Rund 20.000 protestieren bayernweit gegen Rechtsextremismus nach AfD-Landtagswahlerfolgen
Rund 20.000 Menschen versammelten sich am 12. September 2026 in München, Bamberg und Regensburg, um gegen Rechtsextremismus zu protestieren, während knapp 2.000 an separaten regierungsfeindlichen Demonstrationen teilnahmen.
Bayernweite Beteiligung
Rund 20.000 Demonstranten versammelten sich am 12. September 2026 in München, Bamberg und Regensburg, um bayernweit gegen rechtsextremistische Tendenzen zu protestieren. Die Demonstrationen erfolgten als Reaktion auf jüngste Wahlerfolge der Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen-Anhalt. Parallel dazu fanden rechte Proteste statt, die sich gegen die Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz richteten und landesweit knapp 2.000 Teilnehmer anzogen. Frühere Berichte vom Samstagnachmittag hatten noch 16.000 Teilnehmer in München und Bamberg gemeldet, bevor die Polizeibehörden in Regensburg ihre offiziellen Zahlen bekannt gaben. Laut Polizeisprechern in den jeweiligen Städten verliefen die Demonstrationen und Gegenproteste weitgehend ohne Störungen.
Versammlungen am Münchner Siegestor und Königsplatz
In München meldete die Polizei, dass etwa 12.000 Menschen an einer als Prüf-Demo bezeichneten Kundgebung im Bereich des Siegestors teilnahmen. Die Versammlung zog viermal so viele Teilnehmer an wie die ursprünglich bei den Behörden angemeldeten 3.000. Die bundesweite Kampagne forderte die Behörden auf, das Bundesverfassungsgericht politische Parteien prüfen zu lassen, die vom Inlandsgeheimdienst, dem Bundesamt für Verfassungsschutz, als rechtsextremistische Verdachts- oder Erkenntnisfälle eingestuft werden.
Gleichzeitig versammelten sich rund 350 Demonstranten am Münchner Königsplatz, die deutsche Flaggen zeigten. Die Teilnehmer am Königsplatz forderten die Entlassung der Bundesregierung unter dem Slogan „Diese Regierung muss weg“. Die Organisatoren hatten die Kundgebung am Königsplatz ursprünglich für bis zu 1.000 Teilnehmer angemeldet. Die Polizei berichtete, dass sich in unmittelbarer Nähe rund 100 Gegendemonstranten versammelt hätten, um gegen die Kundgebung am Königsplatz zu protestieren.
- München (Siegestor)
- 12000 Personen
- Bamberg (Gegendemo)
- 4000 Personen
- Regensburg (IgR)
- 3500 Personen
Konfrontation und Sitzblockade in Bamberg
In Bamberg marschierten etwa 1.500 Demonstranten unter dem Motto der Initiative Einigkeit für Deutschland – Projekt M1llion durch die Innenstadt. Die Gruppe zog mit Trommeln, Trillerpfeifen und deutschen Flaggen und forderte Neuwahlen, einen Stopp der Einwanderung und den Rücktritt der Regierung Merz. Auf Plakaten in der Menge waren Slogans wie „Merz muss weg“ sowie „Omas gegen Frieden“ zu sehen.
Eine Gegendemonstration in Bamberg zog nach Aufrufen mehrerer zivilgesellschaftlicher Organisationen, darunter Omas gegen Rechts, rund 4.000 Teilnehmer an. Die Gegendemonstranten trugen Schilder mit Botschaften wie „Hier ist kein Platz für rechte Hetze“ und „Braune Soß nur zum Kloß“. Die Polizei berichtete von kurzen Verzögerungen entlang der Marschroute, als 14 Personen eine Sitzblockade bildeten. Polizeibeamte trugen mehrere sitzende Demonstranten von der Straße, bevor der Marsch von Projekt M1llion fortgesetzt werden konnte.
- München (Königsplatz)
- 350 Personen
- Bamberg (Projekt M1llion)
- 1500 Personen
Regensburger Demonstration und politischer Kontext
In Regensburg bestätigte die Polizei, dass rund 3.500 Menschen auf die Straße gegangen waren, um gegen Rechtsextremismus zu demonstrieren. Die Versammlung wurde vom Bündnis Initiative gegen Rechts (IgR) als Reaktion auf die Wahlergebnisse der AfD in Sachsen-Anhalt organisiert. In allen drei Städten betonten zivilgesellschaftliche Organisationen die Notwendigkeit öffentlicher Mobilisierungen nach den Landtagswahlen in Ostdeutschland, während rechte Gruppen ihre Forderungen auf die Bundesmigrations- und Regierungspolitik konzentrierten. Die Polizeieinsätze in ganz Bayern endeten am Samstagabend ohne schwerwiegende Zwischenfälle oder Sachschäden.


