Unfälle mit Fahrerflucht in Belgien in einem Jahrzehnt um 8% gestiegen – Fußgänger am stärksten betroffen
Eine neue Studie des Vias-Instituts zeigt, dass die Zahl der Unfälle mit Fahrerflucht in Belgien im letzten Jahrzehnt um 8% gestiegen ist – besonders betroffen sind Fußgänger und Radfahrer.
Ein besorgniserregender Trend auf Belgiens Straßen
Das belgische Verkehrssicherheitsinstitut Vias veröffentlichte am Sonntag Zahlen, die zeigen, dass Unfälle mit Fahrerflucht im letzten Jahrzehnt häufiger geworden sind. Im Jahr 2025 waren 4.814 Unfälle mit Verletzten von einem Fahrer betroffen, der vom Unfallort floh – fast 200 mehr als im Jahr 2024. Die Gesamtzahl der Opfer erreichte 5.297: 20 Menschen starben, 200 wurden schwer verletzt und 5.077 erlitten leichte Verletzungen. Vias bezeichnete die Zahlen als besorgniserregend, insbesondere weil der Anteil der Unfälle mit Fahrerflucht bei den am stärksten gefährdeten Verkehrsteilnehmern gestiegen ist.
Fußgänger zunehmend gefährdet
Fußgänger sind nun die relativ am stärksten betroffene Gruppe. Vor zwei Jahren war etwa jeder fünfte Unfall mit verletzten Fußgängern von Fahrerflucht begleitet. Dieses Verhältnis ist auf jeden vierten gestiegen. Im vergangenen Jahr waren 1.006 Fußgänger Opfer eines Fahrers, der nicht anhielt. Das Institut stellte fest, dass der proportionale Anstieg besonders stark bei den zu Fuß Gehenden ist, die keinen Schutz vor einem flüchtenden Fahrzeug haben.
Radfahrer und andere schutzbedürftige Verkehrsteilnehmer
In absoluten Zahlen sind Radfahrer die größte Gruppe der Unfallflucht-Opfer. Im Jahr 2025 wurden 1.819 Radfahrer von einem Fahrer angefahren, der anschließend floh – das sind 15% aller Radfahrer-Unfälle mit Verletzten. Auch Nutzer von E-Scootern und Mopeds sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt: 15% der E-Scooter-Unfälle und 12% der Moped-Unfälle waren von Fahrerflucht betroffen. Die Daten unterstreichen, dass Fahrer, die den Unfallort verlassen, überproportional diejenigen schädigen, die am stärksten exponiert sind.
- Fußgänger
- 25 %
- Radfahrer
- 15 %
- E-Scooter
- 15 %
- Mopeds
- 12 %
Ein Anstieg über ein Jahrzehnt
Auf zehn Jahre zurückblickend ist die Zahl der Unfälle mit Verletzten und Fahrerflucht von 4.467 im Jahr 2014 auf 4.814 im Jahr 2025 gestiegen – ein Anstieg um 8%. Der Aufwärtstrend setzte sich im letzten Jahr fort, mit fast 200 zusätzlichen Fällen im Vergleich zu 2024. Der stetige Anstieg deutet darauf hin, dass das Problem nicht nachlässt, selbst wenn sich die allgemeinen Verkehrssicherheitsmaßnahmen weiterentwickeln.
- 2014
- 4467 Unfälle
- 2024
- 4614 Unfälle
- 2025
- 4814 Unfälle
Wer flieht und warum
Mehr als acht von zehn Tätern werden letztendlich identifiziert, so Vias. Frühere Forschungen deuten darauf hin, dass Fahrerflucht oft unter Alkohol- oder Drogeneinfluss steht oder dass gültige Dokumente wie Führerschein oder Versicherung fehlen. Die Erkenntnisse des Instituts weisen auf ein anhaltendes Muster von Fahrern hin, die versuchen, sich der Verantwortung zu entziehen, nachdem sie Schaden verursacht haben, insbesondere wenn sie bereits gegen Verkehrsgesetze verstoßen haben.


