
Belgien zitiert US-Botschafter Bill White nach Online-Angriff auf Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke vor
Der belgische Außenminister Maxime Prévot kündigte eine formelle Vorladung für den US-Botschafter Bill White an, nachdem dieser in einem Online-Beitrag Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke wegen geplanter Warnhinweise auf Alkoholwerbung verspottet hatte.
Social-Media-Angriff auf Gesundheitsminister
Am Donnerstagabend veröffentlichte der US-Botschafter in Belgien, Bill White, einen Instagram-Beitrag, der sich gegen den belgischen Minister für soziale Angelegenheiten und öffentliche Gesundheit, Frank Vandenbroucke, richtete. Der Beitrag zeigte ein von künstlicher Intelligenz generiertes Bild von Vandenbroucke auf einer Zigarrenkiste und ein gerahmtes Zertifikat mit dem Text „Schädigt jede Form von Lebensfreude.“ Über dem Bild schrieb White: „Wer ist der größte VERLIERER in Belgien?“ Der Beitrag griff direkt in eine nationale Debatte über Alkoholwerbevorschriften ein, was im Widerspruch zur üblichen diplomatischen Zurückhaltung steht. White, der von US-Präsident Donald Trump ernannt wurde, teilt regelmäßig migrationsfeindliche Videos und persönliche Geschichten in sozialen Medien.
Diplomatische Vorladung und politische Reaktionen
Der belgische Außenminister Maxime Prévot kündigte am Freitag, den 28. August 2026, an, dass er White in den kommenden Tagen vorladen werde, um sich für seine Äußerungen zu verantworten. Prévot, der sich zum Zeitpunkt der Ankündigung in der Sahelzone aufhielt, holte sich vor Einleitung der diplomatischen Maßnahme die Zustimmung von Premierminister Bart De Wever ein. Die Nachrichtenagentur Belga berichtete zuerst über die Vorladung, die das Außenministerium anschließend bestätigte.
Es ist inakzeptabel, dass ein Botschafter eine solche beleidigende Sprache gegenüber einem Regierungsmitglied verwendet.
Conner Rousseau, der Vorsitzende der Vooruit-Partei, der Vandenbroucke angehört, reagierte öffentlich auf die Äußerungen des Diplomaten auf Instagram.
Bill kann ein lustiger Kerl sein. Aber er versteht nichts vom Gesundheitswesen. Er macht nur, was Papa Trump sagt. Diese Leute kümmern sich nur um Geld, nicht um unsere Gesundheit.
Belgische Beamte deuteten an, dass De Wever von Whites wiederholten Einmischungen in innere Angelegenheiten müde sei und Prévot den Umgang mit dem Gesandten überlasse. Persönlichkeiten innerhalb von Vooruit verzichteten darauf, Whites Ausweisung zu fordern, da sie kalkulierten, dass Washington ihn durch einen ähnlichen Beauftragten ersetzen würde. Sprecher des belgischen Gesundheitsministeriums und der US-Botschaft in Brüssel lehnten Stellungnahmen ab.
Der Streit um Alkoholwerbung
Der Konflikt dreht sich um einen im März 2026 von Vandenbroucke eingebrachten Entwurf für Gesundheitsvorschriften. Das Gesetz sieht vor, dass Alkoholwerbung den traditionellen Satz „Alkoholmissbrauch schadet der Gesundheit“ durch die direkte Aussage „Alkohol schadet der Gesundheit“ ersetzen muss. Brauereiverbände in Belgien haben eine organisierte Kampagne gegen die verbindliche Formulierung gestartet. Die Maßnahme folgt auf frühere Gesetze von Vandenbroucke, die die nationalen Vorschriften für Tabakverpackungen neu strukturierten.
- Belgien ruft seinen Militärattaché aus Washington zurück, nachdem dieser Donald Trumps Regierungsstil als Chaos bezeichnet hatte.
- Maxime Prévot zitiert Bill White vor, nachdem der Botschafter eine Antwerpener Beschneidungsuntersuchung als antisemitisch bezeichnet hatte.
- Frank Vandenbroucke schlägt vor, Alkoholwarnhinweise durch eine direkte Gesundheitswarnung zu ersetzen.
- Bill White veröffentlicht ein KI-Bild, das Vandenbroucke als größten Verlierer in Belgien bezeichnet.
- Maxime Prévot kündigt eine zweite diplomatische Vorladung für Bill White mit Zustimmung von Bart De Wever an.
Geschichte der bilateralen diplomatischen Reibungen
Der Vorfall ist das zweite Mal im Jahr 2026, dass die belgischen Behörden White offiziell vorladen. Im Februar 2026 bestellte Prévot den Botschafter ins Außenministerium, nachdem White eine gerichtliche Untersuchung in Antwerpen gegen drei jüdische Männer kritisiert hatte, denen beschuldigt wurde, ohne medizinische Qualifikation Beschneidungen durchgeführt zu haben. White bezeichnete die Untersuchung als lächerlich und antisemitisch und versuchte, Vandenbroucke unter Druck zu setzen, sie zu stoppen, was die belgische Regierung dazu veranlasste, dem Botschafter Einmischung in innere Justizangelegenheiten vorzuwerfen. Beamte warnten White inoffiziell, dass wiederholte Einmischung riskiere, ihn zum Paria zu machen, der nicht in der Lage sei, Handelsabkommen auszuhandeln.
Die bilateralen Beziehungen erlebten eine ähnliche Episode Ende 2025, als Brüssel seinen Militärattaché aus Washington abberief. Dies geschah, nachdem der belgische General in einer Armeezeitschrift geschrieben hatte, dass Trumps politischer Stil von Chaos geprägt sei, woraufhin die belgische Diplomatie schnell einschritt, um einen offenen Bruch mit den Vereinigten Staaten zu vermeiden.


