
Chemie trifft Champagner: Ein Blick in BASFs geheimen Millionen-Flaschen-Weinkeller, jetzt 125 Jahre alt
Zwölf Meter unter seinem Stammwerk in Ludwigshafen betreibt der weltgrößte Chemiekonzern einen riesigen Weinkeller mit rund einer Million Flaschen – eine Tradition, die 1901 begann und nun ihr 125-jähriges Jubiläum feiert.
Eine unterirdische Welt des Weins
Siebenunddreißig Stufen führen hinab in eine andere Welt, die Stadtlärm und Tageslicht hinter sich lässt. Zwölf Meter unter der Erde, bei einer konstanten Temperatur von zehn bis zwölf Grad Celsius, sind Weinflaschen sauber nach Herkunft und Jahrgang sortiert. „Da liegt Italien, da Spanien“, sagt Bernhard Wolff und deutet auf gestapelte Kisten. Während BASF weltweit für die Herstellung von Kunststoffen an seinem Hauptsitz in Ludwigshafen bekannt ist, wissen nur wenige, dass das Unternehmen auch einen gigantischen Weinkeller unterhält – eine Tradition, die 2026 ihr 125-jähriges Jubiläum feiert.
Der Hüter der Sammlung
Bernhard Wolff leitet diesen historischen Keller seit 2014. Geboren 1963 in Neustadt an der Weinstraße, studierte er Volkswirtschaftslehre in Karlsruhe und ist seit 1999 für den Ludwigshafener Konzern tätig. Heute führt er Besucher durch dieses unterirdische Archiv der europäischen Genussgeschichte. Rund eine Million Flaschen werden hier gelagert, und Wolff könnte zu jeder einzelnen eine Geschichte erzählen.
Es gibt nur zwei Sorten Wein: die, die man mag, und die, die man nicht mag.
Ein Jahrhundert der Unternehmensgastronomie
Der Keller wurde 1901 eingerichtet, als Wein ein fester Bestandteil einer Unternehmenskultur war, die Repräsentation selbstverständlich mit Gastlichkeit verband. Die Unternehmenshistorikerin Isabella Blank-Elsbree merkt an, dass Gäste des örtlichen Gesellschaftshauses den begleitenden Wein oft direkt kauften, und dass dort früher auch Zigarren verkauft wurden. Seitdem hat sich viel verändert, aber der Keller hat überdauert.
Ein globaler Betrieb
Neben pfälzischen Rieslingen lagern Bordeauxweine in den Regalen. Die Sammlung umfasst Burgunder, Rioja, Champagner und Weine aus Übersee; insgesamt sind mehr als 2.000 verschiedene Sorten im Sortiment. Der Keller beliefert 25.000 Kunden weltweit. „Wir verschaffen heimischen Weinen einen Auftritt dort, wo sie vielleicht nicht hinkommen würden“, erklärt Wolff und beschreibt, wie der Betrieb lokalen Weinen eine Bühne an Orten bietet, die sie sonst vielleicht nicht erreichen würden.
Der Weinkeller ist in die Gastro-Abteilung des Unternehmens integriert, in der rund 400 Personen Events, Catering und Empfänge organisieren. Im Keller selbst kümmern sich 23 Mitarbeiter – darunter Sommeliers und Weintechnologen – um Einkauf, Lagerung und Versand. Rund 100 Weine tragen ein exklusives Firmenetikett, die Preise liegen zwischen 4 und 1.000 Euro pro Flasche. Das Unternehmen macht keine Angaben zu den Umsatzzahlen. Das Deutsche Weininstitut betrachtet den Keller als feste Größe im deutschen Weinhandel.
- Der Weinkeller wird als Teil der BASF-Unternehmensgastronomie eingerichtet.
- Bernhard Wolff übernimmt die Leitung des historischen Kellers.
- Der Weinkeller feiert sein 125-jähriges Jubiläum.


