
Ein Bergmann stirbt nach unterirdischem Erdstoß im Eko-Plus-Bergwerk in Bytom, zwei weitere ins Krankenhaus eingeliefert
Ein Erdstoß am Mittwochnachmittag im privaten Eko-Plus-Bergwerk in Bytom forderte ein Todesopfer und zwei Verletzte, nachdem Rettungskräfte stundenlang auf das Abklingen der seismischen Aktivität warten mussten, bevor sie den Arbeiter in 650 Metern Tiefe erreichen konnten.
Erdstoß unter Tage
Ein starker Erdstoß erschütterte am Mittwochnachmittag das private Steinkohlebergwerk Eko-Plus in Bytom. Neun Bergleute befanden sich in der Gefahrenzone, 650 Meter unter der Erdoberfläche. Acht von ihnen zogen sich selbstständig zurück, einer blieb in einer Strecke eingeschlossen. Der Kontakt zu dem vermissten Arbeiter konnte nicht hergestellt werden. Drei Bergleute wurden verletzt; der medizinische Dienst untersuchte sie über Tage. Zwei wurden ins Krankenhaus eingeliefert (einer mit einer Kopfverletzung, der andere mit einer Oberschenkelverletzung), der dritte kehrte nach der Behandlung nach Hause zurück.
Beide waren in gutem Zustand.
Rettung durch seismische Aktivität verzögert
Die seismische Aktivität blieb mehrere Stunden lang hoch, sodass die Rettungsteams ihre Basis nicht verlassen und den betroffenen Bereich betreten konnten. Gegen 16:00 Uhr entsandte die Zentrale Grubenrettungsstation (CSRG) zwei spezialisierte Rettungstrupps und Messtrupps, die jedoch warten mussten. Die Rettungsbasis befand sich mehr als 200 Meter von der Stelle entfernt, an der der vermisste Bergmann vermutet wurde. Kollegen hatten ihn zuletzt etwa 20–25 Meter vom Abbau entfernt gesehen. Obwohl die Strecke durch den Erdstoß verformt war, blieb sie passierbar.
Wir warten darauf, dass die Gefahr nachlässt, denn die Gesteinsmasse arbeitet ständig und stellt eine Bedrohung dar.
Tödliche Entdeckung
Kurz nach 21:00 Uhr ließ die seismische Gefahr nach, sodass ein Rettungstrupp mit der Durchsuchung der Grubenbaue beginnen konnte. Der vermisste Bergmann wurde gefunden, doch die Retter stellten keine Lebenszeichen fest. Der Einsatz hatte einen tragischen Ausgang.
- Starker Erdstoß in 650 m Tiefe; neun Bergleute in Gefahrenzone, acht ziehen sich selbstständig zurück.
- CSRG entsendet zwei spezialisierte Rettungsteams und Messtrupps zum Bergwerk.
- Seismische Gefahr lässt nach; Rettungstrupp beginnt mit der Durchsuchung der Strecke.
Bergwerk und seismisches Risiko
Eko-Plus ist eines von nur zwei privaten Steinkohlebergwerken in Polen mit inländischem Kapital. Es ist seit 2010 in Betrieb, baut die Vorkommen des ehemaligen Bergwerks „Powstańców Śląskich“ ab und beschäftigt knapp 400 Mitarbeiter. Daten der Staatlichen Bergbehörde zeigen, dass polnische Steinkohlebergwerke jährlich rund 1.500 hochenergetische Erschütterungen (Magnitude über 1,7) verzeichnen. Die meisten haben keine negativen Auswirkungen; die Hauptursache ist die Spannungsfreisetzung im Gebirge durch den Kohleabbau.

