
Brand in Berliner Hochhaus zwingt Frau zum Sprung zwei Stockwerke tiefer in Rettungskorb, 13 Verletzte
Ein Brand in einem 21-stöckigen Hochhaus in Berlin-Friedrichshain hat am Freitagmorgen 13 Menschen verletzt und eine Frau gezwungen, zwei Stockwerke tief in den Rettungskorb eines Feuerwehrfahrzeugs zu springen, nachdem die Leiter ihre Etage nicht erreichen konnte. Das Feuer war einer von zwei Großeinsätzen, die 300 Berliner Feuerwehrleute banden.
Brandausbruch und Ausbreitung
Das Feuer brach am Freitag gegen 6:27 Uhr auf dem Balkon einer Wohnung im 11. Stock eines 21-stöckigen Wohnhauses in der Straße der Pariser Kommune in Berlin-Friedrichshain, in der Nähe des Ostbahnhofs, aus. Feuerwehrsprecher Adrian Wenzel sagte, die Flammen hätten sich schnell in der Wohnung und dann in die Wohnung im 12. Stock darüber ausgebreitet. Die Ursache war zunächst nicht bekannt. Starker Rauch breitete sich im gesamten Gebäude aus und erschwerte die Evakuierungsarbeiten. Das Feuer wurde in weniger als drei Stunden unter Kontrolle gebracht, obwohl die Nachlöscharbeiten und Belüftungsarbeiten bis zum Vormittag andauerten. Wenzel merkte an, dass Brände in Hochhäusern immer eine Herausforderung seien, da die Ausrüstung in die oberen Stockwerke getragen werden müsse und viele Menschen in Sicherheit gebracht werden müssten.
- Feuerwehr wird über Brand auf Balkon im 11. Stock eines 21-stöckigen Gebäudes alarmiert
- Feuerwehrleute finden Frau auf Fenstersims; sie springt zwei Stockwerke in Rettungskorb
- Brand in unter drei Stunden gelöscht; Nacharbeiten und Belüftung laufen weiter
- Zweiter Brand im Märkischen Viertel bindet insgesamt 300 Feuerwehrleute
Rettung aus dem 11. Stock
Als die Feuerwehr eintraf, saß eine Frau bereits auf dem Fenstersims des 11. Stocks, hinter ihr schwarzer Rauch. Die Drehleiter des Feuerwehrfahrzeugs reichte nur etwa bis zum neunten Stock, sodass die Frau gezwungen war, zwei Stockwerke tief in den etwa ein bis zwei Quadratmeter großen Rettungskorb zu springen. Sie erlitt leichte Verletzungen und wurde von Feuerwehrleuten im Korb aufgefangen. Von Anwohnern aufgenommenes Videomaterial zeigte Teile der Gebäudefassade, die zu Boden fielen, sowie den Moment des Sprungs, woraufhin Zuschauer jubelten. Die Feuerwehr hatte vorsorglich auch Sprungpolster auf dem Boden ausgelegt.
Wenzel bezeichnete den Einsatz als „dramatisch“ und sagte, der Ausgang hätte weitaus schlimmer sein können.
Das war wirklich auf Messers Schneide.
Er fügte hinzu, dass es sich leicht zu einer großflächigen Katastrophe hätte entwickeln können.
So etwas erlebt man nicht alle Tage.
Opfer und Evakuierung
Insgesamt wurden nach Angaben der Feuerwehr 115 Menschen von dem Brand betroffen, wobei ein Bericht die Zahl der versorgten Personen mit 113 angab. 25 mussten von Einsatzkräften in Sicherheit gebracht werden, einige mit Fluchthauben über das Treppenhaus, andere über die Drehleiter über einen Balkon. 13 Menschen erlitten leichte Verletzungen und erhielten notfallmedizinische Behandlung. Fünf wurden mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht. Ein Rettungshubschrauber stand in Bereitschaft, wurde jedoch für den Transport nicht benötigt. Auch ein Hund wurde von den Rettungskräften gerettet. Die Feuerwehr meldete mehr als 130 Einsatzkräfte vor Ort, eine Quelle nannte 160 auf dem Höhepunkt des Einsatzes. Viele Bewohner wurden über das Treppenhaus geführt.
- Betroffene Personen
- 115 Personen
- Evakuiert/gerettet
- 25 Personen
- Leicht verletzt
- 13 Personen
- Im Krankenhaus
- 5 Personen
Zweiter Brand belastet Ressourcen
Der Brand in Friedrichshain war einer von zwei Großeinsätzen der Berliner Feuerwehr am Freitagmorgen. Ein separater Brand brach im vierten Stock eines zehnstöckigen Wohngebäudes im Märkischen Viertel aus und breitete sich auf die darüber liegende Etage aus. Etwa 70 Menschen wurden aus diesem Gebäude geführt, eine Person erlitt leichte Verletzungen. Zusammen banden die beiden Einsätze 300 Berliner Feuerwehrleute, was die Alarmierung von Freiwilligen Feuerwehren für weitere kleinere Einsätze in der Stadt erforderlich machte.
Nachwirkungen
Die Bewohner des Friedrichshainer Hochhauses konnten am Freitagmorgen aufgrund der laufenden Nacharbeiten nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Straße der Pariser Kommune war zwischen An der Ostbahn und Rüdersdorfer Straße in beide Richtungen gesperrt, und die Polizei bat Autofahrer, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Psychosoziale Unterstützung war vor Ort, darunter Mitarbeiter des Bezirksamtes, das auch Unterkünfte für diejenigen organisierte, deren Wohnungen nicht mehr bewohnbar waren.
