- Januar 2027CNN-Sendung wird auf eine Folge pro Woche umgestellt
- Mai 2027CNN-Sendung endet Ende Mai
- Juni 2027Verlässt CNN
Der Zeitplan des Abschieds
Christiane Amanpour, 68, wird CNN im Juni 2027 nach 43 Jahren beim Sender verlassen, wie dieser am Montag, 19. Oktober 2026, mitteilte. Ihre Sendung bei CNN International wird ab Januar 2027 auf eine Folge pro Woche reduziert und endet Ende Mai; bereits im Januar 2025 hatte sie sie auf wenige Tage pro Woche gekürzt. Auch ihr PBS-Programm „Amanpour & Company“ endet zum Jahresende 2026. CNN-Chef Mark Thompson schrieb in einer internen Mitteilung an die Belegschaft, der Zeitpunkt sei für sie persönlich wie beruflich richtig. In ihrer eigenen Erklärung sagte Amanpour, die Entscheidung sei das Ergebnis vieler Monate des Nachdenkens und einiger schlafloser Nächte gewesen, und sie verlasse den Journalismus nicht. Sie versprach zudem, weiter für die Tradition unabhängiger Berichterstattung bei CNN einzustehen; auch ihr Podcast „The Ex Files“, den sie mit ihrem Ex-Mann Jamie Rubin, einem früheren US-Diplomaten, produziert, wird fortgesetzt.
Die Karriere bei CNN
Amanpour kam 1983 als Assistentin in Atlanta zu CNN, drei Jahre nach dem Start des Senders, und wurde 1990 internationale Korrespondentin. Bekannt wurde sie mit Berichten aus dem Golfkrieg; später berichtete sie über die Konflikte in Bosnien – wo sie für ihre Berichterstattung über die Belagerung zur Ehrenbürgerin von Sarajevo ernannt wurde – sowie in Ruanda, Somalia, Afghanistan, Irak, Iran, Pakistan, Palästina, Israel und Libyen sowie über den Hurrikan Katrina in den Vereinigten Staaten. 1992 wurde sie Leiterin der Auslandskorrespondenten von CNN, und ab 2009 moderierte sie bei CNN International tägliche Interviews. Zu ihren Gesprächspartnern gehörten Bill Clinton, Tony Blair, Yasser Arafat und Muammar Gaddafi. Von 1996 bis 2005 berichtete sie zudem für „60 Minutes“ von CBS, hatte 2010 einen kurzen Aufenthalt bei ABC News und kehrte 2012 zu CNN International zurück. Zu ihren Auszeichnungen zählen elf Emmys und vier Peabody Awards.
Die Paramount-Übernahme und die Sorgen in der Redaktion
Paramount Skydance schloss am 6. Oktober den Kauf von Warner Bros. Discovery ab, der Muttergesellschaft von CNN. Die Angaben zu den Summen schwanken je nach Bericht zwischen rund 81 Milliarden Dollar und rund 110 Milliarden Dollar, wobei die höhere Zahl Schulden einschließt. Die Übernahme stellt CNN unter David Ellison, dessen Vater Larry Ellison als Verbündeter von Donald Trump beschrieben wird, der CNN wiederholt Voreingenommenheit vorgeworfen hat. Nachdem Ellison Bari Weiss zur Chefredakteurin von CBS News ernannt hatte, führten ihre Personalentscheidungen und Umstrukturierungen zu Streit unter Journalisten, und eine Bedingung für den Abschluss des Geschäfts war die Zusage, einen Rat für redaktionelle Unabhängigkeit bei CNN und CBS News einzurichten. Amanpour hatte vor Abschluss des Geschäfts öffentlich Bedenken über die neuen Eigentümer von CNN geäußert; weder CNN noch sie haben einen Grund für den Abschied genannt.
Gesundheit und wie es weitergeht
Im Jahr 2021 machte Amanpour öffentlich eine Diagnose von Eierstockkrebs bekannt, die Krankheit kehrte später zurück. Sie beschrieb die Erkrankung als unsichtbaren Killer und forderte die Menschen auf, jede verfügbare Vorsorgeuntersuchung wahrzunehmen. Ihre wöchentliche CNN-Sendung läuft bis Ende Mai 2027, und sie hat erklärt, sich auf neue Projekte zu freuen. Bis zu ihrem Ausscheiden im Juni 2027 wird sie weiter für CNN berichten und reisen.