
USA feiern 4:1-Auftaktsieg gegen Paraguay bei eigener WM; Pulisic mit Wadenverletzung ausgewechselt
Die US-amerikanische Fußballnationalmannschaft der Männer ist mit einem glanzvollen 4:1-Sieg gegen Paraguay im SoFi-Stadion in die eigene Heim-WM gestartet. Christian Pulisic war maßgeblich an den Toren beteiligt, musste aber zur Halbzeit mit einer Wadenverletzung ausgewechselt werden.
Dominante Vorstellung
Die USMNT benötigte nur sieben Minuten, um die Kontrolle zu übernehmen, als eine flache Hereingabe von Weston McKennie von Paraguays Damian Bobadilla ins eigene Tor abgefälscht wurde. Die Gastgeber ließen danach nichts mehr anbrennen. Christian Pulisic, der von der linken Seite ins Zentrum zog, spielte einen Pass auf Folarin Balogun, der in der 31. Minute zum 2:0 einschoss, und Balogun erzielte mit einem sehenswerten Solo nach einem Zuspiel von Malik Tillman noch vor der Pause das 3:0. Der eingewechselte Giovanni Reyna setzte mit einem Schlenzer aus der Distanz in der Nachspielzeit den Schlusspunkt zum 4:1.
Die Amerikaner hatten 65 % Ballbesitz und agierten im Ballbesitz in einem aggressiven 3-2-5-System, das Paraguay tief in die eigene Hälfte drängte. Cheftrainer Mauricio Pochettino beschrieb die Zuschauer als "unglaublich" und sagte, der Abend habe gezeigt, dass "Fußball hier in Amerika riesig ist, das ist groß. Seid vorsichtig, andere Sportarten."
- USA
- 65 %
- Paraguay
- 35 %
Rekorde und Meilensteine
Innenverteidiger Chris Richards spielte alle seine 84 Pässe an den Mitspieler – die höchste Anzahl an fehlerfreien Pässen in einem WM-Spiel, seit Opta 1966 mit der Aufzeichnung begann. Er übertraf damit die Engländer John Stones (71 gegen Frankreich, 2022) und Miranda aus Brasilien (59 gegen Costa Rica, 2018) und führte damit eine stille Tradition defensiver Passgenauigkeit fort.
- 2018
- 59 Pässe
- 2022
- 71 Pässe
- 2026
- 84 Pässe
Baloguns Doppelpack machte ihn erst zum zweiten Amerikaner (nach Bert Patenaude, 1930), der in einem WM-Spiel mehr als ein Tor erzielte. Die vier Tore waren zudem ein Novum für die Männermannschaft bei einer WM-Endrunde.
Pulisic-Verletzungssorge
Der spielbestimmende Stürmer wurde zur Halbzeit ausgewechselt, nachdem er einen Schlag auf die Wade abbekam. "Ich habe in der ersten Halbzeit einen Tritt bekommen, also hoffe ich wirklich, dass es nichts ist", sagte Pulisic zu Reportern. Pochettino erklärte, die Auswechslung sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen: "Er hat einen Schlag auf die Wade bekommen und fühlte sich am Ende der ersten Halbzeit etwas angeschlagen. Wir wollten kein Risiko eingehen." Die USMNT rechnet damit, dass er rechtzeitig für das nächste Gruppenspiel gegen Australien fit wird.
Trainer- und Teamkontext
Der Auftritt am Freitag erfolgte gut ein Jahr nach einem öffentlichen Zerwürfnis zwischen Pulisic und Pochettino, als der Spieler den Gold Cup ausgelassen hatte, aber in hochkarätigen Freundschaftsspielen spielen wollte. Pochettino bestand damals darauf, dass "Spieler auf unseren Plan hören und sich danach richten müssen. Sie können nicht selbst bestimmen." Der Trainer wollte sich nach dem Auftakt jedoch lieber auf das Kollektiv konzentrieren, lenkte das Lob von sich ab und bezeichnete den 38-jährigen Kapitän Tim Ream als den "positiven Führungsspieler" des Teams.
Das Fan-Erlebnis
Mehr als 70.000 Zuschauer füllten das SoFi-Stadion, auch wenn vereinzelt leere Plätze zu sehen waren. Die Besucher mussten die FIFA-FWC2026-App zur Ticketvalidierung nutzen, durften nur durchsichtige Taschen mitbringen, die flugplatzähnlichen Sicherheitskontrollen unterzogen wurden, und zahlten saftige Preise für Verpflegung – ein Bier kostete bis zu 21,50 Dollar. Die Stadt stellte Shuttlebusse bereit, um den Verkehr zu entlasten, doch die Straßen rund um das Stadion waren vor und nach dem Spiel stundenlang verstopft.


