Migration · Brüssel, Namur und Lüttich

Tausende bilden in Brüssel eine Menschenkette, während Belgiens Gesetz zu Hausdurchsuchungen vor der Abstimmung steht

Am Abend des 4. November 2026 protestierten Menschen in mehr als 50 belgischen Städten und Gemeinden gegen einen Gesetzentwurf, der es der Polizei erlauben würde, Wohnungen zu betreten, um Personen festzunehmen, die Anordnungen zur Ausreise ignoriert haben. Die föderale Kammer soll am 5. November über den Entwurf abstimmen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von De Standaard, La Libre.be, vrtnws.be und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Brüssel, Namur, Lüttich · Belgien

Proteste in ganz Belgien

Am Abend des 4. November 2026 versammelten sich Demonstrierende in mehr als 50 belgischen Städten und Gemeinden gegen einen Gesetzentwurf zu Hausdurchsuchungen, den die Kampagne „No ICE in Belgium“ nannte. Die Versammlungen vor den Rathäusern begannen um 18 Uhr, und ein Bericht von RTBF nannte mehr als 55 Orte. Die größte Menschenmenge war in Brüssel, wo die Menschen eine Menschenkette um den Palais de Justice bildeten, ein im 19. Jahrhundert errichtetes Gebäude, das 1883 eingeweiht wurde und 186 auf 177 Meter misst. Die Teilnehmenden standen stellenweise fünf bis sechs Reihen tief hinter Absperrband mit der Aufschrift „Stop home searches“, trotz Kälte und Wind. Die gemeldeten Zahlen für die Menschenmenge in Brüssel weichen voneinander ab: Die RTBF-Schlagzeile nannte 3.000, 7sur7 schrieb von mehreren Tausend und VRT NWS von Tausenden.

Gemeldete Teilnehmerzahlen, Abend des 4. November 2026Personen
Brüssel, Palais de Justice (RTBF-Schlagzeile)
3000 Personen
Lüttich, Rathaus (RTBF)
450 Personen
Namur, Rathaus (mehr als 400, La Libre)
400 Personen

Daten aus dem Artikeltext

Andernorts waren die Menschenmengen kleiner, aber immer noch groß. In Namur versammelten sich nach Angaben von La Libre mehr als 400 Menschen am Rathaus. In Lüttich kamen etwa 450 Menschen hinter dem Rathaus zusammen, wo Rednerinnen und Redner verschiedener Gruppen, darunter die Ligue des droits humains, zur Menge sprachen.

Was der Gesetzentwurf erlauben würde

Der von der Asyl- und Migrationsministerin Anneleen Van Bossuyt (N-VA) und der Justizministerin Annelies Verlinden (CD&V) eingereichte Entwurf würde es der Polizei erlauben, gemeinsam mit dem Ausländeramt (DVZ) die mutmaßliche Wohnung einer Person zu betreten, die eine Anordnung zum Verlassen des belgischen Hoheitsgebiets ignoriert hat, und diese Person anschließend administrativ festzuhalten. Ein Betreten ist nur möglich, wenn die Person eine Gefahr für die öffentliche Ordnung oder die nationale Sicherheit darstellt. Darüber, wer jedes Betreten genehmigen muss, gehen die Darstellungen auseinander: Eine nennt einen Untersuchungsrichter, eine andere einen Friedensrichter (vrederechter). Der Text richtet sich gegen Menschen im irregulären Aufenthalt, die sich ihrer Rückführung verweigern.

Die Kammer soll am 5. November über den Entwurf abstimmen. Lucie Boclinville, Mitglied des Kollektivs No ICE Namur, sagte, sie bleibe skeptisch, hoffe aber, dass das politische Klima den Protestierenden zugutekomme. Sie verwies auf Meinungsverschiedenheiten innerhalb der föderalen Regierung über den Haushalt, die ihrer Ansicht nach die Regierung noch vor der Abstimmung stürzen könnten.

„Wir sind weiterhin recht skeptisch, aber wir hoffen weiterhin, dass sich das zu unseren Gunsten auswirken wird.“

Lucie Boclinville

Kritik von Juristen und Hilfsorganisationen

Der 46-jährige Anwalt Ivan Ficher schloss sich in seiner Robe der Menschenkette an und argumentierte, der Entwurf stelle eine echte Gefahr für die Grundrechte dar und dränge die Rolle des Untersuchungsrichters an den Rand. Er bezeichnete ihn als symbolische Gesetzgebung rechter Parteien, die ihre Wähler zufriedenstellen wollten. Thomas Willekens von Vluchtelingenwerk Vlaanderen sagte, die Beteiligung zeige, dass die Menschen weiterhin anderer Meinung seien als die Regierung.

„Diese große Beteiligung in Brüssel zeigt, dass es weiterhin Menschen gibt, die anderer Meinung sind als die Regierung.“

Thomas Willekens

Die Organisation schickte am 4. November einen offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden und forderte die Abgeordneten auf, den Entwurf abzulehnen. Willekens nannte das Gesetz vage, überflüssig und schädlich für die Gesellschaft.

„Das Gesetz ist vage formuliert, überflüssig und schädlich für unsere Gesellschaft.“

Thomas Willekens

Am meisten stören sich die Demonstrierenden an den unbestimmten Begriffen öffentliche Ordnung und nationale Sicherheit. In Lüttich kritisierten Aktivistinnen und Aktivisten zudem den Begriff der Störung der öffentlichen Ordnung, der ihrer Befürchtung nach willkürlich ausgelegt werden könnte, und lehnten es ab, Menschen ohne Papiere mit Kriminalität in Verbindung zu bringen. Sie warnten außerdem, dass Polizeibesuche in Wohnungen von Menschen, die irregulär aufhältige Personen beherbergen, Gastfreundschaft kriminalisieren könnten.

Ein Zeugenbericht aus Lüttich

Bei der Kundgebung in Lüttich schilderte eine Rednerin die Festnahme einer Frau in Lüttich im September 2024. Nach Darstellung der Rednerin betraten zwei Polizisten ohne Erlaubnis das Haus und nahmen die Frau auf Ersuchen des Ausländeramts mit. Die Rednerin sagte, die schwer erkrankte Frau sei in das geschlossene Zentrum Holsbeek gebracht und dort vier Tage lang ohne ihre medizinische Behandlung festgehalten worden; eine Woche nach ihrer Festnahme sei sie freigelassen worden. Diese Angaben stammen aus dem Bericht der Rednerin über den Fall.

Wie es weitergeht

Die Kammer soll am 5. November über den Entwurf abstimmen, einen Tag nach den Massenprotesten. Die Organisatoren forderten die Abgeordneten in ihrem offenen Brief auf, gegen den Text zu stimmen. Ob der Haushaltsstreit der föderalen Regierung den Zeitpunkt der Abstimmung beeinflusst, bleibt offen, wie Boclinville andeutete.

Fragen zu diesem Text

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