeinsame Sondierungspapier der Parteien sieht vor, private Wohnungsunternehmen mit 10.000 oder mehr Wohnungen in Berlin gegen Entschädigung zu enteignen. Die Deutsche Welle beziffert den betroffenen Bestand auf 160.000 Wohnungen, wobei Entschädigungen in Milliardenhöhe auf das Land zukommen, und hält es für ungewiss, ob der Plan alle rechtlichen Hürden überwindet. Anfang Juli hatte der Koalitionsausschuss des Bundes beschlossen, dass Bundesrecht eine Enteignung privater Mietwohnungen auf Landesebene unmöglich machen soll, um den privaten Wohnungsbau zu schützen. Auf die Frage, ob dieser Beschluss nun vom Tisch sei, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius, er gelte weiterhin. Die Bundesregierung sehe derzeit keinen aktiven Anlass einzugreifen, und er erwarte, dass der Entscheidungsprozess in Berlin noch einige Wochen dauern werde:

„Die Bundesregierung beobachtet diese Debatte in Berlin. Sie hat derzeit keinen aktiven Anlass einzugreifen und wird zum gegebenen Zeitpunkt entscheiden.“

Stefan Kornelius

Kornelius fügte hinzu, die Berliner Parteien müssten zunächst ihre eigenen Entscheidungen abschließen, bevor die Berliner Pläne bewertet werden könnten.

Wirtschaftsministerin und Investoren

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht eine „Gefahr für den Standort“, die weit über Berlin hinausreicht. Sie sagte, die Linke spreche nicht nur offen über Enteignungen, sondern mache sie zur Bedingung für eine Koalition, und sie warf der Partei vor, offenen Antisemitismus in ihren Reihen zu dulden. Zuvor hatte die Linke vor dem Bundesverfassungsgericht in einem Verfahren um ein Instagram-Video obsiegt, das das Ministerium von Reiche veröffentlicht hatte, und sie muss es zunächst entfernen. Ihre Äußerungen fielen vor einem Investorengipfel in Berlin, den Bundeskanzler Friedrich Merz am Abend des 19. Oktober eröffnet. Reiche forderte SPD und Grüne auf, andere Mehrheitsoptionen zu ergreifen, und sagte:

„Wir werden die nächsten anderthalb Tage nutzen, um sehr deutlich zu machen, dass dies definitiv kein Modell für unser Land ist.“

Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin

Antisemitismus-Streit und Reaktion der CDU

Christoph de Vries, Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium, schrieb auf X von einem „politischen Tabubruch“ und einer Koalition unter Führung „der linksextremsten Partei der deutschen Bundesgeschichte“. Er nannte Kontakte zu Hamas- und PFLP-Kreisen, kriminelle Clans, Enteignung, Antisemitismus sowie Feindseligkeit gegenüber Bundeswehr und Polizei als Gründe für die Alarmstimmung in der Union. Bundeskanzler Merz sagte beim Deutschlandtag der Jungen Union, er hätte eine solche Entwicklung vor einiger Zeit nicht für möglich gehalten. Er warf einer radikalen linken Partei in Berlin vor, offen gegen Juden, die Polizei und das Existenzrecht Israels zu hetzen, und forderte SPD und Grüne zu einer klaren Antwort auf. Alexander Hoffmann, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag, sagte gegenüber Politico, die Berliner SPD sei auf die Linke hereingefallen.

Burkard Dregger, innenpolitischer Sprecher der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, sagte gegenüber WELT TV, die SPD unterwerfe sich der Linken:

„Ich fürchte fast, dass es sich nicht nur um ein Hereingelegtwerden handelt, sondern dass sie sich ihnen unterworfen haben.“

Burkard Dregger

Dregger sagte, die Linke bezeichne das Hamas-Massaker in Israel vom 7. Oktober 2023 in Teilen als „Befreiungsakt“, und der Enteignungsvorstoß breche ein Wahlversprechen. Die CDU werde die geplanten Änderungen des Wahlrechts vor das Bundesverfassungsgericht bringen und bleibe auch dann gesprächsbereit mit den Sozialdemokraten, wenn das Bündnis scheitere.

In diesem Text

Sondierungsgespräche in Berlin beendetSondierungsgespräche in Berlin beendetEnteignungsplan und Haltung des BundesEnteignungsplan und Haltung des BundesWirtschaftsministerin und InvestorenWirtschaftsministerin und InvestorenAntisemitismus-Streit und Reaktion der CDUAntisemitismus-Streit und Reaktion der CDU

Auf Grundlage von Berichten von

Der Tagesspiegel, Focus, Deutsche Welle, DIE WELT

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Berlin · Deutschland

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Quellen und Kontext

  • Der Tagesspiegelvor 1 Std.Umstrittene Wohnungspläne: Berliner Enteignungspläne: Bund handelt zunächst nicht
  • Focusvor 1 Std.Union sauer über SPD, aber umgeht die Koalitionsfrage
  • Der Tagesspiegelvor 1 Std.Wirtschaftspolitik: Reiche: Rot-Grün-Rot in Berlin Gefahr für Standort
  • Deutsche Wellevor 1 Std.Rot-Grün-Rot in Berlin? Streit um mögliche Stadtregierung
Katherina Reiche
Bundeswirtschaftsministerin (CDU), die die Berliner Pläne kritisierte
Friedrich Merz
Bundeskanzler, der die Linke und die SPD kritisierte und einen Investorengipfel eröffnet
Christoph de Vries
Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium (CDU), der die Linke auf X angriff
Elif Eralp
Linke-Spitzenkandidatin, die zunehmend wahrscheinlich Regierende Bürgermeisterin von Berlin wird
Alexander Hoffmann
Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag, der sagte, die Berliner SPD sei auf die Linke hereingefallen

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Veröffentlicht heute um 15:11.

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Regierung · Berlin

Berliner Linke, Grüne und SPD steuern auf Koalition mit Enteignungsplänen zu

Die Linke, die Grünen und die SPD haben am Samstag, 17. Oktober, ihre Sondierungsgespräche in Berlin abgeschlossen und wollen private Wohnungsunternehmen mit 10.000 oder mehr Wohnungen enteignen. Die Bundesregierung will zunächst abwarten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Der Tagesspiegel, Focus, Deutsche Welle und weiteren Medien. Veröffentlicht heute um 15:11.

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