Belgien erneut torlos: Ngoy-Platzverweis verstärkt WM-Frust
Belgiens enttäuschende WM-Kampagne setzte sich mit einem 0:0-Unentschieden gegen Iran in Inglewood, Kalifornien, fort, nachdem Verteidiger Nathan Ngoy in der zweiten Halbzeit die Rote Karte gesehen hatte.
Belgischer Frust hält an
Belgien gelang im zweiten WM-Spiel in Folge kein Tor und spielte im SoFi Stadium ein 0:0 gegen Iran. Die Mannschaft von Cheftrainer Rudi Garcia dominierte zwar den Ballbesitz, fand aber kein Mittel gegen Alireza Beiranvand. Maxim De Cuyper hatte zwei klare Chancen, eine wurde in der 60. Minute spektakulär gehalten, die andere spät im Spiel vereitelt. Das Ergebnis lässt Belgien mit nur zwei Punkten aus zwei Spielen zurück – und weiterhin ohne Tor aus dem Spiel heraus (das einzige Tor bisher fiel durch ein Eigentor Ägyptens im Auftaktspiel).
Wenn in dieser Gruppe auch nur ein Funken Qualität steckte, käme Belgien nicht weiter. Einfach nur furchtbarer Mist.
Belgiens größter Trumpf in diesem Turnier ist bisher die Tatsache, dass sie in der Lachgruppe sind.
Platzverweis verschärft Misere
Belgiens Aufgabe wurde in der 66. Minute schwerer, als Innenverteidiger Nathan Ngoy den Ball schlecht annahm und dann Mehdi Taremi foulte, der auf das Tor zusteuerte. Schiedsrichter Darío Herrera zeigte die Rote Karte und stellte Belgien in Unterzahl. Der Platzverweis krönte einen frustrierenden Nachmittag für Ngoy und die Abwehr, die im Vergleich zur goldenen Generation vergangener Turniere anfällig wirkt.
Irans defensive Meisterklasse
Irans Torhüter Alireza Beiranvand war der herausragende Spieler und zeigte eine Reihe von Paraden, die seine Mannschaft im Spiel hielten. Seine instinktive Abwehr von De Cuyper Schuss aus kürzester Distanz in der zweiten Halbzeit ließ die Zuschauer staunen. Iran hatte eigene Chancen, Taremi wurde in der 25. Minute ein Tor wegen einer knappen Abseitsstellung nach einer cleveren Freistoßvariante aberkannt. Auch Thibaut Courtois im belgischen Tor musste früh gegen Hossein Kanaani und Taremi eingreifen.
Politische Schatten über den Rängen
Weißt du, was mich stört? Diese zwei Buchstaben – IR. Sie lassen die Leute sogar darüber nachdenken, ob sie dieses Team unterstützen sollen.
Das Spiel fand vor einer großen iranischstämmigen Menschenmenge in Inglewood, Kalifornien, statt, wo viele Fans mit dem Erbe der Islamischen Republik ringen. Einige Anhänger buhten ihre eigene Nationalhymne aus, hin- und hergerissen zwischen Stolz auf das Team und Opposition gegen das Regime. Davar, ein Fan, der nur diesen Namen nannte, sagte, er und andere seien „von der iranischen Regierung verflucht“ und könnten nicht nach Hause zurückkehren. Die Atmosphäre verlieh dem Spiel eine zusätzliche Spannungsebene jenseits des Fußballs.
- Anpfiff im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien.
- Hossein Kanaanis Schuss zwingt Thibaut Courtois zu einer Parade.
- Mehdi Taremi trifft nach einer cleveren Freistoßvariante, aber das Tor wird wegen Abseits aberkannt.
- Alireza Beiranvand pariert glänzend gegen Maxim De Cuyper aus kurzer Distanz.
- Nathan Ngoy foult Taremi und sieht die Rote Karte.
- De Cuyper vergibt eine weitere klare Chance, erneut von Beiranvand vereitelt.
- Abpfiff: Belgien 0:0 Iran.
Gruppe G wird spannend
Nach zwei Runden haben Iran und Belgien jeweils zwei Punkte, Neuseeland und Ägypten je einen Punkt bei einem Spiel weniger. Die letzten Gruppenspiele am 27. Juni sehen Belgien gegen Neuseeland und Iran gegen Ägypten. Beide Seiten haben ihr Schicksal noch selbst in der Hand, aber der Druck liegt eindeutig auf der europäischen Seite, endlich eine Leistung zu zeigen, die dem individuellen Talent auf dem Platz entspricht.


