- Spät am Sonntag, 18. OktoberRussische ballistische Raketen treffen Kiew am späten Abend
- 19.10.Bürgermeister Vitali Klitschko meldet eine beschädigte Metrostation am linken Ufer
- In der Nacht vom 18. auf den 19. OktoberDas Innenministerium meldet einen Toten und acht Verletzte bei dem Angriff
Nächtliche Angriffe auf Kiew
Russland hat die Ukraine in der Nacht von Sonntag, 18. Oktober, auf Montag, 19. Oktober, mit 243 Drohnen und vier Iskander-K-Raketen angegriffen. In Kiew schlugen am späten Sonntagabend ballistische Raketen ein, Bürgermeister Vitali Klitschko sprach später von zwei russischen Luftangriffen auf die Hauptstadt in dieser Nacht.
- Drohnen
- 243 Anzahl
- Iskander-K-Raketen
- 4 Anzahl
Daten aus dem Artikeltext
Klitschko sagte, gegen 02:00 Uhr sei eine Metrostation am linken Ufer der Stadt beschädigt worden, Splitter hätten die Schienen und eine danebenliegende Stromschiene getroffen. Die Stadtverwaltung teilte mit, wegen der Schäden an den Gleisen und der Oberleitungsanlage blieben zwei Stationen der Roten Linie, Tschernihiwska und Lisowa, bis auf Weiteres geschlossen.
Opfer und Schäden
Klitschko meldete, dass eine 21-jährige Frau getötet wurde. Seine ersten Angaben nannten drei Verletzte, während das ukrainische Innenministerium stadtweit einen Toten und acht Verletzte meldete; die Zahlen zu den Verletzten weichen also zwischen den beiden Darstellungen voneinander ab.
Die Angriffe beschädigten zudem ein Wohngebäude im Bezirk Solomjanskyj, wo Fenster zu Bruch gingen und in einer medizinischen Einrichtung ein Feuer ausbrach. Auch eine Bildungseinrichtung im Bezirk Dniprowskyj wurde getroffen. Im Bezirk Desnjanskyj brannte ein Nichtwohngebäude, Autos wurden beschädigt, und Rettungskräfte fanden während der Löscharbeiten eine Leiche. Die ukrainischen Behörden erklärten, alle Brände seien gelöscht worden.
Die Frage der Warnung
Radio Swoboda berichtete unter Berufung auf ukrainische Quellen, Kiew habe vor dem Einschlag der ballistischen Raketen keine Warnung erhalten. Der Radio-Liberty-Journalist Alex Raufoglu schrieb auf X, es sei erneut keine Warnung gekommen – wenige Augenblicke vor dem Einschlag. Ein namentlich nicht genannter hochrangiger ukrainischer Vertreter sagte dem „Kyiv Independent“, die Warnung sei erst eingetroffen, als die Raketen bereits eingeschlagen seien, und Russland bereite erneut etwas vor. Die ukrainischen Behörden haben die fehlende Warnung nicht bestätigt.
Auf Nachfrage sagte US-Außenminister Marco Rubio, er wisse nicht, was in der vergangenen Nacht geschehen sei. Er verwies auf ein Softwareproblem in der ukrainischen Frühwarnanlage einige Nächte zuvor, das das EUCOM untersuche. Selenskyj sagte in einem Wochenendinterview mit NBC News, die Weitergabe von US-Geheimdienstinformationen sei eine Zeit lang blockiert gewesen, bevor die amerikanische Seite sie wieder freigegeben habe, und er sei dankbar. Nach Selenskyjs Angaben hatte die Ukraine die Daten der drei vorangegangenen Tage nicht erhalten, und nur die Vereinigten Staaten könnten den Start ballistischer Raketen erkennen. Der Vorfall fällt in eine Zeit, in der Donald Trump Selenskyj so scharf wie nie zuvor kritisiert hat.
Luftverteidigung und Belastung der Geheimdienstarbeit
Kiew wird immer wieder von russischen Angriffen getroffen, und es gibt Berichte, dass der Ukraine die Patriot-Abfangraketen ausgehen. Die „Washington Post“ berichtete, die Ukraine habe nur noch wenige dieser Raketen. Weitere Berichte besagten, die Vereinigten Staaten hätten einen Teil der Weitergabe von Geheimdienstinformationen ausgesetzt und Starshield eingeschränkt, die militärische Version von Starlink, was es schwieriger mache, russische düsengetriebene Drohnen mit Abfangdrohnen abzuschießen. Selenskyj hat Staaten mit Patriot-Beständen wiederholt aufgefordert, Raketen zu liefern, und geschätzt, dass Kiew vor dem Winter etwa 300 benötigt. Ukrainische Vertreter haben bereits gewarnt, dass die Satellitenverfolgung von Startplätzen durch die Datenübertragung verzögert werden könne und dass schlechtes Wetter das SBIRS-Satellitensystem zur Erkennung von Raketenstarts beeinträchtigen könne.