
Schulkomplex Grava in Athen wegen Gasgeruchs evakuiert – Inspektionen finden kein Leck
Die Behörden haben am Freitag den Schulkomplex Grava in Athen nach Berichten über einen butanähnlichen Geruch evakuiert, obwohl erste technische Inspektionen kein Gasleck feststellten.
Morgenalarm und Evakuierung des Campus
Die Behörden ordneten am Freitag, dem 2. Oktober 2026, die vorsorgliche Evakuierung des Schulkomplexes Grava in Athen an, nachdem Lehrkräfte und Schüler einen intensiven Geruch gemeldet hatten, der an Butangas erinnerte. Die Einrichtung gilt als eines der größten Bildungszentren der Hauptstadt und beherbergt rund 3.000 Schülerinnen und Schüler sowie mehr als 400 Lehrkräfte in Grundschulen, Gymnasien und Lyzeen. Um 09:05 Uhr setzte sich die Direktorin für Sekundarbildung telefonisch dringend mit dem Athener Vizebürgermeister für technische Dienste, Paris Charlaftis, und dem Vizebürgermeister für Bildung, Thomas Georgiadis, in Verbindung, um die Situation zu melden. Die Schulleitungen begannen unverzüglich damit, die Schüler aus den Klassenzimmern zu schicken, während die Rettungskräfte mobilisiert wurden. Gegen 11:30 Uhr wurden die Unterrichtsaktivitäten, darunter eine geplante Sitzung des fünfzehnköpfigen Schülerrats, eingestellt, als sich die Türen öffneten und die Anwesenden das Gelände verließen.
Technische Inspektionen und Reaktion der Stadt
Die griechische Feuerwehr entsandte zwei Löschfahrzeuge und sechs Feuerwehrleute, um eine Bewertung der Infrastruktur vor Ort durchzuführen. Die Stadtverwaltung verständigte den griechischen Gasverteiler Enaon, der ein Inspektionsteam entsandte, um atmosphärische und technische Messungen auf dem gesamten Campus durchzuführen. Die erste Inspektion der technischen Teams ergab kein Gasleck im untersuchten Netz. Trotz des negativen Ergebnisses setzte die Stadt Athen ein zweites städtisches Team ein, um eine unabhängige Prüfung durchzuführen und einen umfassenden Sicherheitsbericht zu erstellen. Stadtpolizei und griechische Polizeikräfte unterstützten bei der Absicherung des Bereichs, während das technische Personal die Schulgebäude weiter bewertete.
- Erste schriftliche Beschwerden wegen Gasgeruchs eingereicht
- Athener Vizebürgermeister alarmiert und Gasverteiler Enaon entsandt
- Schulen evakuiert, Schüler und Beschäftigte verlassen die Klassenzimmer
Sicherheitsbeschwerden und Evakuierungsverfahren
Lehrkräfte und Elternvertreter erklärten, der Gasgeruch sei in den vorangegangenen sechzehn Tagen mehrfach gemeldet worden. Andreas Kargopoulos, Präsident des Verbands der Sekundarschullehrkräfte (OLME), traf während des morgendlichen Einsatzes auf dem Campus ein. Kargopoulos erklärte, dass bereits am 16. September förmliche Beschwerden eingereicht worden seien, die Schulen jedoch keine schriftlichen Sicherheitsgarantien erhalten hätten. Er nannte das 21. Gymnasium, das benachbarte 40. Allgemeine Lyzeum und nahegelegene Grundschulen als die Bereiche, in denen der Geruch am stärksten war. Kargopoulos wies zudem auf logistische Schwierigkeiten während der Evakuierung hin und betonte, dass zwei Grundschulen über kein formelles Evakuierungsprotokoll verfügten, sodass Lehrkräfte die Eltern direkt anrufen mussten, um ihre Kinder abzuholen.
Der Verbandspräsident betonte, die Schulleitungen könnten sich nicht auf unbestätigte mündliche Aussagen verlassen, um die Sicherheit der Schüler zu gewährleisten.
Was die Schulleitungen verlangt haben, und das zu Recht, ist, dass es eine schriftliche Zusicherung geben muss, dass kein Problem besteht. Wenn man 250 Schüler hier hat und Verantwortung trägt, kann man diese Verantwortung nicht mit einer mündlichen Anordnung oder Auslegung übernehmen.
Reaktion des Elternverbands und nächste Schritte
Vertreter des Obersten Dachverbands der Eltern der Schüler Griechenlands (ASGME) besuchten den Campus nach Anrufen besorgter Familien. ASGME-Präsidentin Vangelio Platania bemerkte, dass die Eltern aufgrund des wiederkehrenden Geruchs und des ungeklärten Risikos eines Pipeline-Lecks starke Ängste durchlebt hätten. Platania erklärte, dass Eltern und Beschäftigte seit dem 16. September schriftliche Beschwerden mit der Forderung nach Inspektionen eingereicht hätten. Die Stadtbehörden erklärten, dass Stadtbeamte, Feuerwehrleute und Polizeikräfte bis zur Beseitigung jeglicher Gefahr durch die technischen Teams in Grava stationiert bleiben würden. Die Schulleitungen warten auf das endgültige schriftliche Urteil der Feuerwehr und der Inspektionsteams, bevor sie über die Wiederaufnahme des normalen Betriebs entscheiden.


