Rheinland-Pfalz strukturiert Asyl-Erstaufnahmeeinrichtungen um, nachdem die Bundeswehr Standorte in Kusel und Speyer zurückfordert
Rheinland-Pfalz' Innenminister Achim Schwickert kündigte eine Umstrukturierung der Asyl-Erstaufnahmeeinrichtungen an, nachdem die Bundeswehr Standorte in Kusel und Speyer zurückgefordert hatte. Dabei gehen rund 2.000 von 5.000 Plätzen verloren.
Einrichtungen für die Bundeswehr geräumt
Der neue rheinland-pfälzische Innen- und Integrationsminister Achim Schwickert (CDU) kündigte in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz eine grundlegende Umstrukturierung der landeseigenen Asyl-Erstaufnahmeeinrichtungen (AfA) an. Die Einrichtung in Kusel sei bereits auf Wunsch der Bundeswehr geräumt worden, und für Speyer liege eine Aufforderung zur Räumung bis Ende 2026 vor. Beide Städte hätten ein starkes Interesse an einer Rückkehr zur Bundeswehrnutzung, so Schwickert.
Die AfAs stehen vor einer grundlegenden Wende.
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Eder kritisierte die Entwicklung und sagte, die Standortplanung der Bundeswehr setze das Erstaufnahmesystem unter Druck.
Eine Umstrukturierung der AfA-Plätze ist jetzt nötig.
Sie forderte die Landesregierung auf, die Umstrukturierung in ein transparentes und belastbares Standort- und Kapazitätskonzept zu übersetzen.
Kapazitätsverluste und Verlegung
Von den 5.000 Plätzen in den AfAs seien derzeit etwa die Hälfte belegt, so Schwickert. Bewohner aus Kusel und die noch in Speyer untergebrachten Personen könnten in den verbleibenden Einrichtungen unterkommen. Ein angemieteter Standort in Bitburg werde derzeit baulich ertüchtigt, um Brandschutzauflagen zu erfüllen. Zwei kleine Reservequartiere sollen ebenfalls bis Jahresende geschlossen werden. Insgesamt bedeuten die drei Standortschließungen einen Verlust von rund 2.000 Plätzen.
- Einrichtung auf Wunsch der Bundeswehr geräumt
- Einrichtung bis Ende 2026 zu räumen
- Zwei kleine Reservequartiere schließen bis Jahresende
- Entscheidung über möglichen neuen Standort an Doppelhaushaltsvorbereitung geknüpft
Suche nach neuen Kapazitäten
Schwickert sagte, die derzeitigen Zugangszahlen bedeuteten, dass die Verluste kein unmittelbares Problem darstellten, aber das Ziel sei es, wieder ausreichend Reservekapazitäten aufzubauen.
Bei den derzeitigen Zugangszahlen ist das kein Problem. Ziel ist es, wieder ausreichend Reservekapazitäten zu schaffen.
Das Ministerium prüfe, ob bestehende Einrichtungen erweitert oder Notunterkünfte in reguläre Wohnplätze umgewandelt werden könnten, insbesondere an den Standorten Hermeskeil und am Flughafen Hahn. Möglicherweise sei auch ein neuer Standort nötig, allerdings sei noch keine Entscheidung gefallen, und die Angelegenheit sei an die Vorbereitung des Doppelhaushalts 2027/28 geknüpft.
- Aktuelle Gesamtplätze
- 5000 Plätze
- Verlorene Plätze (3 Standorte)
- 2000 Plätze
- Schwickerts Ziel
- 5000 Plätze
Ich möchte wieder ein Ziel von 5.000 Plätzen haben, damit wir nicht, wenn die Flüchtlingszahlen wieder etwas steigen, sofort alle auf die Kommunen verteilen müssen und nicht zentral steuern können, wer zu uns gekommen ist und welche gesundheitlichen Probleme er hat.
Er wies auch darauf hin, dass das Land bei ausbleibendem weiteren Anstieg der Zahlen mit weniger Plätzen auskommen könne, und dass es sinnvoll sei, die Infrastruktur und technische Kapazitäten vorzuhalten, um bei Bedarf Container aufstellen zu können.
Zentrale Rückführungen
Asylbewerber ohne Bleibeperspektive in Deutschland sollen direkt aus der Erstaufnahme abgeschoben werden, anstatt auf die Kommunen verteilt zu werden. Schwickert sagte, Rückführungen sollten künftig stärker zentral vom Land organisiert werden. Das Land finanziere rund 80 Stellen für diese zentrale Aufgabe bei den Kommunalbediensteten, doch Städte und Gemeinden stünden unter Personaldruck und könnten diese Mitarbeiter anderweitig einsetzen. Anstatt eine neue Landesbehörde zu schaffen, schlug Schwickert vor, die Aufgabe der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier zu übertragen, die bereits über einschlägige Erfahrung verfüge. Eder forderte in diesem Zusammenhang Unterstützung für Trier in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.


