
Stefan Evers fordert Ausbau der KI-gestützten Polizei-Videoüberwachung in Berlin
Vor der Berliner Landtagswahl am 20. September 2026 hat der CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers gefordert, den rechtlichen Rahmen für KI-gestützte Polizei-Videoüberwachung über ausgewiesene Kriminalitätsschwerpunkte hinaus auszuweiten.
Vorschlag zur Ausweitung der Überwachung
Der Spitzenkandidat der Christlich Demokratischen Union für die Berliner Landtagswahl am 20. September 2026, Stefan Evers, hat eine breitere Einführung von Videoüberwachung in der Hauptstadt gefordert. Evers, der derzeit Berliner Senator für Finanzen und Kultur ist, argumentierte, dass die Stadt die rechtliche Grundlage für den Einsatz automatisierter Kamerasysteme erweitern müsse. Die derzeitigen Regelungen, die unter der Regierungskoalition von CDU und SPD eingeführt wurden, erlauben den Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Videoüberwachung nur an ausgewiesenen Kriminalitätsschwerpunkten. Evers erklärte in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur, dass die Behörden über die Beschränkung der Technologie auf offiziell ausgewiesene Brennpunkte hinausgehen müssten. Er betonte, dass eine Ausweitung dieser Befugnisse notwendig sei, um öffentliche Räume in der ganzen Stadt für die Bewohner spürbar sicherer zu machen.
Dieser Ansatz ist genau der richtige, und wir brauchen viel mehr davon, denn das kann Berlin deutlich sicherer machen.
Präventive Rolle der künstlichen Intelligenz
Evers betonte einen funktionalen Unterschied zwischen herkömmlichen Kamerasystemen und solchen, die mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sind. Seiner Ansicht nach diente die traditionelle Videoüberwachung in erster Linie der Sicherung von Beweisen für nachträgliche Ermittlungen nach einer Straftat, neben einer teilweisen abschreckenden Wirkung. Im Gegensatz dazu verarbeitet automatisierte Kamerasoftware visuelles Material, um auffällige Verhaltensmuster von Personen in Echtzeit zu erkennen. Diese automatisierte Erkennung ermöglicht es dem System, Polizeibeamte auf potenzielle Gefahren aufmerksam zu machen, bevor Straftaten auf der Straße geschehen. Evers erklärte, dass solche Frühwarnungen eine aktive Kriminalprävention ermöglichen, anstatt einer passiven Aufzeichnung nach dem Vorfall.
Moderne Technologie erlaubt es der Polizei, gefährliche Situationen frühzeitig zu erkennen und die Beamten darauf aufmerksam zu machen, bevor es überhaupt zu Straftaten kommt.
Schutz gefährdeter städtischer Orte
Um die Technologie breiter anzuwenden, schlug Evers vor, dass nachgewiesene Risikobewertungen als rechtlicher Auslöser für den Kameraeinsatz dienen sollten, anstatt nur formeller Kriminalitätsstatistiken. Als konkretes Beispiel nannte er das Regenbogenkiez-Viertel in Berlin. Evers wies darauf hin, dass mehrere Orte in dem Gebiet, darunter ein israelisches Restaurant und queere Bars, wiederholt Bedrohungen und Angriffen ausgesetzt waren. Unter den derzeitigen rechtlichen Beschränkungen können die Behörden an diesen Orten keine KI-gestützte Videoüberwachung installieren, da die Gebiete nicht die gesetzliche Schwelle für Kriminalitätsschwerpunkte erfüllen. Evers argumentierte, dass eine Ausweitung der rechtlichen Parameter es den Sicherheitskräften ermöglichen würde, gefährdete Gruppen direkt in diesen Umgebungen zu schützen.
Ich möchte, dass sich jeder überall in Berlin sicher fühlt. Und deshalb gehört für mich der Einsatz dieser Technologie dazu.
Datenschutzdebatte und Pilotversuch
Die Debatte über Kameraüberwachung in Berlin dreht sich weiterhin um Argumente zu Bürgerrechten und Datenschutz. Kritiker einer ausgeweiteten öffentlichen Überwachung führen häufig Datenschutzbestimmungen und -gesetze als Hauptargumente gegen eine verstärkte Kameraabdeckung auf öffentlichen Straßen an. Evers ging auf diese Bedenken ein, indem er erklärte, dass die Regierung wirksame Sicherheitsmaßnahmen nicht blockieren dürfe, während Bewohner sich in bestimmten Bezirken unsicher fühlten. Er erwähnte, dass Frauen, jüdische Menschen und queere Bewohner ihm häufig direkt Sicherheitsbedenken mitteilten. Der Vorschlag fällt mit einem laufenden Polizei-Pilotprojekt am Kottbusser Tor zusammen, bei dem Sicherheitskräfte neue KI-gesteuerte Kamerasysteme testen, um verdächtige Aktivitäten im öffentlichen Raum zu identifizieren.
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