Energie & Handel · Palma de Mallorca und Sóller

Mallorca: Anti-Tourismus-Protest zieht bis zu 70.000 Teilnehmer an, bevor Polizei in Palma mit Gummigeschossen zusammenstößt

Zehntausende marschierten am Sonntagabend durch das Zentrum von Palma, bevor die spanische Polizei bei der Kundgebung Gummigeschosse abfeuerte und Schlagstöcke einsetzte, mindestens acht Menschen verletzte und Madrid zur Ankündigung einer Untersuchung veranlasste.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Frankfurter Allgemeine, RP Online, Süddeutsche Zeitung und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Palma de Mallorca, Sóller · Spanien
Wie es dazu kam
  1. 26.07.Polizei blockiert Zugang zum Kathedralenplatz; Flaschen werden geworfen
  2. 26.07.Polizei setzt Schlagstöcke und Gummigeschosse ein; mindestens acht Verletzte
  3. 27.07.Spanische Regierung kündigt Untersuchung des Polizeiverhaltens an

Beispiellose Beteiligung

Die Polizei schätzte, dass 25.000 Menschen am Sonntagabend an dem Marsch teilnahmen, während die Organisatoren der Plattform „Menys Turisme, Més Vida“ (Weniger Tourismus, mehr Leben) die Zahl auf 70.000 bezifferten. Die Inselmedien schätzten etwa 50.000 Teilnehmer, und alle waren sich einig, dass die Demonstration die größte ihrer Art in der Geschichte Mallorcas war. Der Protest, der unter dem Motto „Mallorca al límit“ (Mallorca am Limit) stattfand, dauerte etwa 90 Minuten von der Plaza de España durch das historische Zentrum bis zur Kathedrale, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Familien mit Kindern, Rentner, Umweltschützer, Gewerkschafter und Bauern, die mit Traktoren angereist waren, schlossen sich dem Zug an.

Zusammenstöße vor der Kathedrale

Nach einem friedlichen Marsch kam es zu Auseinandersetzungen, als die Polizei den Zugang zum Kathedralenplatz blockierte, obwohl dieser nur halb gefüllt war, und Zehntausende draußen ließ. Einige Demonstranten warfen laut lokalen Medien Plastikflaschen auf Polizisten. Die Polizei reagierte mit Schlagstöcken und Gummigeschossen. Die Rettungsdienste bestätigten mindestens acht Verletzte; ein Video zeigte einen Mann mit einer blutenden Kopfwunde. Eine Person wurde festgenommen. Der Vertreter der spanischen Zentralregierung auf der Insel, Alfonso Rodríguez, bezeichnete einige der Bilder als „inakzeptabel“ und kündigte eine Untersuchung an.

„Einige der Bilder sind inakzeptabel.“

Alfonso Rodríguez, Vertreter

Der Streitpunkt Wohnungsmarkt

Das Protestbündnis, das von mehr als 140 Bürger- und Umweltgruppen unterstützt wird, forderte eine Obergrenze für Besucherzahlen und mehr bezahlbaren Wohnraum. Die Organisatoren sagen, dass über 100.000 Wohnungen auf Mallorca für touristische Unterkünfte genutzt werden, während viele Beschäftigte im Tourismus, im Einzelhandel und im Gesundheitswesen sich nur ein Zimmer in Wohngemeinschaften leisten können, was einige in Wohnwagensiedlungen und Elendsviertel treibt. Die Maßnahmen der konservativen Balearenregierung – ein Verbot neuer Ferienwohnungen in Mehrfamilienhäusern und eine geplante Obergrenze für Autos – wurden als unzureichend abgetan.

„Wir erleben jeden Tag, wie die Ressourcen schwinden. Das betrifft uns wirklich alle.“

Demonstrant

Taktik und Zeitpunkt

Vor dem Marsch veröffentlichten einige Organisatoren ein Handbuch, das zu „gewaltfreiem zivilen Ungehorsam“ aufrief, unter anderem dazu, mit Silikon Schlösser und Schlüsselkästchen von Ferienunterkünften zu blockieren, während man dunkle Kleidung und Gesichtsmasken trug. An der Spitze des Zuges marschierten Aktivisten, die Mitte Juli festgenommen worden waren, weil sie fünf Fenster von Immobilienmaklern mit Graffiti beschmiert und Schlösser blockiert hatten; zwei junge Frauen wurden wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Die Demonstranten riefen, sie seien „Aktivisten, keine Terroristen“. Der Protest wurde bewusst auf Ende Juli, den Höhepunkt der Touristensaison, gelegt, ein Jahr vor den Regionalwahlen auf den Balearen.

„Tourismus ja, aber nicht so.“

Protestierender

Politische Reaktion

Die Präsidentin der Balearen, Marga Prohens, bezeichnete die Konfrontationsszenen als bedauerlich, machte aber die linke Zentralregierung dafür verantwortlich. Mehr als 13 Millionen Touristen besuchten Mallorca im Jahr 2025, ein weiterer Rekord, den die Demonstranten als Teil eines unkontrollierten Wirtschaftsmodells darstellten. Auf Schildern, die durch die Straßen getragen wurden, stand: „Mallorca no se vende“ (Mallorca ist nicht zu verkaufen), „Mallorca overbooked“ und „Der Tourismus-Tsunami reißt uns mit“. Die Organisatoren haben bereits die nächste Demonstration für den 8. August in Sóller ausgerufen.

Teilnehmerzahlen nach Quellegeschätzte Teilnehmer
Polizei
25000 geschätzte Teilnehmer
Inselmedien
50000 geschätzte Teilnehmer
Organisatoren
70000 geschätzte Teilnehmer

Daten aus dem Artikeltext

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen