Wirtschaft · Ingolstadt und Neckarsulm
Audi senkt Umsatzprognose für 2026 um 5 Milliarden Euro, da China-Gewinn einbricht und Neckarsulm-Werk auf der Kippe steht
Die Volkswagen-Luxusgruppe senkte ihre erwarteten Einnahmen auf 58–63 Milliarden Euro, gegenüber 63–68 Milliarden, und verzeichnete einen Rückgang des Nettogewinns im zweiten Quartal um 21 %. China trug im ersten Halbjahr nur 73 Millionen Euro bei, verglichen mit fast dem Vierfachen im Vorjahr.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von La Libre.be, Wirtschafts Woche, ZEIT ONLINE und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Audi senkte seine Umsatzprognose für 2026 von zuvor 63–68 Milliarden Euro auf 58–63 Milliarden Euro, eine Kürzung, die auch die erwartete operative Marge reduzierte.
Der Nettogewinn im zweiten Quartal fiel auf 563 Millionen Euro, während der Beitrag der chinesischen Joint Ventures im ersten Halbjahr auf 73 Millionen Euro sank, nach fast dem Vierfachen im Vorjahr.
Die Nachtschicht in dem reinen Verbrennerwerk wurde bereits gestrichen, und die Jahreskapazität von 225.000 Einheiten könnte weiter auf 150.000 gekürzt werden, was das Schließungsrisiko erhöht.
Finanzvorstand Jürgen Rittersberger sagte, Effizienzverbesserungen könnten die Zukunft der Standorte Ingolstadt und Neckarsulm sichern, wenn alle Seiten kooperieren, räumte jedoch ein, dass die derzeitigen Einsparungen noch unzureichend sind.
- 2019Kapazität von 300.000 auf 225.000 Einheiten reduziert
- 2026 (Juli)Nachtschicht gestrichen; aktuelle Kapazität 225.000 Einheiten
- VorgeschlagenKapazität könnte auf 150.000 Einheiten gekürzt werden, was das Schließungsrisiko erhöht
Umsatzprognose um bis zu 5 Milliarden Euro gesenkt
Audi, die Volkswagen-Luxusgruppe, zu der auch Lamborghini, Bentley und Ducati gehören, senkte am Montag ihre Gewinnaussichten für 2026 mit Verweis auf den sich verschlechternden chinesischen Markt und schwache US-Verkäufe bei intensivem Preiswettbewerb und Zöllen. Das in Ingolstadt ansässige Unternehmen erwartet nun einen Jahresumsatz zwischen 58 Milliarden und 63 Milliarden Euro, gegenüber einer zuvor im April angekündigten Spanne von 63 Milliarden bis 68 Milliarden Euro. Auch die erwartete operative Marge wurde zurückgenommen, was den prognostizierten Nettogewinn nach unten drückt. Die Abwärtskorrektur entspricht einer Reduzierung um 5 Milliarden Euro am oberen Ende der Prognosebandbreite und zeigt, wie schnell die Nachfrage in zwei Schlüsselmärkten nachgelassen hat.
Das zweite Quartal spiegelte die Belastung bereits wider: Der Nettogewinn nach Steuern fiel um rund 21 Prozent auf 563 Millionen Euro. Der Rückgang ist moderat im Vergleich zum Mutterkonzern Volkswagen, dessen Quartalsgewinn um etwa ein Drittel einbrach. Audi führte einen Teil der Abfederung auf frühe Einsparungen aus einem laufenden Kostenrestrukturierungsprogramm und niedrigere Rückstellungen für Restrukturierung im Vergleich zum Vorjahr zurück.
„Wir haben Möglichkeiten, an beiden Standorten die Effizienz zu steigern. Wenn alle mithelfen, können wir eine Zukunft für Neckarsulm organisieren.“
China-Schock: Gewinnbeitrag bricht ein
Das China-Geschäft, das über lokale Joint Ventures im Finanzergebnis verbucht wird, trug im gesamten ersten Halbjahr nur 73 Millionen Euro bei, gegenüber fast dem Vierfachen im Vorjahr. Die Verkäufe sind sowohl in China als auch in den USA stark eingebrochen, wo Audi einem intensiven Preiswettbewerb und schwächerer Verbrauchernachfrage ausgesetzt ist. Das China-Ergebnis war einst ein verlässlicher Gewinnmotor für die Premiummarke; sein fast vollständiges Verschwinden hat das Management gezwungen, bestehende Sparmaßnahmen zu beschleunigen.
Neckarsulm-Werk steht vor weiteren Kapazitätskürzungen
Der Kostensenkungsdruck verstärkt nun den Druck auf das Audi-Werk in Neckarsulm, einem von vier Volkswagen-Konzernwerken, die überprüft werden. Das Werk baut derzeit nur Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und hat eine Jahreskapazität von 225.000 Einheiten, gegenüber 300.000 vor einigen Jahren. Berichten zufolge könnte diese Kapazität schrittweise auf 150.000 Fahrzeuge reduziert werden. Die Nachtschicht im Werk wurde bereits gestrichen, ein Schritt, den Finanzvorstand Jürgen Rittersberger als dauerhafte Anpassung an die Marktbedingungen beschrieb. Laut Handelsblatt würde eine Senkung der Produktion auf 150.000 Einheiten die Kapazität des Standorts im Vergleich zu 2019 halbieren.
Dennoch hat Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume öffentlich erklärt, dass Werksschließungen das letzte Mittel bleiben. Audis Finanzchef Rittersberger pflichtete dieser Ansicht bei und versprach, dass Effizienzsteigerungen sowohl den Standort Ingolstadt als auch Neckarsulm wettbewerbsfähig machen könnten, wenn alle Seiten kooperieren.
„Es gibt intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. Das ist immer die letzte Option.“
Kosteneinsparungen und Hoffnungen auf das zweite Halbjahr
Trotz der düsteren Zahlen des ersten Halbjahres setzt Audi seine Wendehoffnungen auf das zweite Halbjahr, das traditionell stärker ist. Neue Modellstarts und allmählich sinkende Kosten aus dem Restrukturierungsprogramm sollen die Gewinne steigern. Rittersberger räumte ein, dass die bereits umgesetzten Einsparungen noch nicht ausreichen, bezeichnete sie jedoch als laufende Arbeit, die erste Wirkungen zeigt. Ob die Kombination aus neuen Produkten und schlankeren Strukturen den Verlust des China-Gewinnbeitrags ausgleichen kann, bleibt ungewiss. Die nächsten sechs Monate werden zeigen, ob Audi seine Leistung stabilisieren kann oder mit weiteren Herabstufungen rechnen muss.
- April-Prognose
- 65.5 Mrd. EUR
- Juli-Prognose
- 60.5 Mrd. EUR
Daten aus dem Artikeltext
- 1. Halbjahr 2025
- 292 Mio. EUR
- 1. Halbjahr 2026
- 73 Mio. EUR
Daten aus dem Artikeltext
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Oliver Blume
- Volkswagen-Konzernchef, der erklärte, Werksschließungen seien das letzte Mittel
- Gernot Döllner
- Audi-Vorstandsvorsitzender, der im Zuge der Prognosekorrektur erwähnt wurde
- Orte
- Ingolstadt, Neckarsulm
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