
Argentinien übersteht Schrecksekunde gegen Schweiz und trifft im WM-Halbfinale auf England
Späte Tore von Julián Álvarez und Lautaro Martínez brachen den Schweizer Widerstand im Kansas City Stadium, nachdem Breel Embolos Platzverweis das angespannte Viertelfinale kippte.
Argentinien nach zähem Kampf in der Verlängerung weiter
Argentinien erreichte das WM-Halbfinale mit einem 3:1-Sieg über die Schweiz nach Verlängerung im Kansas City Stadium und trifft nun am 15. Juli in Atlanta auf England. Die Titelverteidiger wurden von einer disziplinierten Schweizer Mannschaft an den Rand einer Niederlage gebracht. Alexis Mac Allister köpfte die Albiceleste in der 10. Minute nach einer Ecke von Lionel Messi in Führung, doch Dan Ndyes Ausgleich in der 68. Minute spiegelte das Spielgeschehen wider. Die Partie kippte in der 72. Minute, als Breel Embolo nach einer VAR-Überprüfung durch den portugiesischen Schiedsrichter João Pedro Pinheiro wegen Simulation die zweite Gelbe Karte sah. Julián Álvarez brach in der 112. Minute mit einem platzierten Rechtsschuss in den Winkel den Bann. Lautaro Martínez besiegelte den Sieg in der 121. Minute, als er einen Abpraller nach einer Parade von Gregor Kobel gegen Thiago Almada über die Linie drückte.
Schweiz fordert Titelverteidiger bis zum Äußersten
Murat Yakins Schweiz kontrollierte weite Strecken der Partie. Sie gerieten früh in Rückstand, als Mac Allister, der mit 176 Zentimetern angegeben wird, die Schweizer Abwehr an der kurzen Pfosten übersprang und Messis Ecke verwertete. Die Europäer antworteten durch Djibril Sow, der Emiliano Martínez in der 20. Minute zu einer Parade zwang, und drückten in der ersten Halbzeit weiter. Ndoye erzwang in der 65. Minute eine starke Parade von Martínez, bevor er drei Minuten später den Ausgleich erzielte, als er eine feine Kombination mit Ricardo Rodríguez abschloss. Die Schweiz blieb auch nach dem Rückstand kompakt und schien nicht erneut in Gefahr zu geraten, bis sich die numerische Unterlegenheit bemerkbar machte.
Una Selección sottotono soffre e la spunta 3-1 ai supplementari su una Svizzera solida e concreta.
VAR-Entscheidung und Embolo-Platzverweis
Ein entscheidender Moment kam in der 73. Minute. Pinheiro zeigte Argentiniens Leandro Paredes zunächst für ein Foul an Embolo die Gelbe Karte, nahm diese jedoch nach Ansicht der Bilder am Spielfeldrand zurück und zeigte Embolo stattdessen wegen Simulation die zweite Gelbe Karte. Der Stürmer war bereits in der ersten Halbzeit für ein hartes Einsteigen gegen denselben Spieler verwarnt worden. Die Schweiz spielte die verbleibenden 48 Minuten der regulären Spielzeit und der Verlängerung in Unterzahl. Trotz der numerischen Überlegenheit tat sich Argentinien schwer, das Tempo zu erhöhen, und erspielte sich vor der Halbzeitpause der Verlängerung kaum klare Torchancen.
Álvarez und Martínez liefern ab
Als das Spiel bereits auf ein Elfmeterschießen zusteuerte, gelang Álvarez in der 112. Minute der entscheidende Moment. Der Stürmer von Atlético Madrid nahm den Ball an der Strafraumgrenze auf und zog einen Schuss über Kobel hinweg ins lange Eck. Die Schweiz warf in ihrer Verzweiflung alle Spieler nach vorne und wurde in der Nachspielzeit der Verlängerung durch einen Konter ausgekontert. Almandas Schuss wurde von Kobel pariert, doch Martínez war beim Abpraller zur Stelle und erzielte sein zweites Tor des Turniers der USA-Mexiko-Kanada 2026. Argentinien hatte zuvor in engen K.o.-Spielen gegen Kap Verde und Ägypten gewonnen und zeigte damit ein Muster des Durchkämpfens.
- Alexis Mac Allister köpft Argentinien nach Messi-Ecke 1:0 in Führung.
- Dan Ndoye gleicht für die Schweiz nach Kombination mit Ricardo Rodríguez aus.
- Breel Embolo nach VAR-Überprüfung wegen Simulation vom Platz gestellt (zweite Gelbe Karte).
- Julián Álvarez stellt Argentiniens Führung mit platziertem Schuss ins lange Eck wieder her.
- Lautaro Martínez erzielt per Abstauber den 3:1-Endstand.
England wartet in Atlanta
Argentinien trifft nun am Mittwoch, den 15. Juli, um 21:00 Uhr Ortszeit in Atlanta im Halbfinale auf England. England erreichte das Halbfinale durch einen 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen Norwegen in Miami, bei dem Jude Bellingham zweimal traf. Die Begegnung belebt eine WM-Rivalität wieder, die 40 Jahre zurückreicht bis zu Diego Maradonas „Hand Gottes“-Tor und seinem Sololauf in Mexiko 1986. Für Lionel Messi bietet sich die Gelegenheit, einen weiteren Schritt zur Verteidigung des in Katar gewonnenen Titels zu machen. Lautaro Martínez‘ zwei Tore im Turnier machen ihn zum einzigen Argentinier neben Messi, der bei dieser Ausgabe mehr als einmal getroffen hat.

