
Floridas „Alligator Alcatraz“-Abschiebelager nach einem Jahr voller Kontroversen geschlossen
Gouverneur Ron DeSantis gab die endgültige Schließung der abgelegenen Einrichtung in den Everglades bekannt, in der Tausende Migranten unter Bedingungen festgehalten wurden, die weithin als unmenschlich verurteilt wurden.
Schließung angekündigt
Gouverneur Ron DeSantis bestätigte am Donnerstag, dass das „Alligator Alcatraz“-Einwanderungshaftzentrum in den Florida-Everglades dauerhaft geschlossen ist. Die auf einer abgelegenen Landebahn errichtete Einrichtung war bereits im Juni wegen der Hurrikansaison vorübergehend geschlossen worden, und alle verbliebenen Häftlinge wurden in andere Bundesanstalten verlegt. DeSantis erklärte, das Zentrum sei von Anfang an als vorübergehende Notmaßnahme gedacht gewesen, bis eine dauerhaftere Haftkapazität gesichert werden könne.
Es hat für die Zeit seinen Zweck erfüllt.
Ein umstrittenes Symbol
Das Haftzentrum wurde 2025 in nur acht Tagen errichtet und im Juli desselben Jahres eröffnet; Präsident Donald Trump besuchte den Ort. Die Lage tief in den alligatorbewohnten Sümpfen wurde teilweise gewählt, um Fluchtversuche zu erschweren. Der Spitzname „Alligator Alcatraz“ bezog sich auf das berüchtigte Inselgefängnis in der Bucht von San Francisco. Die Einrichtung wurde schnell zu einem Symbol für die aggressive Abschiebungspolitik der Trump-Administration.
- Baubeginn; Einrichtung in acht Tagen auf einer Everglades-Landebahn errichtet.
- Zentrum wird eröffnet; Präsident Trump besucht den Ort.
- Vorübergehende Schließung aufgrund der Hurrikansaison angekündigt; Häftlinge werden verlegt.
- Gouverneur DeSantis gibt endgültige Schließung bekannt; keine Häftlinge mehr vor Ort.
Zustände und Kritik
Häftlinge und Anwälte berichteten von schwerwiegenden Problemen in der zeltartigen Einrichtung. Zu den Berichten gehörten Würmer im Essen, kaputte Toiletten, mit Fäkalien überflutete Böden und allgegenwärtige Insekten. Der Zugang zu Anwälten und medizinischer Versorgung wurde als äußerst schwierig beschrieben. Die ACLU und andere Menschenrechtsgruppen verurteilten den Standort wiederholt.
Die Tatsache, dass dieser Ort jemals existiert hat, ist ein Skandal.
Kosten und Umfang
Die Behörden Floridas schätzten die Bau- und Betriebskosten bis Juni 2026 auf fast eine Milliarde Dollar, berichtete das unabhängige Medium Florida Phoenix. DeSantis sagte, 21.000 Menschen seien über das Zentrum abgeschoben worden, während andere staatliche Zahlen die Gesamtzahl der bearbeiteten Häftlinge auf über 22.000 beziffern. Der Gouverneur, unterstützt von Grenzzar Tom Homan, argumentierte, die Einrichtung habe viele gefährliche Personen von der Straße entfernt.
Was als Nächstes kommt
DeSantis deutete an, dass die Landebahn in den Everglades weiter genutzt wird, allerdings nicht als Haftzentrum. Die Schließung beendet nicht die umfassenderen Abschiebungsbemühungen; Häftlinge bleiben in Bundesgewahrsam an anderen Orten im Süden der USA. Einwanderungsbefürworter merkten an, dass das Leid der durch die Inhaftierung getrennten Familien unabhängig vom Schicksal der Einrichtung weitergeht.

