Migration · Brüssel, Namur und Lüttich
Tausende bilden in Brüssel eine Menschenkette, während Belgiens Gesetz zu Hausdurchsuchungen vor der Abstimmung steht
Am Abend des 4. November 2026 protestierten Menschen in mehr als 50 belgischen Städten und Gemeinden gegen einen Gesetzentwurf, der es der Polizei erlauben würde, Wohnungen zu betreten, um Personen festzunehmen, die Anordnungen zur Ausreise ignoriert haben. Die föderale Kammer soll am 5. November über den Entwurf abstimmen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von De Standaard, La Libre.be, vrtnws.be und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Am Abend des 4. November 2026 fanden in belgischen Städten und Gemeinden mehr als 50 Versammlungen statt, wobei ein RTBF-Bericht mehr als 55 Orte zählte. In Brüssel bildeten mehrere Tausend Menschen eine Menschenkette um den Palais de Justice.
Nach dem von Ministerin Anneleen Van Bossuyt (N-VA) und Ministerin Annelies Verlinden (CD&V) eingereichten Entwurf könnten Polizei und Ausländeramt die mutmaßliche Wohnung einer Person betreten, die eine Ausreiseanordnung ignoriert hat, jedoch nur, wenn die Person eine Gefahr für die öffentliche Ordnung oder die nationale Sicherheit darstellt.
Die Darstellungen zum zuständigen Richter gehen auseinander: Eine nennt einen Untersuchungsrichter, eine andere einen Friedensrichter (vrederechter), der jedem Betreten zustimmen müsse.
Der 46-jährige Anwalt Ivan Ficher nannte den Entwurf eine echte Gefahr für die Grundrechte, während Thomas Willekens von Vluchtelingenwerk Vlaanderen am 4. November einen offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden schickte.
Die Kammer soll am 5. November über den Entwurf abstimmen, und Lucie Boclinville von No ICE Namur hofft, dass Haushaltsstreitigkeiten in der föderalen Regierung dies verhindern könnten.
Proteste in ganz Belgien
Am Abend des 4. November 2026 versammelten sich Demonstrierende in mehr als 50 belgischen Städten und Gemeinden gegen einen Gesetzentwurf zu Hausdurchsuchungen, den die Kampagne „No ICE in Belgium“ nannte. Die Versammlungen vor den Rathäusern begannen um 18 Uhr, und ein Bericht von RTBF nannte mehr als 55 Orte. Die größte Menschenmenge war in Brüssel, wo die Menschen eine Menschenkette um den Palais de Justice bildeten, ein im 19. Jahrhundert errichtetes Gebäude, das 1883 eingeweiht wurde und 186 auf 177 Meter misst. Die Teilnehmenden standen stellenweise fünf bis sechs Reihen tief hinter Absperrband mit der Aufschrift „Stop home searches“, trotz Kälte und Wind. Die gemeldeten Zahlen für die Menschenmenge in Brüssel weichen voneinander ab: Die RTBF-Schlagzeile nannte 3.000, 7sur7 schrieb von mehreren Tausend und VRT NWS von Tausenden.
- Brüssel, Palais de Justice (RTBF-Schlagzeile)
- 3000 Personen
- Lüttich, Rathaus (RTBF)
- 450 Personen
- Namur, Rathaus (mehr als 400, La Libre)
- 400 Personen
Daten aus dem Artikeltext
Andernorts waren die Menschenmengen kleiner, aber immer noch groß. In Namur versammelten sich nach Angaben von La Libre mehr als 400 Menschen am Rathaus. In Lüttich kamen etwa 450 Menschen hinter dem Rathaus zusammen, wo Rednerinnen und Redner verschiedener Gruppen, darunter die Ligue des droits humains, zur Menge sprachen.
Was der Gesetzentwurf erlauben würde
Der von der Asyl- und Migrationsministerin Anneleen Van Bossuyt (N-VA) und der Justizministerin Annelies Verlinden (CD&V) eingereichte Entwurf würde es der Polizei erlauben, gemeinsam mit dem Ausländeramt (DVZ) die mutmaßliche Wohnung einer Person zu betreten, die eine Anordnung zum Verlassen des belgischen Hoheitsgebiets ignoriert hat, und diese Person anschließend administrativ festzuhalten. Ein Betreten ist nur möglich, wenn die Person eine Gefahr für die öffentliche Ordnung oder die nationale Sicherheit darstellt. Darüber, wer jedes Betreten genehmigen muss, gehen die Darstellungen auseinander: Eine nennt einen Untersuchungsrichter, eine andere einen Friedensrichter (vrederechter). Der Text richtet sich gegen Menschen im irregulären Aufenthalt, die sich ihrer Rückführung verweigern.
