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Berliner Polizei nimmt drei Männer fest und beschlagnahmt Schusswaffen bei länderübergreifenden Razzien gegen türkische Erpresserbanden

Unterstützt von Spezialkräften durchsuchte die Berliner Polizei Wohnungen und ein Café in drei Bundesländern und nahm drei Verdächtige fest. Es handelt sich um ein laufendes Vorgehen gegen türkischstämmige Schutzgelderpresser, die seit über einem Jahr Geschäftsleute terrorisieren.

Hintergrund der Erpressungsserie

Seit mehr als einem Jahr werden türkische und kurdische Geschäftsleute in Berlin von kriminellen Gruppen ins Visier genommen, deren Anführer von der Türkei aus operieren. Immer wieder werden Schaufenster und Fassaden beschossen – Teil einer Schutzgelderpressung. Die Täter fordern hohe Summen und untermauern ihre Drohungen mit Gewalt.

Junge Männer werden gezielt im Ausland für diese Zwecke angeworben. Sie kommen mit einem Touristenvisum kurzfristig ins Land und begehen dann Straftaten, für die sie Anweisungen erhalten haben.

Die Razzien vom Mittwoch

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft schlug die Polizei am frühen Mittwochmorgen zu. Rund 200 Beamte, unterstützt von Spezialeinsatzkommandos (SEK) und der Bundesantiterroreinheit GSG 9, durchsuchten elf Wohnungen in Berlin, vor allem in Kreuzberg, Neukölln, Tempelhof und Wedding, sowie ein Café in der Schwedenstraße. Die Razzien erstreckten sich auch auf Blankenfelde-Mahlow in Brandenburg und Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt. Der Einsatz richtete sich gegen zwölf Männer im Alter von 16 bis 61 Jahren. Drei wurden festgenommen und sollten einem Richter vorgeführt werden, der über Untersuchungshaft entscheidet.

Waffen, Drogen und Bargeld sichergestellt

Die Beamten stellten fünf scharfe Schusswaffen, Heroin und andere Drogen, Bargeld im fünfstelligen Bereich, mehrere Messer und Mobiltelefone sicher. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei der Verdächtigen wegen Schutzgelderpressung, die anderen wegen des Verdachts auf Waffenhandel. Einige der Männer sind polizeibekannt und vorbestraft. Sie werden alle der organisierten Kriminalität zugeordnet.

So gehen die Banden vor

Die Banden fliegen junge Männer aus der Türkei für kurze Aufenthalte nach Deutschland ein. Sie werden als „Schützen“ bezeichnet, die dafür bezahlt werden, auf Geschäfte, Autos oder Menschen zu schießen. Oft wohnen sie in angemieteten Wohnungen, erhalten Anweisungen über Internetportale oder Chatgruppen und verlassen das Land nach ein bis zwei Wochen. Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel warnte bereits im Januar, dass viele der Täter kaum Deutsch sprechen und ihre Drahtzieher entweder im Ausland sitzen oder in lokale Strukturen der organisierten Kriminalität eingebettet sind.

Zeitleiste des Erpressungsfalls
  1. Die Sondereinheit 'Ferrum' der Polizei wird zur Bekämpfung der gewalttätigen Gruppen und Waffenkriminalität eingerichtet.
  2. Die Taskforce 'Telum' der Staatsanwaltschaft wird gegründet, um mit Ferrum zusammenzuarbeiten.
  3. Großrazzia: 57 Beamte, 28 Durchsuchungsbeschlüsse, neun Festnahmen, fünf in Untersuchungshaft.
  4. Knapp 30 Tatverdächtige in Untersuchungshaft; über 100 Strafverfahren laufen.
  5. Erneute Razzien in drei Bundesländern, drei Männer festgenommen, Schusswaffen, Drogen und Bargeld sichergestellt.

Polizeidruck wird erhöht

Die Berliner Polizei richtete im November 2025 die Sondereinheit „Ferrum“ ein, die Staatsanwaltschaft folgte im Februar 2026 mit der Taskforce „Telum“. Die gemeinsame Arbeit hat bereits zahlreiche Erfolge erzielt. Am 13. Mai führte eine Großrazzia mit 57 Beamten zu 28 Durchsuchungsbeschlüssen und neun Festnahmen, von denen fünf in Untersuchungshaft kamen. Bis Ende Mai sprachen die Ermittler von knapp 30 inhaftierten Tatverdächtigen und über 100 laufenden Strafverfahren.

Berlin · Blankenfelde-Mahlow · Bitterfeld-Wolfen

6 Quellen

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