
Richter ordnet Handy-Analyse an: Neue Aussagen belegen finanzielle Zerwürfnisse vor dem Tod des Mango-Gründers
Der Richter, der den Tod des Mango-Gründers Isak Andic untersucht, hat Kopien der Mobiltelefone seiner Partnerin und zweier Wanderer angeordnet, nachdem neue Aussagen finanzielle Konflikte zwischen dem Milliardär und seinem Sohn offenlegen.
Hintergrund der Ermittlungen
Der Tod von Isak Andic, dem Gründer der Modemarke Mango, wird 18 Monate nach seinem Sturz von einer Klippe während einer Wanderung mit seinem Sohn Jonathan als mögliches Tötungsdelikt strafrechtlich untersucht. Der 71-jährige Geschäftsmann starb am 14. Dezember 2024 nahe Collbató, Barcelona, nachdem er auf dem Berg Montserrat vom Camí de les Feixades fast 100 Meter in die Tiefe gestürzt war. Was zunächst als Unfall behandelt wurde, ist nun eine Untersuchung, ob der 46-jährige Jonathan seinen Vater im Zuge eines erbitterten Finanzstreits gestoßen haben könnte.
Enthüllungen der Therapeutin
Julia Lüderwaldt, eine Therapeutin, die Vater und Sohn behandelte, sagte am 30. Juni aus, dass sich ihre Sitzungen auf tiefgreifende wirtschaftliche Auseinandersetzungen konzentrierten. Ein Streitpunkt waren die Kosten von Jonathans Hochzeit mit der Influencerin Paula Nata. Isak befürchtete, sein Sohn könnte die Braut „frustrieren“, indem er ihre gewünschte Zeremonie blockierte. Die Therapeutin räumte ein, sie habe Isak gedrängt, Jonathan einen beträchtlichen Betrag zu geben, damit dieser unabhängige Geschäfte gründen und persönliche Autonomie erlangen könne, und drohte andernfalls mit ihrem Rücktritt.
Ich sagte ihm, ich würde die Therapie verlassen, wenn er dieser Bitte nicht nachkäme.
Aussage der Partnerin über geändertes Testament
Estefanía Knuth, Isaks Partnerin seit sechs Jahren, sagte am selben Tag vor Gericht, der Magnat habe ein neues Testament vorbereitet, das „alles verändern“ sollte. Der Plan sah die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung vor, die das Erbe seiner drei Kinder Jonathan, Judith und Sarah erheblich schmälern würde. Knuth hatte die Vater-Sohn-Wanderung genau deshalb angeregt, um die Differenzen beizulegen.
Er wollte ein neues Testament machen, das alles verändern würde.
Aussagen der Wanderer und Handy-Analyse
Die beiden Wanderer, die Jonathan 20 Minuten nach dem Sturz halfen, beschrieben ihn als völlig schockiert. Der Richter will nun ihre Mobiltelefone kopieren, um ihre Route und Notrufe zu überprüfen. Auch Knuths Telefon wird analysiert, da Jonathan sie unmittelbar nach dem Vorfall anrief. Die Verteidigung argumentiert unterdessen, dass die Daten von Isaks eigenem Handy, die 39 Sekunden ohne „harmonische“ Bewegung gefolgt von zwei Schritten und dem Sturz zeigen, mit einem versehentlichen Stolpern vereinbar seien, nicht mit einem Stoß.
- Isak Andic stirbt nach einem Sturz von einer Klippe während einer Wanderung mit seinem Sohn Jonathan am Montserrat.
- Therapeutin Julia Lüderwaldt, Partnerin Estefanía Knuth und zwei Wanderer sagen vor dem Richter in Martorell aus.
- Fotos von Jonathan Andic beim Spaziergang in Barcelona mit Frau und Kind tauchen auf; Richter ordnet Kopien der Mobiltelefone an.
Jonathans öffentliches Schweigen und familiäre Unterstützung
Zum ersten Mal seit Wochen gesehen, lief Jonathan mit seiner Frau Paula und ihrem Baby durch Barcelona, umgeben von familiärer Unterstützung. Er ist von allen Mango-Posten zurückgetreten und besteht darauf, dass der Tod ein tragischer Unfall war. Seine Mutter und seine Schwestern haben ihr „volles Vertrauen in seine Unschuld“ erklärt. Der Fall, der ausschließlich auf Indizien beruht, wird wahrscheinlich von einem Laiengremium entschieden, falls es zu einer Hauptverhandlung kommt.


