Regierung · Bern
Schweizer Nationalrat weist Vorlage zu Atomkraftwerken an Regierung zurück und fordert Finanzierungsklarheit
Der Schweizer Nationalrat stimmte am Montag mit 100 zu 97 Stimmen bei zwei Enthaltungen dafür, den Vorschlag der Regierung zur Aufhebung des Verbots neuer Atomkraftwerke zurückzuweisen. Die Abgeordneten forderten mehr Informationen darüber, wie künftige Reaktoren finanziert werden sollen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Blick.ch, SWI swissinfo.ch, Neue Zürcher Zeitung und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der Nationalrat stimmte mit 100 zu 97 Stimmen bei 2 Enthaltungen dafür, den Gegenvorschlag an den Bundesrat zurückzuweisen, und forderte mehr Details zur Finanzierung neuer Atomkraftwerke.
SVP und FDP unterstützten den ursprünglichen Vorschlag zur Aufhebung des Bauverbots, während SP, Grüne und GLP dagegen stimmten. Die Mitte-Fraktion lieferte die entscheidenden Stimmen für die Rückweisung.
Der Ständerat entscheidet am Dienstag, ob er der Rückweisung zustimmt. Falls ja, muss die Regierung den Vorschlag überarbeiten, bevor er erneut ins Parlament kommt.
In der Schweiz gilt seit 2017 ein Verbot für neue Atomkraftwerke. Etwa 30 % des Stroms des Landes stammen aus Atomkraft, und die Regierung warnt, dass der Ausbau erneuerbarer Energien hinter dem Zeitplan liegt.
- 2017Die Schweizer Stimmberechtigten nehmen das Verbot für den Bau neuer Atomkraftwerke an.
- 1.03.Der Ständerat billigt den Gegenvorschlag des Bundesrates zur Aufhebung des Verbots.
- 15.06.Der Nationalrat stimmt für die Rückweisung des Gegenvorschlags an den Bundesrat und fordert Klarheit bei der Finanzierung.
- 16.06.Der Ständerat entscheidet, ob er dem Rückweisungsantrag zustimmt.
Eine unerwartete Rücksendung
In einer knappen Abstimmung am Montag entschied sich das Schweizer Parlament, nicht über die Zukunft der Atomenergie zu entscheiden, sondern den Gegenvorschlag des Bundesrates zur Überarbeitung zurückzuweisen. Der Vorstoß, eingebracht von der Mitte-Nationalrätin Priska Wismer, verlangt von der Regierung, zunächst ein klareres Bild davon zu präsentieren, wie neue Atomkraftwerke finanziert werden könnten. Die Abstimmung beendete eine marathonartige Debatte, die sich über mehrere Tage erstreckte und an der über 90 Redner beteiligt waren.
Was zur Debatte stand
Seit 2017 ist der Bau neuer Atomkraftwerke in der Schweiz nach einer Volksabstimmung infolge der Katastrophe von Fukushima verboten. Bestehende Reaktoren dürfen weiter betrieben werden, solange sie sicher sind. Die Volksinitiative „Jederzeit Strom“ (Stop Blackout), lanciert von der Schweizerischen Volkspartei (SVP), will dies ändern, indem sie alle klimafreundlichen Formen der Stromerzeugung, einschließlich der Atomkraft, für zulässig erklärt. Der Bundesrat lehnte die Initiative zwar formell ab, erarbeitete jedoch einen indirekten Gegenvorschlag, der das gesetzliche Verbot für Rahmenbewilligungen für neue Atomkraftwerke aufheben würde. Die kleine Kammer, der Ständerat, hatte diesen Gegenvorschlag bereits in der Frühjahrssession unterstützt.
Die politischen Bruchlinien
Der Rückweisungsantrag des Nationalrates wurde von Sozialdemokraten, Grünen, Grünliberalen und einer Mehrheit der Mitte-Fraktion unterstützt. Die SVP und die FDP lehnten die Rückweisung ab. Während der Debatte argumentierte Energieminister Albert Rösti, dass 30 Prozent des Schweizer Strommixes derzeit aus Atomkraft stammten, und fügte hinzu: „Ich wüsste nicht, woher wir ihn sonst nehmen sollten.“ Er warf den Gegnern vor, die zentrale Rolle der Atomenergie im täglichen Leben und in der Wirtschaft zu ignorieren.
„Ohne neue Atomkraftwerke können Sie das Netto-Null-Ziel heute beerdigen.“
SVP-Nationalrat Christian Imark warnte, dass die Blockade der Atomkraft aus ideologischen Gründen „durchaus gefährlich“ für das Land sei. FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen forderte Investitionen sowohl in Atomkraft als auch in erneuerbare Energien und betonte, es sei keine Frage von „entweder/oder“, sondern von „sowohl/als auch“. FDP-Co-Präsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher verteidigte ebenfalls die Technologieoffenheit und Versorgungssicherheit. Gegner verwiesen auf ungeklärte Fragen zur Finanzierung und zur Endlagerung radioaktiver Abfälle. Die grüne Nationalrätin Marionna Schlatter kritisierte scharf die jahrzehntelange Suche nach einem Endlager und hob den geplanten Standort Nördlich Lägern hervor.
Wie es weitergeht
Der Ständerat muss nun am Dienstag entscheiden, ob er die Rückweisung akzeptiert. Sollte er zustimmen, muss Energieminister Rösti den Vorschlag überarbeiten. Wäre die kleine Kammer gar nicht erst in die Debatte eingetreten, wäre der Gegenvorschlag direkt gescheitert; ein Nichteintretensantrag wurde mit 111 zu 88 Stimmen abgelehnt. Die Entscheidung des Nationalrates bewahrt die Möglichkeit einer zukünftigen Abstimmung über neue Reaktoren, macht jedoch jeden Fortschritt von einem klareren finanziellen Rahmen abhängig.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Blick.chRückweisung! Nationalrat erteilt AKW-Rösti eine Abfuhr
- SWI swissinfo.chNationalrat will AKW-Vorlage an Bundesrat zurückschicken
- Neue Zürcher ZeitungDer Nationalrat gibt die Vorlage zum AKW-Neubauverbot zurück an den Bundesrat
- 20 MinutenAKW-Vorlage: Nationalrat schickt Gegenvorschlag zurück an Bundesrat
- Albert Rösti
- Schweizer Energieminister und SVP-Mitglied, Befürworter der Aufhebung des Atom-Bauverbots.
- Priska Wismer
- Nationalrätin der Mitte, die den Antrag auf Rückweisung des Gegenvorschlags an den Bundesrat einreichte.
- Christian Imark
- SVP-Nationalrat, der argumentierte, dass neue Atomkraftwerke für das Erreichen der Netto-Null-Ziele unerlässlich seien.
- Christian Wasserfallen
- FDP-Nationalrat, der für Investitionen sowohl in Atomkraft als auch in erneuerbare Energien plädierte.
- Susanne Vincenz-Stauffacher
- FDP-Co-Präsidentin, die die Bedeutung von Technologieoffenheit und Versorgungssicherheit betonte.
- Marionna Schlatter
- Grüne Nationalrätin, die die langwierige Suche nach einem Atommüll-Endlager kritisierte.
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