
Alpine Bergrettung warnt nach Besteigung des Corno Grande in Badehose und Flip-Flops
Die italienische Bergrettung hat einen Sicherheitsappell veröffentlicht, nachdem Fotos einen Mann zeigten, der den 2.912 Meter hohen Corno Grande im Gran-Sasso-Massiv nur mit Badehose und Flip-Flops bestieg.
Virale Bilder auf der Direttissima
Fotos, die eine Person beim Aufstieg auf den höchsten Gipfel des Apennin in Badebekleidung zeigen, haben sich in sozialen Netzwerken weit verbreitet. Der Wanderer wurde beim Aufstieg über die Via Direttissima des Corno Grande in Badehose, ohne Oberteil und mit Flip-Flops dokumentiert. Auf weiteren Aufnahmen derselben Tour ist die Person zu sehen, wie sie über zerklüftetes Felsgelände völlig barfuß vorankommt. Die Route führt direkt zum Westgipfel (Vetta Occidentale) des Corno Grande, der im Gran-Sasso-Massiv in der Region Abruzzen eine Höhe von 2.912 Metern erreicht. Der Aufstieg löste in der Bergsteigergemeinschaft sofortige Kritik aus und veranlasste die Rettungskräfte zu formellen Sicherheitswarnungen, da es am Corno Grande in den vergangenen Jahren zu schweren Unfällen gekommen war.
Sicherheitswarnungen der Bergrettung
Der regionale Bergrettungsdienst Soccorso Alpino e Speleologico Abruzzo (CNSAS) veröffentlichte einen formellen öffentlichen Appell in den sozialen Medien, der sich auf die viralen Bilder bezog. Während der alpine Dienst von disziplinarischen Maßnahmen gegen die bestimmte Person absah, betonte er, dass Bergsteiger in der geschäftigen Sommerzeit strenge Vorsicht walten lassen müssen. Die Rettungskräfte wiederholten, dass die Direttissima nicht wie ein einfacher Wanderweg behandelt werden könne, und wiesen darauf hin, dass ungeeignetes Schuhwerk und fehlende Schutzkleidung die Wahrscheinlichkeit schwerer Unfälle auf losem Gestein erhöhen.
Die Direttissima ist kein einfacher Wanderweg: Sie weist exponierte Abschnitte und technische Passagen auf, die Vorbereitung, Erfahrung und angemessene Ausrüstung erfordern.
Gelände- und Höhengefahren
Die Via Direttissima wird als anspruchsvolle bergsteigerische Route und nicht als normaler Wanderweg eingestuft. Um die Route zu bewältigen, müssen Wanderer steile Felsabschnitte überwinden und sich mit den Händen über steile, exponierte Passagen bewegen, wo ein einziger Ausrutscher auf losem Gestein schwerwiegende Folgen haben kann. Der CNSAS wies darauf hin, dass die Höhenumgebung im Gran-Sasso-Gebirge wechselhafte Wetterbedingungen aufweise, die feste Sohlenstiefel und Bergausrüstung erfordern. Die öffentlichen Reaktionen auf die Warnung zeigten, dass ein solches Verhalten kein Einzelfall ist. Ein Kommentator berichtete von einem Vorfall am Donnerstag, dem 13. August, bei dem ein anderer Kletterer die Normalroute barfuß mit am Rucksack befestigten Stiefeln bestieg.
- Ein Wanderer wird beobachtet, wie er die Normalroute des Corno Grande barfuß mit am Rucksack befestigten Stiefeln besteigt.
- Fotos einer Person, die die technische Direttissima-Route in Badebekleidung und Flip-Flops besteigt, kursieren online.
- Soccorso Alpino e Speleologico Abruzzo gibt eine offizielle Sicherheitswarnung heraus und fordert geeignete Bergausrüstung.
Steigende Rettungseinsätze in dieser Saison
Die Warnung folgt auf eine Zeit häufiger Notfalleinsätze im mittleren Apennin. Der CNSAS Abruzzo wies darauf hin, dass die erhöhte Zahl der in dieser Saison durchgeführten Rettungsmissionen die Risiken einer Unterschätzung der Routenschwierigkeit und der Umweltfaktoren verdeutliche. Die Bergrettungstechniker stellten fest, dass viele Notrufe darauf zurückzuführen seien, dass Besucher ihre körperlichen Grenzen nicht einschätzen oder vor dem Aufbruch keine Wettervorhersage einholen.
Die bereits in dieser Saison durchgeführte sehr hohe Anzahl an Einsätzen erinnert uns daran, wie wichtig es ist, die Berge mit Bewusstsein anzugehen, ohne Schwierigkeiten und Umweltbedingungen zu unterschätzen.
Vor dem Versuch von Höhenrouten auf dem Corno Grande fordert die Bergrettung alle Bergbesucher auf, ihre persönliche Fitness zu beurteilen, Routenbeschreibungen im Voraus zu recherchieren und geeignete Bergsteigerausrüstung mitzuführen. Die Organisation bestätigte, dass ihr regionales Personal weiterhin für Routeninformationen und technische Ratschläge für Wanderer zur Verfügung stehe, die vor dem Start um Klärung bitten.

