
Trump nutzt den 250. Jahrestag des 4. Juli, um den amerikanischen Exzeptionalismus zu preisen, während Umfrage Rekordtief beim Nationalstolz zeigt
Am 250. Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung wandte sich Präsident Donald Trump an die Menge am Mount Rushmore und in Washington, während eine Gallup-Umfrage ergab, dass nur 33 % der Amerikaner stolz auf ihr Land sind – ein historischer Tiefstand.
Trumps Reden zum Jahrestag
Am 3. Juli, am Vorabend des Unabhängigkeitstags, sprach Trump am Mount Rushmore, bezeichnete die heutige Ära als neues „goldenes Zeitalter“ und stellte den Jahrestag als Kulturkampf dar. „Kommunismus ist eine tödliche Bedrohung für die amerikanische Freiheit“, sagte er vor den gemeißelten Gesichtern von Washington, Jefferson, Roosevelt und Lincoln. Am nächsten Tag in Washington, nachdem Regen, extreme Hitze und eine vorübergehende Evakuierung der National Mall die Veranstaltung verzögert hatten, bestand Trump darauf, dass er „egal was passiert“ sprechen werde. Er sagte zur Menge: „Niemand kann so sein wie wir“ und bekräftigte damit die Idee des amerikanischen Exzeptionalismus. Vizepräsident J.D. Vance sprach bei der Sail4th-250-Veranstaltung in New York und forderte das Land auf, „ohne Angst“ in die Zukunft zu blicken und stolz auf seine Geschichte zu sein.
Eine gespaltene Bevölkerung
Eine Gallup-Umfrage, die um den Jahrestag herum veröffentlicht wurde, ergab, dass nur 33 % der Amerikaner sagen, sie seien stolz darauf, Amerikaner zu sein – der niedrigste jemals gemessene Wert. Die parteipolitische Kluft ist eklatant: 70 % der Republikaner äußern Stolz, verglichen mit nur 14 % der Demokraten. Nur ein Viertel der Befragten glaubt an den amerikanischen Exzeptionalismus, und 40 % meinen, das Land werde früher oder später zerfallen. Die Umfrage spiegelt eine Stimmung des Niedergangs wider, die im Kontrast zur feierlichen Rhetorik aus dem Weißen Haus steht.
- Alle Amerikaner
- 33 %
- Republikaner
- 70 %
- Demokraten
- 14 %
Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs
Wenige Tage vor dem Jahrestag, am 30. Juni, fällte der Oberste Gerichtshof zwei bedeutende Urteile. Eines davon blockierte Trumps Versuch, das Geburtsrecht auf Staatsbürgerschaft abzuschaffen – ein durch den 14. Verfassungszusatz garantiertes Recht. Oberster Richter John Roberts, der für die Mehrheit schrieb, bezeichnete die Staatsbürgerschaft als „das Recht, Rechte zu haben“ und führte ihre Ursprünge auf die Glorious Revolution von 1688 zurück. Das andere Urteil stärkte die Befugnisse des Präsidenten gegenüber unabhängigen Behörden, die zuvor nur dem Kongress gegenüber rechenschaftspflichtig waren. Roberts berief sich auf die Entscheidung der Gründerväter, die Exekutivgewalt einer einzelnen Person zu übertragen, und merkte an, dass einige Delegierte des Verfassungskonvents befürchteten, dies könne „der Keim der Monarchie“ werden.
Staatsbürgerschaft war damals und heute das Recht, Rechte zu haben: frei an unserer politischen Gemeinschaft teilzunehmen.
Historische Parallelen
Der Jahrestag gab Anlass zu Vergleichen mit früheren Imperien und zur Kritik an der Verfassung. Der Historiker Charles Beard argumentierte vor über einem Jahrhundert, dass die Verfassung von wohlhabenden Eliten entworfen wurde, um ihre finanziellen Interessen zu schützen. Der britische Historiker John Bagot Glubb behauptete 1977, dass Imperien alle Vierteljahrtausend verfallen. Einige Kommentatoren zogen Parallelen zwischen Trump und Julius Cäsar und wiesen darauf hin, wie Polarisierung und Misstrauen gegenüber Eliten republikanische Institutionen untergraben können. Ein Artikel bemerkte jedoch, dass Rom keine geschriebene Verfassung, keine unabhängige Justiz, keine Massenwahlen, keine freien Medien und kein professionelles Militär unter ziviler Kontrolle hatte. Benjamin Franklin, der 1780 schrieb, bedauerte, zu früh geboren zu sein, um den vollen Umfang des wissenschaftlichen Fortschritts zu erleben.
- Oberster Gerichtshof blockiert Trumps Versuch, das Geburtsrecht auf Staatsbürgerschaft abzuschaffen, und stärkt die Präsidentenbefugnisse über Behörden.
- Trump spricht am Mount Rushmore, bezeichnet die heutige Ära als ‚goldenes Zeitalter‘ und warnt vor kommunistischer Bedrohung.
- Unabhängigkeitsfeier in Washington wetterbedingt verzögert; Trump sagt: ‚Niemand kann so sein wie wir.‘


