
BBVA erneuert Führungsteam mit neuem Mexiko-Chef und CFO – Konzern setzt auf Künstliche Intelligenz
Carlos Torres und Onur Genç befördern interne Talente auf neun Schlüsselpositionen, darunter den Mexiko-Landeschef und den Konzern-Finanzvorstand. Die spanische Bank peilt eine Cost-Income-Ratio von 35 Prozent an.
Umfassende Führungsumbildung
BBVA hat am Mittwoch einen weitreichenden Umbau ihrer Führungsspitze bekannt gegeben. Zehn wesentliche Veränderungen stehen an, darunter sieben Neubesetzungen, die Streichung von zwei Abteilungen und die Schaffung eines neuen Bereichs. Acht Führungskräfte verlassen ihre bisherigen Posten, zwei weitere wechseln in neue Rollen. Der Umbau betrifft alle wichtigen Märkte – von Mexiko und Kolumbien bis zu den Zentralfunktionen in Madrid. Präsident Carlos Torres und CEO Onur Genç besetzten jede Vakanz aus den eigenen Reihen und beförderten eine Generation von Führungskräften, die zuvor in zweiter Reihe tätig waren. Die Bank informierte die spanische Börsenaufsicht CNMV über die Veränderungen und begründete sie mit dem wachsenden Einfluss Künstlicher Intelligenz auf die Branche.
Die BBVA hat eine Erneuerung ihres Führungsteams beschlossen, um den Wandel in einem Umfeld voranzutreiben, das von den tiefgreifenden Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auf das Geschäft, die Arbeitsweise und insbesondere auf das Kundenerlebnis geprägt ist. Alle neuen Führungskräfte kommen aus dem eigenen Konzern und bilden eine erneuerte Führungsriege, die umfassende Erfahrung in den Bereichen Transformation, Innovation und Kundenorientierung vereint.
Mexiko- und Finanzführung ersetzt
Die beiden prominentesten Veränderungen betreffen das größte Gewinnzentrum des Konzerns und die Finanzfunktion. Mexiko ist seit langem die Ertragsmaschine der BBVA und trug im ersten Quartal 2026 44,1 Prozent zum Konzerngewinn bei – weit mehr als der spanische Anteil. José Luis Elechiguerra, bislang globaler Risikochef, wird neuer Landeschef für Mexiko und löst Eduardo Osuna ab. Osuna übernimmt den Vorsitz des Aufsichtsrats der BBVA México. Gonzalo Rodríguez, zuvor Leiter des Privatkundengeschäfts in Spanien, folgt auf Luisa Gómez Bravo als Konzern-Finanzvorstand. Gómez Bravo hatte den Posten drei Jahre inne und war regelmäßig an der Seite von Genç bei Ergebnispräsentationen zu sehen.
Neue Einheiten und Risiko-Integration
Die Bank hat ihre Abteilung für Regulierung und Interne Kontrolle aufgelöst und eine globale Einheit für institutionelle Beziehungen geschaffen, die von Mario Pardo geleitet wird, zuvor Landeschef in Kolumbien. Der neue Bereich kümmert sich um Regulierungsfragen, Beziehungen zu Aufsichtsbehörden, institutionelle Beziehungen und die BBVA-Research-Abteilung. Compliance und nichtfinanzielle Risikofunktionen werden in das Globale Risikomanagement unter Rocío Pérez integriert, die globale Compliance- und Interne-Kontrolle-Chefin wird. Pablo Pastor, zuvor Risikochef für Südamerika und die Türkei, übernimmt als globaler Leiter des Risikomanagements die Nachfolge von Elechiguerra.
Effizienz und KI-Ambitionen
Die BBVA schloss das erste Quartal mit einer Cost-Income-Ratio von 38 Prozent ab – bereits einer der besten Werte in der Eurozone – und strebt bis zum Ende ihres Strategieplans 2025–2029 eine Quote von 35 Prozent an. Torres und Genç wollen den Umbau nutzen, um den Einsatz Künstlicher Intelligenz zu vertiefen und bereichsübergreifendes Wissen zu nutzen, um die Kosten im Verhältnis zu den Erträgen weiter zu senken. Die Bank betonte, dass die fachübergreifende Erfahrung des neuen Teams dazu beitragen werde, die Einführung von KI in den Betriebsabläufen und Kundenkanälen zu beschleunigen.
- Q1 2026
- 38 %
- Ziel 2029
- 35 %
Berichtswege in Südamerika gestrafft
Argentinien, Kolumbien und Peru berichten nun direkt an CEO Onur Genç, was das bisherige Aufsichtsmodell vereinfacht. Gloria Couceiro, zuvor globale Leiterin der Finanzplanung und des Kostenmanagements, ersetzt Pardo als Landeschefin in Kolumbien. Jorge Bledel bleibt Argentinien-Chef und Fernando Eguiluz bleibt in Peru. Auch andere südamerikanische Märkte berichten nun direkt an den CEO.
Weitere Führungswechsel
Victoria del Castillo, zuvor Leiterin der Strategie- und M&A-Abteilung, übernimmt von Paul Tobin den Bereich Talent und Kultur. Roberto Albaladejo, zuvor verantwortlich für Großkunden und Nachhaltigkeit, folgt ihr in der Strategie- und M&A-Abteilung. Jacobo de Nicolás, von der Rechtsabteilung der BBVA México, wird neuer Konzernjustiziar und löst María Jesús Arribas ab. Rosario Mirat, aus dem Präsidialkabinett, wird Generalsekretärin und folgt auf Domingo Armengol.
- Mexiko
- 44.1 %
- Rest des Konzerns
- 55.9 %
Der Umbau erfolgt neun Monate nach dem gescheiterten Übernahmeversuch der BBVA für die Banco Sabadell. Die Bank erklärte, die Umstrukturierung sei keine Folge dieses Ausgangs und wäre wahrscheinlich auch dann erfolgt, wenn das katalanische Institut integriert worden wäre. Zwei Persönlichkeiten, die eng mit dem Übernahmeversuch verbunden waren – Tobin und Gómez Bravo – verlieren operative Funktionen, während andere wie Peio Belausteguigoitia, Chef der BBVA Spanien, ihre Rollen behalten.


