
Belgien schließt Geflügelfarm in Geel, nachdem Salmonellenausbruch 306 Menschen krank macht und Rückrufe in acht EU-Ländern auslöst
Belgische Lebensmittelsicherheitsbehörden haben den gesamten Betrieb der Geflügelfarm Laerco in Geel eingestellt, nachdem mindestens 306 Menschen erkrankt waren. Dies führte zu Eierrückrufen in Belgien und acht weiteren europäischen Ländern.
Entdeckung und Stilllegung der Geflügelfarm
Belgische Lebensmittelsicherheitsbehörden haben einen über mehrere Monate andauernden Salmonellenausbruch auf die Geflügelfarm Laerco, auch bekannt als De Pluimhoeve, in Geel in der Provinz Antwerpen zurückgeführt. Die Bundesagentur für die Sicherheit der Lebensmittelkette (FAVV) identifizierte den spezifischen Bakterienstamm anhand von Staubproben, die in einem der Hühnerställe der Anlage entnommen wurden. Die erste Kontamination wurde Ende April 2026 festgestellt, woraufhin Inspektoren am 11. Mai 2026 einen gezielten Produktrückruf einleiteten. Zu diesem Zeitpunkt gingen die Behörden davon aus, dass die Bakterien auf einen von vier Ställen auf dem Gelände beschränkt waren. Eier aus diesem Stall wurden ausschließlich an industrielle Verarbeitungsbetriebe weitergeleitet, in denen die Pasteurisierung den Erreger neutralisiert, während die übrigen drei Ställe weiterhin regulär auslieferten.
Die Infektionszahlen in Belgien stiegen trotz der ersten Maßnahmen weiter an, was die Inspektoren zu erneuten Probenahmen veranlasste. Labortests bestätigten, dass sich der Salmonellenstamm auf einen zweiten Geflügelstall ausgebreitet hatte. Am 10. August 2026 ordnete die FAVV einen sofortigen Stopp aller Tätigkeiten auf dem gesamten Gelände in Geel an und leitete einen umfassenden Rückruf aller dort produzierten Eier ein.
- Inspektoren entdecken Salmonellenbakterien auf der Geflügelfarm Laerco in Geel
- FAVV leitet ersten Rückruf ein und isoliert einen von vier Geflügelställen
- FAVV stoppt die gesamte Produktion am Standort, nachdem Salmonellen auf einen zweiten Stall übergegriffen haben
- Offizielle Zahl erreicht mindestens 306 Erkrankungen, während Rückrufe auf acht EU-Länder ausgeweitet werden
Grenzüberschreitende Rückrufe und Fallzahlen
Bis zum 25. August 2026 wurden in Belgien mindestens 306 bestätigte Salmonelleninfektionen mit dem Erzeuger in Verbindung gebracht. Die Behörden verglichen Stuhlproben der Patienten mit DNA-Profilen der Farm in Geel. FAVV-Sprecherin Hélène Bonte erklärte, dass die offizielle Fallzahl wahrscheinlich das wahre Ausmaß des Ausbruchs unterschätze, da viele Menschen mit leichten Symptomen keinen Arzt aufsuchen.
Das sind Menschen, die einen Arzt wegen Symptomen aufgesucht haben, die auf eine Lebensmittelvergiftung hindeuten könnten.
Da Laerco Eier in die gesamte Europäische Union exportierte, wurde das Europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) aktiviert, um präventive Rückrufe in acht weiteren Mitgliedstaaten zu koordinieren: den Niederlanden, Frankreich, Luxemburg, Italien, Spanien, Portugal, Polen und der Tschechischen Republik. Die niederländische Behörde für Lebensmittel- und Verbrauchersicherheit (NVWA) bestätigte, dass Eier aus Geel zwar an eine begrenzte Anzahl niederländischer Einzelhandelsgeschäfte geliefert wurden, aber bis zum 25. August 2026 keine Infektionen in den Niederlanden gemeldet wurden. Die Ermittler prüften auch mögliche Verbindungen zu einem separaten Salmonellenausbruch im Vereinigten Königreich, jedoch ergab die Rückverfolgung keinen eindeutigen Zusammenhang.
Vertrieb im Einzelhandel und Gesundheitshinweise
Der Rückruf umfasst Eier aus Bodenhaltung, die auf der Schale mit vier spezifischen Chargencodes gekennzeichnet sind: 2-BE-1073-01, 2-BE-1073-02, 2-BE-1073-03 und 2-BE-1073-04. Diese Chargen wurden über Supermarktketten wie Aldi, Carrefour, Colruyt und Delhaize sowie kleinere lokale Händler weit verteilt. Die Einzelhändler haben die Verbraucher angewiesen, Eier mit diesen Codes nicht zu verzehren und sie zur vollständigen Rückerstattung an die Verkaufsstellen zurückzubringen.
Salmonellenbakterien verursachen in der Regel 12 bis 96 Stunden nach der Aufnahme Symptome wie Fieber, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Während sich gesunde Erwachsene oft innerhalb weniger Tage ohne medizinische Behandlung erholen, besteht bei Kleinkindern, älteren Menschen, Schwangeren und Personen mit geschwächtem Immunsystem ein erhöhtes Risiko für schwere Komplikationen. Die Lebensmittelsicherheitsbehörden wiesen darauf hin, dass gründliches Kochen die Bakterien abtötet, aber rohe oder unzureichend gegarte Zubereitungen wie selbstgemachte Mayonnaise ein erhebliches Kontaminationsrisiko darstellen.


