
Basel-Stadt wird erster Schweizer Kanton mit automatischem Lohnsteuerabzug
Die Wähler des Halbkantons stimmten am Sonntag einer wegweisenden Änderung zu, die Basel-Stadt zum ersten Kanton in der Schweiz macht, in dem Arbeitgeber standardmäßig Steuern direkt vom Gehalt abziehen.
Direkte Steuererhebung genehmigt
Eine Mehrheit der am 14. Juni 2026 abgegebenen brieflichen Stimmen befürwortete das neue System, mit 53,4 Prozent dafür und 46,6 Prozent dagegen, wie die Staatskanzlei mitteilte. Die Maßnahme macht Basel-Stadt zum ersten Kanton des Landes, der einen direkten Lohnsteuerabzug einführt. Arbeitnehmer, die im Kanton leben und arbeiten, wird in der Stadt Basel automatisch 10 Prozent ihres Bruttolohns abgezogen, in den Gemeinden Riehen und Bettingen 5 Prozent. Arbeitnehmer können widersprechen oder den Satz anpassen.
- Lohnsteuerabzug
- 53.4 %
- Planungskredit Herzstück Bahn
- 56.1 %
- Tauben-Gegenvorschlag
- 67.7 %
- Grüninitiative Klybeckinsel
- 38 %
Wie das System funktioniert
Die neue Regelung gilt verpflichtend für Unternehmen mit 50 oder mehr Mitarbeitern; kleinere Firmen können freiwillig teilnehmen. Der Abzug soll die Steuerpflicht gleichmäßig über das Jahr verteilen. Steuererklärungen werden weiterhin erforderlich sein, und der automatische Abzug ersetzt nicht die endgültige Jahresabrechnung. Die Mehrheit des Großen Rates argumentierte, dass die Änderung dazu beitragen könnte, die Verschuldung der Privathaushalte zu begrenzen, indem hohe einmalige Steuerrechnungen vermieden werden.
Umstrittener Weg zur Abstimmung
Die heutige Abstimmung folgt einem hauchdünnen Kompromiss im Kantonsparlament, wo der Gegenvorschlag zu einer sozialdemokratischen Initiative mit 49 zu 48 Stimmen angenommen wurde. Wirtschaftsverbände ergriffen erfolgreich das Referendum gegen den Plan, was die Volksabstimmung auslöste. Befürworter bezeichneten den automatischen Abzug als praktische Hilfe, die Steuerzahlungen planbarer macht. Gegner warnten, dass er Unternehmen mit zusätzlicher Bürokratie belasten und die finanzielle Eigenverantwortung untergraben würde.
Drei weitere kantonale Fragen entschieden
Dieselbe Abstimmung genehmigte einen Planungskredit von 3,6 Millionen Franken für das Bahnknotenprojekt 'Herzstück' mit 56,1 Prozent Zustimmung. Die Wähler unterstützten einen Gegenvorschlag der Regierung zum Umgang mit der städtischen Taubenpopulation (67,7 Prozent) und lehnten die ursprüngliche Taubeninitiative (63,8 Prozent) ab, was den Weg für betreute Taubenschläge ebnet. Die Volksinitiative Klybeckinsel, die darauf abzielte, eine ehemalige Industrieinsel in eine bewaldete Grünzone umzuwandeln, wurde mit 62 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt, sodass der Kanton mit der gemischten Nutzungsentwicklung fortfahren kann.