Die Kammer soll am 5. November über den Entwurf abstimmen. Lucie Boclinville, Mitglied des Kollektivs No ICE Namur, sagte, sie bleibe skeptisch, hoffe aber, dass das politische Klima den Protestierenden zugutekomme. Sie verwies auf Meinungsverschiedenheiten innerhalb der föderalen Regierung über den Haushalt, die ihrer Ansicht nach die Regierung noch vor der Abstimmung stürzen könnten.
„Wir sind weiterhin recht skeptisch, aber wir hoffen weiterhin, dass sich das zu unseren Gunsten auswirken wird.“
Kritik von Juristen und Hilfsorganisationen
Der 46-jährige Anwalt Ivan Ficher schloss sich in seiner Robe der Menschenkette an und argumentierte, der Entwurf stelle eine echte Gefahr für die Grundrechte dar und dränge die Rolle des Untersuchungsrichters an den Rand. Er bezeichnete ihn als symbolische Gesetzgebung rechter Parteien, die ihre Wähler zufriedenstellen wollten. Thomas Willekens von Vluchtelingenwerk Vlaanderen sagte, die Beteiligung zeige, dass die Menschen weiterhin anderer Meinung seien als die Regierung.
„Diese große Beteiligung in Brüssel zeigt, dass es weiterhin Menschen gibt, die anderer Meinung sind als die Regierung.“
Die Organisation schickte am 4. November einen offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden und forderte die Abgeordneten auf, den Entwurf abzulehnen. Willekens nannte das Gesetz vage, überflüssig und schädlich für die Gesellschaft.
„Das Gesetz ist vage formuliert, überflüssig und schädlich für unsere Gesellschaft.“
Am meisten stören sich die Demonstrierenden an den unbestimmten Begriffen öffentliche Ordnung und nationale Sicherheit. In Lüttich kritisierten Aktivistinnen und Aktivisten zudem den Begriff der Störung der öffentlichen Ordnung, der ihrer Befürchtung nach willkürlich ausgelegt werden könnte, und lehnten es ab, Menschen ohne Papiere mit Kriminalität in Verbindung zu bringen. Sie warnten außerdem, dass Polizeibesuche in Wohnungen von Menschen, die irregulär aufhältige Personen beherbergen, Gastfreundschaft kriminalisieren könnten.
Ein Zeugenbericht aus Lüttich
Bei der Kundgebung in Lüttich schilderte eine Rednerin die Festnahme einer Frau in Lüttich im September 2024. Nach Darstellung der Rednerin betraten zwei Polizisten ohne Erlaubnis das Haus und nahmen die Frau auf Ersuchen des Ausländeramts mit. Die Rednerin sagte, die schwer erkrankte Frau sei in das geschlossene Zentrum Holsbeek gebracht und dort vier Tage lang ohne ihre medizinische Behandlung festgehalten worden; eine Woche nach ihrer Festnahme sei sie freigelassen worden. Diese Angaben stammen aus dem Bericht der Rednerin über den Fall.
Wie es weitergeht
Die Kammer soll am 5. November über den Entwurf abstimmen, einen Tag nach den Massenprotesten. Die Organisatoren forderten die Abgeordneten in ihrem offenen Brief auf, gegen den Text zu stimmen. Ob der Haushaltsstreit der föderalen Regierung den Zeitpunkt der Abstimmung beeinflusst, bleibt offen, wie Boclinville andeutete.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- De Standaard„No ICE in Belgium“: landesweite Aktionen gegen die Verabschiedung des Gesetzes zu HausdurchsuchungenNo ICE in Belgium": over heel het land acties tegen goedkeuring wet op woonstbetredingen · Original auf Niederländisch
- La Libre.beHausdurchsuchungen - Vierhundert Menschen in Namur gegen Hausdurchsuchungen mobilisiertVisites domiciliaires - Quatre cents personnes mobilisées à Namur contre les visites domiciliaires · Original auf Französisch
- vrtnws.beTausende Demonstranten bilden Menschenkette um Justizpalast gegen HausdurchsuchungsgesetzDuizenden demonstranten vormen menselijke ketting rond Justitiepaleis tegen wet op woonstbetreding | VRT NWS Nieuws · Original auf Niederländisch
- RTBFLüttich: etwa 450 Menschen versammeln sich hinter dem Rathaus gegen Hausdurchsuchungen, am Vorabend der Abstimmung in der KammerLiège : environ 450 personnes se réunissent derrière l'hôtel de Ville contre les visites domiciliaires, à la veille du vote à la Chambre · Original auf Französisch
- Anneleen Van Bossuyt
- Belgische Ministerin für Asyl und Migration (N-VA), Mitverfasserin des Gesetzes zu Hausdurchsuchungen
- Annelies Verlinden
- Belgische Justizministerin (CD&V), Mitverfasserin des Gesetzes zu Hausdurchsuchungen
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