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Wirtschaft·vor 6 Std.

Zwei Drittel der deutschen Kunden bevorzugen weiterhin bediente Kassen gegenüber Self-Checkout, so eine Kantar-Umfrage

Die Einführung von Self-Checkout-Systemen im deutschen Einzelhandel wächst, bleibt jedoch eine sekundäre Option, wie eine repräsentative Umfrage zeigt, der zufolge die meisten Verbraucher weiterhin auf menschliche Kassierer setzen.

Allgemeine Präferenzen

Eine repräsentative Online-Umfrage des Marktforschungsinstituts Kantar ergab, dass 67 % der deutschen Verbraucher klassische, bediente Kassen gegenüber Self-Scanning-Terminals (33 %) bevorzugen. Die Umfrage, die vom 4. bis 8. Juni 2026 unter rund 1.000 Personen im Alter von 16 bis 64 Jahren durchgeführt wurde, unterstreicht, dass sich trotz der Einführung von rund 50.000 Self-Checkout-Kassen in 12.500 Geschäften die Mehrheit der Kunden weiterhin für eine Bedienung durch Personal entscheidet.

Warum 67 % bediente Kassen bevorzugen (%) · %
Bevorzugt menschliche Interaktion
42 %
Gewohnheit
40 %
Bevorzugt Bargeld
39 %
Selbst-Scannen dauert länger
28 %
Angst vor Fehlern
21 %
Gefühl der Überforderung
16 %

Warum Kunden Self-Checkout meiden

Unter denjenigen, die bediente Kassen bevorzugen, nannten 42 % den Wunsch nach menschlicher Interaktion und 40 % die Gewohnheit. Barzahlungen bleiben ein Knackpunkt: 39 % gaben an, lieber bar zu bezahlen, was die meisten Self-Checkout-Systeme nicht akzeptieren. Auch praktische Bedenken spielten eine Rolle: 28 % hatten das Gefühl, Artikel langsamer zu scannen als geschultes Personal, während 21 % Angst vor Fehlern hatten und 16 % sich überfordert fühlten.

Viele Menschen sind noch nicht vertraut genug mit Self-Checkout-Kassen.

Warum andere sie bevorzugen

Im Gegensatz dazu nannten die 33 %, die das Selbst-Scannen bevorzugen, andere Gründe. Der wichtigste Motivator, angeführt von 56 %, war die Möglichkeit, das eigene Tempo zu bestimmen und Zeitdruck zu vermeiden. Kürzere Warteschlangen überzeugten 51 %, und 38 % fanden das Scannen schlichtweg unterhaltsamer. Für 33 % war die Möglichkeit wichtig, Preise und Artikelmengen direkt zu überprüfen.

Warum 33 % Self-Checkout bevorzugen (%) · %
Eigenes Tempo / weniger Druck
56 %
Kürzere Warteschlangen
51 %
Mehr Spaß
38 %
Überprüfung von Preis und Menge
33 %

Alter und Hindernisse bei der Einführung

Das Alter spielt eine große Rolle. Während Menschen im Alter von 16 bis 44 Jahren dem Self-Checkout gegenüber generell aufgeschlossener sind, steigt die Präferenz für bediente Kassen bei den 55- bis 64-Jährigen auf 87 %, wobei sich nur 13 % für die Selbstbedienung entscheiden. Die Kantar-Forscherin Stefanie Exel merkte an, dass selbst jüngere Generationen sich nicht vollkommen wohl dabei fühlen und dass eine breitere Akzeptanz "nicht automatisch eintreten" werde. Sie schlug vor, dass Hilfspersonal an den Terminals das Vertrauen stärken könnte.

Es ist gar nicht so einfach, alle Menschen für Self-Checkout-Kassen zu begeistern. Viele sehen sogar Vorteile darin, weil sie ihr eigenes Tempo bestimmen können und der Druck nicht so hoch ist wie an bedienten Kassen.

Vorstoß der Einzelhändler und Nutzungsmuster

Einzelhändler, insbesondere Lebensmittel- und Drogerieketten, bauen ihre Self-Checkout-Flotten weiter aus, vor allem getrieben durch den angespannten Arbeitsmarkt. Der Experte des EHI Retail Institute, Frank Horst, schätzt, dass täglich 1,5 bis 2 Millionen Menschen die Automaten nutzen. Sie sind am beliebtesten für kleine Einkäufe; Käufe von 30, 40 oder mehr Artikeln werden als weniger komfortabel empfunden. Horst fügte hinzu, dass sogar einige Kunden über 70 Self-Checkouts nutzen und die Kontrolle schätzen, die sie bieten.

Berlin

2 Quellen

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