
Berliner CSD-Angreifer von Polizei getötet, nachdem er mit Auto in Menschenmenge raste; eine Tote, 29 Verletzte
Der 21-jährige deutsch-libanesische Verdächtige Abdul B. wurde in einer Kleingartenkolonie in Spandau aufgespürt und ging mit einer Klinge auf Beamte los, bevor das SEK das Feuer eröffnete. Er starb am Tatort. Der Anschlag am Samstagabend tötete eine Frau und verletzte 29. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen, und die Behörden sagen, alles deute auf ein islamistisches Motiv hin.
Angriff beim Berliner Christopher Street Day
Am Samstagabend raste der Fahrer eines Autos in eine Menschenmenge nahe der Christopher-Street-Day-Parade in Berlin, tötete eine Frau und verletzte 29. Er floh dann aus dem Fahrzeug und griff nach Angaben von Innenminister Alexander Dobrindt wahrscheinlich mehrere Passanten mit einer Machete an. Die Parade wurde abgesagt, während die Rettungskräfte am Tatort reagierten. Die Polizei teilte am Sonntagnachmittag mit, dass die Verletzten nicht mehr in Lebensgefahr seien.
Radikalisierung und rechtlicher Werdegang des Verdächtigen
Abdul B. wurde 2005 in Berlin geboren, besaß die deutsche Staatsbürgerschaft und hatte libanesische Familienwurzeln. Die Behörden beschrieben eine dokumentierte Radikalisierung innerhalb der islamistischen Szene. 2025 versuchte er mehrfach, sich im Ausland dem Islamischen Staat anzuschließen, wurde im Juli im Libanon festgenommen und drei Monate inhaftiert, kehrte dann am 17. November nach Deutschland zurück und wurde am Flughafen BER sofort erneut festgenommen.
Im Mai 2026 verurteilte ihn ein Jugendgericht wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und verhängte eine Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Das Gericht hob seinen Haftbefehl auf und betonte, dass Untersuchungshaft nicht zu einer vorgezogenen Strafe werden dürfe. Die Generalstaatsanwaltschaft legte gegen das Urteil Berufung ein und forderte eine längere, nicht zur Bewährung ausgesetzte Strafe und fortgesetzte Haft. Anfang dieses Monats durchsuchten Ermittler seine Wohnung in Berlin-Schöneberg wegen des Anfangsverdachts von Verstößen gegen das Waffengesetz.
Fahndung und tödlicher Schusswaffeneinsatz
Die Polizei veröffentlichte am Sonntagmorgen ein Foto von Abdul B. und leitete eine öffentliche Fahndung ein. Gegen 18:00 Uhr wurde er in einer Kleingartenkolonie in Spandau aufgespürt. Er ging mit einer Stichwaffe auf die Spezialeinheit zu, woraufhin das SEK das Feuer eröffnete.
Trotz sofortiger Wiederbelebungsmaßnahmen der Berliner Feuerwehr verstarb er noch am Tatort.
- Verdächtiger im Libanon festgenommen, als er versuchte, sich dem Islamischen Staat anzuschließen; drei Monate in Haft
- Rückkehr nach Deutschland, erneute Festnahme am Flughafen Berlin BER
- Verurteilung wegen Vorbereitung einer schweren Gewalttat; Jugendstrafe von 1 Jahr und 10 Monaten; Gericht hebt Haftbefehl auf
- Auto rast in Menschenmenge nahe Berliner CSD, eine Frau getötet, 29 Verletzte; Verdächtiger flieht
- Polizei veröffentlicht Foto von Abdul B. und leitet öffentliche Fahndung ein
- Verdächtiger in Spandauer Kleingartenkolonie aufgespürt; geht mit Stichwaffe auf Beamte los, SEK eröffnet Feuer; stirbt am Tatort
Ermittlungen und Reaktionen
Die Bundesanwaltschaft, Deutschlands oberste Anklagebehörde, übernahm den Fall. Dobrindt sagte, alles deute auf einen islamistischen Terroranschlag hin. Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner zeigte sich erleichtert, dass der Verdächtige innerhalb von 24 Stunden gestoppt werden konnte.
Dass die Berliner Polizei den Verdächtigen innerhalb von 24 Stunden hat, ist ein großer Erfolg für die Ermittlungsbehörden. Und dafür bin ich sehr dankbar.
Anhaltende islamistische Bedrohung
Das Bundesamt für Verfassungsschutz führte 2025 insgesamt 28.645 Personen dem islamistischen Spektrum zu, schätzungsweise 9.110 von ihnen gelten als gewaltorientiert. Die Behörde sagt, die Gefahr durch islamistischen Terrorismus in Deutschland bleibe anhaltend hoch, und verweist auf die Anschläge von 2025 in Berlin, Bielefeld, Essen und München als Sinnbild für die dschihadistische Bedrohung.
