
ADAC-Studie: Tanken außerhalb der Autobahn spart in Deutschland bis zu 43 Cent pro Liter
Eine umfassende ADAC-Analyse aller 360 deutschen Autobahnraststätten ergibt, dass Autofahrer an der Autobahn im Durchschnitt 33 Cent mehr pro Liter für Benzin und Diesel zahlen als an nahegelegenen Tankstellen außerhalb der Autobahn, wobei regionale Unterschiede bis zu 43 Cent erreichen.
Das bundesweite Bild
Autofahrer in Deutschland zahlen einen hohen Aufpreis für die Bequemlichkeit, direkt an der Autobahn zu tanken. Eine neue ADAC-Studie, die alle Autobahnraststätten des Landes abdeckt, ergab, dass sowohl Super E10 als auch Diesel im Durchschnitt 33 Cent pro Liter mehr kosten als an normalen Straßentankstellen. Bei einem typischen 50-Liter-Tank summiert sich das auf 16,50 Euro Mehrkosten.
Die Umfrage zeigt sehr deutlich, dass es sich lohnt, die Autobahn zu verlassen, um an einer nahegelegenen Tankstelle zu tanken.
Die teuersten Autobahnraststätten verlangten bis zu 47 Cent mehr für Diesel und 44 Cent mehr für E10 als der Durchschnitt außerhalb der Autobahn. Eine Ausreißer-Tankstelle unterbot den nationalen Straßendurchschnitt sogar um ein paar Cent, aber der ADAC bezeichnete sie als Sonderfall.
Regionale Unterschiede
Die Preisspanne variiert stark zwischen den deutschen Bundesländern. Rheinland-Pfalz verzeichnete den größten Unterschied: Autobahn-E10 kostete 42 Cent mehr und Diesel 43 Cent mehr als an nahegelegenen Tankstellen. Bayern folgte mit 40 Cent bei E10 und 39 Cent bei Diesel, während Baden-Württemberg 40 bzw. 37 Cent aufwies. Sachsen, ein östlicher Ausreißer, zeigte Lücken von 36 Cent (E10) und 37 Cent (Diesel).
Vor allem in Rheinland-Pfalz lohnt sich ein kurzer Tankstopp außerhalb der Autobahn besonders. Wer ein paar Minuten mehr einplant und an einer nahegelegenen Tankstelle tankt, kann schnell mehr als zehn Euro pro Tankfüllung sparen.
Am anderen Ende der Skala wiesen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern die geringsten Aufschläge auf, mit nur 17 Cent für beide Kraftstoffe in Brandenburg und 17 Cent (E10) bzw. 16 Cent (Diesel) in Mecklenburg-Vorpommern. Hessen, das Saarland, Thüringen und Sachsen-Anhalt lagen alle unter dem Bundesdurchschnitt, mit Lücken zwischen 23 und 29 Cent. Für Berlin und Bremen lagen keine Daten vor.
- Rheinland-Pfalz E10
- 42 Cent
- Rheinland-Pfalz Diesel
- 43 Cent
- Bayern E10
- 40 Cent
- Bayern Diesel
- 39 Cent
- Baden-Württemberg E10
- 40 Cent
- Baden-Württemberg Diesel
- 37 Cent
- Sachsen E10
- 36 Cent
- Sachsen Diesel
- 37 Cent
- Hessen E10
- 28 Cent
- Hessen Diesel
- 29 Cent
- Saarland E10
- 25 Cent
- Saarland Diesel
- 24 Cent
- Thüringen E10
- 24 Cent
- Thüringen Diesel
- 23 Cent
- Sachsen-Anhalt E10
- 23 Cent
- Sachsen-Anhalt Diesel
- 23 Cent
- Brandenburg E10
- 17 Cent
- Brandenburg Diesel
- 17 Cent
- Mecklenburg-Vorpommern E10
- 17 Cent
- Mecklenburg-Vorpommern Diesel
- 16 Cent
Fahrerverhalten
Trotz der möglichen Einsparungen ergab eine begleitende ADAC-Umfrage unter mehr als 1.500 Autobahnnutzern, dass fast ein Viertel der Befragten niemals die Autobahn verlässt, um zu tanken, unabhängig vom Preisunterschied. 63 Prozent gaben an, dass sie die Autobahn für günstigeren Sprit verlassen, die überwältigende Mehrheit tut dies, sobald die Lücke 20 Cent pro Liter erreicht.
Hintergrund der Studie
Die Analyse ist die erste, die alle 360 Autobahnraststätten und rund 14.000 Straßentankstellen in Deutschland abdeckt. Frühere ADAC-Vergleiche stützten sich auf kleinere Stichproben. Die Preise wurden vom 6. bis 19. April erfasst, einem Zeitraum ohne die temporäre Kraftstoffsteuersenkung, aber bereits unter der sogenannten 12-Uhr-Regel, die tägliche Preisänderungen begrenzt. Obwohl der Zweiwochenzeitraum starke Preisschwankungen aufwies, erklärte der ADAC, dass die grundlegenden Erkenntnisse davon unberührt blieben.


