KI-generiert·Mehr erfahren
© Publico
Wirtschaft·vor 3 Std.

Anthropic reicht Börsengang ein und startet ein Billionen-Dollar-Rennen mit OpenAI und SpaceX

Das KI-Unternehmen Anthropic hat vertraulich einen Börsengang in den USA beantragt und damit den Rivalen OpenAI in einem Rennen um die Wall Street überholt, das in diesem Jahr mehrere Billionen-Dollar-Technologie-Debüts hervorbringen könnte.

Die vertrauliche Einreichung

Anthropic, der Entwickler des Claude-Chatbots, gab am Montag bekannt, dass es vertraulich einen Entwurf einer Registrierungserklärung, bekannt als S-1-Formular, bei der US-Börsenaufsicht SEC für einen geplanten Börsengang eingereicht hat. Das Unternehmen erklärte, dass dieser Schritt ihm die Option gebe, nach Abschluss der SEC-Prüfung an die Börse zu gehen, die endgültige Entscheidung jedoch von den Marktbedingungen und anderen Faktoren abhänge. Die Anzahl der anzubietenden Aktien und deren Preisspanne wurden noch nicht festgelegt.

Dies gibt uns die Möglichkeit, nach Abschluss der SEC-Prüfung an die Börse zu gehen. Der geplante Börsengang wird von den Marktbedingungen und anderen Faktoren abhängen.

Anthropic

Ein neuer Bewertungsführer

Dieser Schritt erfolgt nur wenige Tage, nachdem Anthropic eine massive private Finanzierungsrunde über 65 Milliarden Dollar abgeschlossen hat, die das fünf Jahre alte Unternehmen mit 965 Milliarden Dollar bewertet. Diese Bewertung übertrifft offiziell die ihres Hauptkonkurrenten OpenAI, der kürzlich auf rund 852 Milliarden Dollar geschätzt wurde. Anthropic meldete außerdem einen annualisierten Umsatz von 47 Milliarden Dollar, der maßgeblich durch die Einführung seines entwicklerorientierten Tools Claude Code getrieben wurde.

Die Anzahl der anzubietenden Aktien und die Preisspanne für das geplante Angebot wurden noch nicht festgelegt.

Anthropic

Das Billionen-Dollar-IPO-Rennen

Anthropic ist der erste der großen KI-Akteure, der diesen formellen Schritt unternimmt, steht aber nicht allein da. Auch OpenAI wird voraussichtlich in den kommenden Wochen vertraulich einen Börsengang einreichen. Unterdessen hat Elon Musks SpaceX, das inzwischen sein KI-Unternehmen xAI umfasst, im April einen eigenen Prospekt eingereicht und strebt Berichten zufolge eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar an, mit dem Ziel, 75 Milliarden Dollar einzusammeln. Die drei Unternehmen liefern sich ein Rennen um die öffentlichen Märkte, um das enorme Kapital zu sichern, das für die energiehungrige KI-Infrastruktur benötigt wird, darunter Computerchips und Rechenzentren.

Bewertungsvergleich von KI-Unternehmen (in Milliarden USD) · $B
Anthropic
965 $B
OpenAI
852 $B
SpaceX (Ziel)
1750 $B

Sicherheit, Streitigkeiten und Ruf

Anthropic wurde 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet, die sich um die Sicherheit von KI sorgten, und hat sich als verantwortungsbewusster Vorreiter der Branche positioniert. Dieser Ruf wurde in diesem Jahr durch einen erbitterten Streit mit dem Pentagon auf die Probe gestellt und wohl gestärkt, nachdem CEO Dario Amodei Beschränkungen für die militärische Nutzung von Claude forderte. Die Trump-Administration erklärte das Unternehmen zur Bedrohung der nationalen Sicherheit, ein Schritt, den Analysten als Versuch sahen, es zu schwächen, den Anthropic jedoch nutzte, um seine Sicherheitscredentials zu polieren. Das Unternehmen erlangte kürzlich auch Sichtbarkeit durch eine Werbekampagne zum Super Bowl LX und die Teilnahme eines Führungskräften an der Veröffentlichung der Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV.

Finanzielle Gegenwinde und Marktzweifel

Trotz der sprunghaft gestiegenen Bewertungen verlieren alle drei Unternehmen immer noch mehr Geld, als sie einnehmen, was die Befürchtung einer KI-Blase schürt. Allein SpaceX hat seit Anfang 2023 Verluste in Höhe von 13 Milliarden Dollar offengelegt, die hauptsächlich auf seine KI-Sparte zurückzuführen sind. Es bestehen weiterhin Zweifel, ob die Hunderte von Milliarden Dollar, die in die KI-Infrastruktur investiert werden, jemals wieder hereingeholt werden können. Auch Anthropic selbst hatte Schwierigkeiten, die Nachfrage nach Rechenleistung zu decken, da es an ausreichend Chips und bereitgestellten Servern mangelte, und hat mehrere Deals mit Amazon, Google und Broadcom abgeschlossen, um mehr Kapazitäten zu sichern.

San Francisco

8 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft